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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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Ursi karminrot im ersten, blauschwarz im zweiten Falle gefärbt werden (Tunmann). In früheren Zeiten wurdeder Buchs nach Hugo Schulz als Ersatz für das von Guajacum officinale L. und G. sanctum L. stammendeGuajakholz (vgl. pag. 39) empfohlen und bei Gicht, Rheumatismus und veralteter Lues, chronischenHautkrankheiten und (als Chinin»Ersatz) Wechselfieber verwendet. Folgen dieser ungeeigneten Anwendungsind neben Erscheinungen, die an den sog. Chininrausch" erinnern, Magen» und Leibschmerzen, sowieDurchfall und Erbrechen, was allerdings vielleicht auf die nicht genügende Reinheit der angewandtenPräparate zurückgeführt werden könnte. Der Geschmack der Laubblätter ist sehr unangenehm. Die Ho»möopathie stellt aus den frischen, beblätterten Sprossen eine Essenz her. Auch als gelindes Abführmittelwurde der Buchs früher verwendet. Die Römerscheinen die Pflanze kaum als Droge gekannt zuhaben, da sie trotz der zahlreichen, hinterlassenen,ärztlichen Schriften scheinbar nur bei Strabo(60 v. Chr. bis 20 n. Chr.) verzeichnet ist. Hingegendiente die verwandte Buxus longifolia Boiss.,im Talmud als te' aschschür bezeichnet, den Judenals diätetisches Mittel 1 ). Das Holz ist sehr dicht undgleichmässig gebaut, gelb, ausserordentlich feinfase-rig, von hornartiger Beschaffenheit, beinhart, ausge»zeichnet spaltbar und durch sehr enge Gefässeausgezeichnet. Die Aeste besitzen gleich denenvon Rhododendron, aber im Gegensatze zu denenaller anderen Laubhölzer, einen hypotropen Holz»körper, d. h. der Holzzuwachs an den Untersei»ten der Aeste und Zweige ist stärker als an denOberseiten und entspricht dadurch den Wachs»tumserscheinungen, wie sie bei Nadelhölzern dieRegel sind. Das spezifische Trockengewicht be»trägt 1,20 bis 1,26, das Lufttrockengewicht 0,99bis 1,02. Das Holz ist also schwerer als Wasser,sodass die aus Buchs gefertigten Gegenstände imWasser untersinken. Es wird besonders benütztzur Herstellung von Holzschnittstöcken, Blas»

Instrumenten (Flöten und Klarinetten), Büchsen,

Tintenfässern, Dosen, Kämmen, Mal» oder Schreib»tafeln (in Griechenland), Figuren, Tischlermass»

Stäben, Pfeifenköpfen usw. Das Buchsbaumholzdes Handels stammt hauptsächlich aus derTürkei, dem Kaukasus und Armenien. Im Jahre 1876 wurden, zumeist für die Herstellung von Weberschiffchenbestimmt, nach England aus dem pontischen Gebiete mehr als 10000 Tonnen verfrachtet. Die kaukasische Aus»fuhr des Jahres 1887 belief sich auf etwas über 1000 Tonnen und stellte einen Wert von fast 170000 Rubel dar. DieHandelsware ist selten länger als 2m; die meisten Holzstücke sind etwa 1 m lang, haben am dicken Ende etwa15 cm Durchmesser und zeigen in ihrem Gesamtumriss keulenförmige Gestalt. Das Holz ist bereits so teuer, dassdie Bäume oder Sträucher ganz ausgegraben werden und auch die Wurzel Verwendung findet 2 ). Seit 1899 sind dieBuchsbestände in Russland ganz geschützt und nur die Entnahme von Bruchholz und schadhaften Bäumen ist gestattet').Versuche, den das beste Holz liefernden türkischen Buchsbaum nach Süd» und Westeuropa zu verpflanzen, habennach Kronfeld (Mitteilungen der Deutschen Dendrologisdien Gesellschaft, 1917) zu keinen befriedigendenErgebnissen geführt. Bereits in der neolithischen Zeit wurde das kostbare Holz zu mannigfachen Zwecken ver»wendet und Werkzeuge, Flöten, Schmuckkästchen, Arzneigefässe, Götterbilder, Tafeln und selbst Türpfostendaraus gefertigt 4 ). Schon in der Ilias wird erzählt, dass das Joch der Maultiere des troischen Königs

') Aus dem Holze wurden wie aus dem von Buxus sempervirens Tintenfässer, Kämme, Löffel,Gabeln usw. hergestellt.

s ) Als Ersatz für Buchs kommt das Holz der westindischen Aspidosp6rma Vargäsii (Apocynaceae) undverschiedener australischer Pittösporum»Arten in den Handel.

*) Neuerdings ist der Buchs auch im Gemeindegebiete von Langenbruch (Basler Jura), zusammen mitder Eibe, der Hirschzunge, dem Frauenschuh, Daphne Cneorum und Gentiana acaulis, geschützt worden.

4 ) Artefakte römischer Herkunft aus Buchsholz wurden nach Ernst Neuweiler in Windisch (Vin»donissa) bei Brugg in der Schweiz aufgefunden.

Fig. 1813. Buxus sempervirens L. Verwildert oder angepflanzt beiBregenz. Phot. Bernhard Ross, München.