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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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suchungen derKönigsberger Schule" haben die Familie ebenfalls in den Sapindales.Ast, und zwar zwischendie Meliaceen und die Sapindaceen verwiesen (Fig. 1608). Das systematisch wichtigste anatomische Merk,mal der Familie sind die durch Spaltung und Zellauflösung entstandenen (also schizolysigenen) Gummiharz»kanäle, die bei allen Arten im Leptom der Leitbündel zu finden sind und in den 1 «jährigen Zweigen meisteine kreisförmige Anordnung zeigen. Ausserdem erscheinen sie bisweilen im Mark oder in dem ausserhalbdes Phloems und Bastes gelegenen Grundgewebe, gelegentlich auch in den Laubblättern (besonders bei immer-grünen Arten). Bei den oftmals mit den Anacardiaceen verwechselten Sapindaceen fehlen die Harzkanäle.Die verwandten Burseraceen und Simarubaceen, bei denen sie auftreten, besitzen eine andere Stellung derSamenanlagen. Bei allen Anacardiaceen treten ferner im Phloem, seltener auch im Grundgewebe und imMark, Gerbstoffbehälter auf. Calciumoxalat ist bei den meisten Arten entweder in Form von Einzelkristallenoder von Drüsen, seltener in beiden Formen gleichzeitig eingelagert. Blütenbiologisch dürften die meistenArten zu den entomophilen Pflanzen zählen. Als Lockmittel dienen die zwar nicht ansehnlichen, aber in der Regelzu reichblütigen Blütenständen vereinigten Blüten, ferner die meist ausgeprägte Diskusbildung, an der die Honigab=Scheidung erfolgt. Da die Blüten meist 2-häusig sind, so dürfte Fremdbestäubung die Regel sein. Bei manchen Arten,z.B. bei Cötinus Co g gyg ri a Miller, finden sich nebenden 1 »geschlechtigen Blüten auch zwitterige (Fig. 1814 abis c)i doch sind bei diesen sowohl die Staubblätter als auch die Griffel zurüdcgebildet, die Blüten also unfruchtbar.Nach Aug. Schulz lassen sich dabei zwei Formenreihen feststellen, eine mit einem Blütendurchmesser von 3 1 /*bis 4 mm, die Staubbeutel von der Gestalt derjenigen der männlichen Blüten, aber mit abnorm gebautem Pollenbesitzt, und eine andere, die bei einem Blütendurchmesser von 5 bis 3,5 mm völlig verkümmerte Staubbeutelaufweist. Schulz beobachtete an einem einzigen Strauch in Tirol innerhalb kaum einer halben Stunde 350 Be«sucher, die etwa 50 Arten angehörten und sich aus Käfern, Fliegen, Wespen, Schlupfwespen und anderenkurzrüsseligen Hymenopteren zusammensetzten. Bei Rhus typhina L. wurden als Pollenüberträger von Müllereinzelne honigsaugende Bienen, sowie der Netzflügler Panörpa communis L. festgestellt. Zur Verbreitungder Früchte dienen bei mehreren Gattungen die zu Flugorganen umgebildeten Kelch« und Kronblätter, z. B.bei Swintönia Griff. (Fig. 1814 g) und Parishia Hook, f., flügelartige Gebilde an der Frucht (z. B. Schinöpsis Engl.)oder der eigentümliche, mit einer Perücke verglichene Fruchtstand von Cotinus Coggygria, bei dem sich zurZeit der Fruchtreife alle Blütenstiele verlängern und mit langen, abstehenden Haaren bedecken. Bei anderenGattungen, namentlich solchen der Tribus der Spondieae dürfte die fleischige Mittelschicht der Frucht, um derent»wegen viele Anacardiaceen zu Nutzpflanzen geworden sind, Tiere zur Verbreitung veranlassen.

Die Familie gliedert sich in 5 Tribus, von denen die erste, die der Mangfferae 1 oder 5 freie Frucht«blätter (davon 4 unfruchtbar) mit meist seitlich angeheftetem Griffel und ungeteilte Laubblätter besitzt. Ihrewirtschaftlich wichtigsten Vertreter sinds Buchanänia latifölia Roxb., im tropischen Asien heimisch, liefertein völlig lösliches Gummi und Lade, die Samen ein unter dem Namen Chironji.Oel benutztes fettes Oel, daszu 40 bis 50°/o darin enthalten ist. Mangifera') lndica L., der Mangobaum des indischen Archipels, istein 10 bis 15 m hohes Holzgewächs mit bis 1 m starkem Stamm, breiter Laubkrone und abwechselnd gestellten,lederartigen, länglichen Laubblättern. Staubblätter 10 bis 5, davon nur 4 bis 1, selten 5 fruchtbar. Blüten klein,weiss, wohlriechend; Blütenstiele nur wenig verdickt. Frucht eine fleischige, annähernd nierenförmige Steinfruchtmit dickfaseriger, 2«klappiger, zusammengedrückter Steinschale. Samen mit zarter, papierdünner Testa undnierenförmigem Keimling. Heimisch in Indien, aber in den Tropen allgemein als Fruchtbaum gebaut. Die Artbesitzt neben Formen mit stärker nach Terpentin riechenden, für Europäer nicht geniessbaren Früchtenauch solche mit fast geruchlosen Früchten, die als gelbe Mangopflaumen (von der Grösse eines Gänseeies biszum Gewicht von 1 kg) das beliebteste Tafelobst der Europäer in den Tropen darstellen und auch sonst inmannigfacher Form zu Genusszwecken verarbeitet werden. Das Fruchtfleisch enthält nach Wehm er namentlichSaccharose und Dextrose. Die Samen liefern die fettes Oel enthaltende Mangobutter. Die Rinde ist reich an Gerb«Stoffen. Das harzreiche Holz wird von den Hindus mit Vorliebe zur Verbrennung ihrer Toten benutzt. Auch zuFärbereizwecken, als Heilmittel und zur Herstellung geistiger Getränke finden einzelne Teile des Baumes Verwendung. Verschiedene Varietäten der M. 1 aurina Bl. bringen essbare, pflaumengrosse Früchte hervor.Durch sehr ver»dickte und vergrösserte Blütenstiele (Scheinfrüchte) und harzreiche Fruchtschale unterscheidet sich von der vorigenGattung die dem tropischen Amerika angehörige Gattung A n a c a r di u m *) L., die westindischen Nierenbäume. DurchKultur weit verbreitet ist A. Occidentäle L., der Kaschu«, Acajuba. oder Acajoubaum*), dessen sehr saftige, birnen«förmige, aussen oft sehr schön rot gefärbte Fruchtstiele mit süss.säuerlichem, apfelartig.herbem Geschmack zur Her»Stellung von Marmeladen und Limonaden, sowie zur Erzeugung des alkoholischen Kaschuweines und von Branntwein

') Gebildet aus dem einheimischen Namen der Früchte Manga oder Mango und lat. ferre = tragen.

') Zusammengesetzt aus avä [and] = nach oben, an, in Form von und xagäLct [kardia] = Herz; wegender vertrocknet einem Herzen ähnlich sehenden Früchte.

*) cassu, caja, acajou sind indische Namen für die essbare Frucht.