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Priamos aus Buchsholz (nvhi>ov fuyoV [= pyxinon zygön]) hergestellt und mit schönen Ringen verziert gewesensei. Der römische Dichter Ovid spricht vom Triller der Buchsflöte und vom Buchskamme, mit dem das Haarbehandelt wurde, während Vergil von flott unter den Peitschenhieben herumtanzenden Kreiseln aus Buchs»holz (volübile büxum) redet. Auch Claudianus spricht von der Buchsflöte, die ein Sterbelied stöhne, wenner sie blase und Columella sagt, dass bei der Käsezubereitung der geronnene Käsestoff in eine Form ausBuchsholz gespannt werde. Der ältere Plinius nennt das Buchsholz als wegen seiner Härte hochgeschätzt,aber schlecht brennbar und nur geringwertige Kohlen gebend. Der in den Pyrenäen häufig wachsende Baumwerde auf Korsika am didcsten, aber seine Blüten machen dort den Honig bitter. Er sei in den Gärten ver»edelt worden, lasse sich zu dichten Wänden ziehen und gut beschneiden. Martialis undFirmicus sprechenwie der jüngere Plinius vom Buchsbaum, der in den römischen Gärten zu den Gestalten, besonders vongrossen Tieren, geschnitten wurde (Reinhardt, L. Kulturgeschichte der Nutzpflanzen. Bd. IV, 2. Hälfte, 1911).Nach Theophrast wuchs der Buchs besonders in Paphlagonien im Cytorusgebirge, ferner am mazedonischenOlymp und auf der Insel Kyrnos, nach Plinius auch auf dem Berecyntus.Gebirge in Phrygien. Bei Dios»kurides finden sich Angaben über Buchs auf Korsika. Ferner scheint die im 5. Jahrhundert v. Chr., 200 bis500 Jahre nach der ersten Ankunft der Griechen in Calabrien gegründete Stadt Buxetum, heute Polcastrogenannt, nach dem dort vorkommenden Buchs bezeichnet worden zu sein. Marco Polo gibt den Buxbaum ausGeorgien an und nach Yule bildete das Buchsbaumholz bei den Genuesen ein derartig wichtiges Handelsgut,dass die Bai von Bombar bei Sudum Kaie, über welche der Handel ging, den Namen Chaoda Bux (Caoo diBussi) erhielt. Wie im Altertum, so spielte der Buchs auch im frühen Mittelalter in den Gärten der Klösterund Schlösser als Beeteinfassung und als medizinische Pflanze — so z. B. bei der Hl. Hildegard von Bingen —eine nicht unbedeutende Rolle. In jener Zeit wurde er auch von Albertus Magnus (1193 bis 1280) daserste Mal botanisch etwas eingehender behandelt. Den zweiten Höhepunkt in der gärtnerischen Bewertungerwarb sich der Strauch aber dank seiner leichten Bearbeitung durch die „Buchsscheere" in der Zeit des Barocks,als der Lenötresche Rokokostil architektonisch steife Formen in allen Anlagen, Irrgärten und verschlungenenPfaden vorschrieb und die Schönheit in geschorenen Hecken und kunstvoll geschnittenen Figuren suchte.Damals dürfte der Buchs auch seine allgemeine und weite Verbreitung gefunden haben. Später, in der Zeitder englischen Gartenkunst, verlor sich die Vorliebe für den Strauch. Er fand aber weiterhin als Beeteinfassungoder als Schmuckpflanze auf Friedhöfen (auch als Weihwasserwedel 1) Verwendung. Noch heute wird er aufden Gräbern neben Vinca minor und V. maior, Saxifraga Geum, Arabis albida, Matthiola annua, Cerastiumtomentosum, Lobelia Erinus, Pelargonien, Ageratum Mexicanum, Calendula officinalis, Chrysanthemum Par«thenium usw. häufig angetroffen. Gegenwärtig wird er wieder häufiger angepflanzt und soll namentlich Park,und Gartenanlagen mit seinem immergrünen Laube über Winter beleben. Im Frühling macht er sich aberbesonders zur Blütezeit, in anderen Jahreszeiten auch in den Abendstunden oder nach Regenfällen infolgeseines unangenehm durchdringenden Duftes unliebsam bemerkbar. Die Zweige dienen vielfach kultischenZwecken und zwar sowohl bei den grusinischen Christen als auch bei den mohamedanischen Volksstämmendes Kaukasus, bei den Bewohnern des Mittelmeergebietes, ebenso wie bei den Bretonen Nordfrankreichs. InTalüsch in Persien gibt es alte, unberührte heilige Buchshaine, deren Bäume mit allerlei Lappen und Bändernverziert werden (wohl Gebetstreifen?). Nach dem Volksglauben vermag der Buchs den Blitz abzuwenden; erbannt, am Palmsonntag abgeschnitten, in der Kirche geweiht und an die Haustür genagelt, in der Eifel Hexenund Krankheiten. Vielfach dient er am Palmsonntag in katholischen Kirchen als Ersatz für echte Palmenwedel.Am Rhein und an der Mosel führt er daher auch die volkstümlichen Bezeichnungen Palme, Palmbaum oderauch Wilde Palme. Weit verbreitet ist seine Benutzung als Weihwasserwedel auf Friedhöfen und an derTotenbahre. In den norditalienischen Bergen wird er zu diesem Zwecke vielfach bei den Wohnstätten ge.pflanzt. Auch soll seine Nähe Obstbäume und Getreidefelder fruchtbarer machen. Zahlreiche Vorkommen ver.danken vielleicht derartigen Verwendungen ihren Ursprung und ihr Dasein. Im südlichen Elsass wird derBuchs wagenladungenweise den dortigen Beständen entnommen und dient dort, wie auch anderwärts zur Aus.schmückung von Häusern und Zimmern. Zur Gewinnung von Brennmaterial wird der Strauch noch gegenwärtigim Neuenburger Jura geschneitelt. In den Vogesen band man früher aus den im Herbste geschnittenen ZweigenBesen, die gegenwärtig aber durch Reisigbesen ersetzt worden sind. In den Sevennen dienen die Zweige alsEinstreu für das Vieh und liefern dann einen sehr geschätzten Dünger. Die Samen können zur Bereitungeines kaffeeartigen Getränkes verwendet werden. — Teratologische Missbildungen am Buchs sind selten und be.schränken sich auf die spiralige Anordnung der Laubblätter, auf die Gabelung der Laubblattspitzen und die Drehungder Zweigzwischenglieder. — Einer der wichtigeren auf Buxusblätter auftretenden Pilze ist die Puccinia büxiDC., die im Frühsommer schwarze oder rotbraune Linien und Punkte auf der Blattoberseite verursacht und,ohne eines anderen Wirtes zu bedürfen, ihre ganze Entwicklung auf Buxus durchläuft. Von den zahlreichenAscomyceten seien genannt; die schwarze Punkte erzeugende Phyllactinia corylea (Pers.), die schon inden interglazialen Ablagerungen von Noranco bei Lugano nachgewiesen wurde (Gams), ferner Guignärdia