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— Aus der rein südasiatischen Tribus der Semecärpeae, die sich von der der Rhoideae durch den meistin die becherförmig oder röhrenförmig ausgehöhlte Blütenachse eingesenkten Fruchtknoten unterscheidet,besitzt nur die Gattung Semecärpus 1 ) L. f. grössere Bedeutung. Am bekanntesten ist der Ostindische Tinten»bäum S. Anacärdium L. f., der „marking hut tree" des nordwestlichen Indiens, ein bis 10 m hoher Baummit gestielten, lederartigen, verkehrt.eiförmigen Laubblättern und ziemlich grossen, 2,5 cm langen und 2 cmbreiten, zusammengedrückt-eiförmigen Steinfrüchten auf 2« bis 3-mal kürzerem Hypokarp. Seine Früchte werdenals »Ostindische Elefantenläuse' oder »Kaschu» oder Akajunüsse" (S 6 m e n Anacärdii Orientalis) bezeichnet unddienen in gleicher Weise wie die von Anacardium Occidentale L. (vgl. pag. 215) zum Zeichnen von Wäscheusw. Sie unterscheiden sich von diesen durch eiförmige, nicht nierenförmige Gestalt. Auch wächst der herz»förmig verdickte, fleischige Fruchtstiel nicht wie bei Jenem zu einem grossen saftigen Gebilde aus. Das bis-weilen gewonnene Gummi enthält 96% Barossin. — Die Tribus der Dobineeae besitzt nur 1 Fruchtblatt in denvöllig nackten weiblichen Blüten. Die männlichen Blüten haben einen vereintblätterigen Kelch und eine säulen»förmige Achse, an welche die Blütenblätter von dem Kelch sowohl wie von den Staubblättern durch Zwischen»glieder getrennt sind. Diese eigenartige Tribus wird von wenigen, im Himalaya und Yünnan auftretendeSträuchern der Gattung Dobinea Ham. = Podöon Baill.) mit rutenförmigen Aesten gebildet. Die weiblichenBlüten sitzen auf dem Mittelnerven grosser Tragblätter. Wirtschaftlich hat die Tribus keine Bedeutung.
Die 3 für Mitteleuropa in Betracht kommenden, zur Tribus der Rhoideae zählenden GattungenRhus, Cotinus und Pistacia unterscheiden sich folgendermassen von einander i
1. Laubblätter einfach, ganzrandig. Griffel an der Frucht seitenständig . . Cotinus CCCCLVI.
1*. Laubblätter 3=zählig oder gefiedert. Griffel an der Frucht endständig 2.
2. Gummiharzgänge der Zweige mit milchweissem Sekret. Blütenhülle doppelt, mit 5 Kelch» und5 Kronblättern Rhus CCCCLV.
2*. Gummiharzgänge der Zweige mit klarem, durchsichtigem Sekret. Blütenhülle einfach, mit 1 bis5 Hüllblättern Pistacia CCCCV1I.
CCCCLV. RhÜS 2 ) L. Sumach 3 ). Franz. und engl.: Sumac; ital.: Sommacco.
Immer» oder sommergrüne Sträucher oder Bäume mit häufig milchsaftführenden Gefässen.Laubblätter wechselständig, einfach, gedreit oder gefiedert (Fig. 1816). Blüten in der Regel inkleinen, zusammengesetzten Rispen, klein, zwitterig oder getrenn t=geschlechtlich, 1= oder 2=häusig,5=zählig. Kelchblätter dachig. Kronblätter länger als der Kelch, dachig. Staubblätter unterhalbdes breiten Diskus eingefügt, mit pfriemlichen Staubfäden und eiförmigen Staubbeuteln, inden weiblichen Blüten sehr zurüdcgebildet. Fruchtknoten eiförmig bis fast kugelig, mit amgrundständigen Samenträger (funiculus) hängenden Samen; Griffel 3, endständig, frei oderetwas verwachsen, mit stumpfer oder i kopfiger Narbe. Steinfrucht kugelig oder ± zusammen»gedrückt, mit dünnem, glattem oder behaartem Exokarp, harzreichem Mesokarp und krustigemoder sehr hartem Endokarp. Samen ei» oder nierenförmig, mit dünner Schale; Keimling mitflachen Keimblättern und seitlich anliegendem, nach oben gekehrtem Stämmchen.
Die Gattung umfasst wahrscheinlich mehr als 150 Arten, die grossenteils in Nordamerika, Ostasienund Südafrika zu Hause sind, aber auch im Himalaya, in Vorderindien, in den Anden, Polynesien, im Mittel»meergebiet und den tropisch.afrikanischen Gebirgen vertreten sind. Ausserdem sind, wenn auch in ihrer Ge»samtzahl nicht sicher, etwa 50 fossile Arten aus dem Miozän, Oligozän und Pliozän (z. T. auch in Mitteleuropaund auf Grönland) nachgewiesen worden. Viele der gegenwärtig lebenden Arten sind wirtschaftlich wichtig;andere werden namentlich wegen ihrer schönen, roten, herbstlichen Laubfärbung in Mitteleuropa angepflanzt.Dazu sei bemerkt, dass, wie eine grosse Literatur nachweist und Wilhelm (Oesterreichische Aerztezeitung, 1915)
') Zusammengesetzt aus <J? h ua [sema] = Kennzeichen und xagnös [karpös] = Frucht; wegen derVerwendung der Früchte zum Zeichnen von Wäsche usw.
a ) Die Alten bezeichneten mit dem Worte verschiedene Arten. Die Ableitung ist unsicher. Sie wirdmit Qsü ) [rlieo] = fliesse, zusammengebracht, wegen des beim Anritzen der Stämme und Zweige ausfliessendenSaftes, oder mit dem Keltischen rhudd = rot, da die Früchte rot sind.
*) Die Bezeichnung dürfte am ehesten von Sumachi (Sumacha, Schemacha, Schamak, Schemakhi), einemDistrikt im Russisch-Asiatischen Khanat Schirwan am Kaspischen Meere stammen, wo Sumach.Arten im grossengebaut werden; nach einer anderen Deutung geht das Wort auf den arab. Namen summaq, von arab. samaqa= »schönen Wuchses sein" zurück.