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CCCCLIV. BÜXUS 1 ) L. Buchs bäum. Franz.: Buis; engl.: Box; ital.: Bosso,
bossolo.
Sehr ästige, bisweilen baumförmige, kahle Sträucher. Laubblätter kurz gestielt, leder»artig, immergrün, fiedernervig. Blüten eingeschlechtig, in seitenständigen Köpfchen (Fig. 1810n)oder Aehren; die weiblichen im Blütenstand endständig, die männlichen seitlich (Fig. 1809 b),zahlreich. Männliche Blüten ohne Vorblätter, mit 4=blätterigem Perianth (Fig. ISlOd). Staub=fäden dicklich, zuletzt zurückgekrümmt, Rudiment des Fruchtknotens gestutzt oder 3=lappig.Weibliche Blüten (Fig. 1809 c und k) mit Vorblättern und wechselnder Zahl von Perianthblättern.Fruchtknoten 3=fächerig; Griffel kurz, dick. Kapsel eiförmig, durch die bleibenden Griffel3=hörnig (Fig. 1810 g, h), bisweilen mit 3 mit dem Griffel abwechselnden Protuberanzen, fach»spaltig aufspringend; Klappen durch die gespaltenen Griffel 2=hörnig (Fig. 1810h, i); Perikarphart; Endokarp dünn, sich zuletzt lösend. Samen glänzend, 3=kantig, mit kleiner Caruncula;Nährgewebe fast fleischig.
Die Gattung umfasst 20 Arten, die sich auf 2 Sektionen verteilen! 1. Sektion Tricera Sw. (alsGattung) mit etwa 11 Arten, durch lockere, fast traubenförmige Aehren und schmale Perigonblätter ausge»zeichnet (heimisch auf den Westindischen Inseln); 2. Sektion Eubüxus Baill. mit etwa 9 Arten 2 ) durch dickeAehren und breite Perigonblätter kenntlich (in der Alten Welt heimisch). Von der letztgenannten Sektion lebendie meisten Arten in Gebieten mit sehr altertümlichen Floren, so Buxus Madagascärica Baill. auf Mada«gaskar, B. Hildebrdndtii Baill. auf Sokotra, B. Japönica Müll.»Aarg. in Japan, B. Wallich idna Baill.,die vielfach als eine geographische Rasse der submediterranen B. sempervirens angesehen wird, im nordwestlichenHimalaya, B. longifölia Boiss. im nördlichen Syrien, B. Baleärica Willd. in Südspanien, auf den Balearenund auf Sardinien. Auch die neuerdings entdeckten chinesischen Arten besitzen nach C. K. Schneider wahr»scheinlich gut umschriebene Verbreitungsgebiete. Hin und wieder sind in Gärten und Kalthäusern anzutreffen!Buxus Baleärica Willd. Raschwüchsiger Strauch oder kleiner Baum mit im Mittel 3 bis 4 cm langen,unterseits meist deutlich fiedernervigen Laubblättern. Blüten grösser als bei Buxus sempervirens, gelb, starknach Jasmin duftend. Kelch etwa 5 mm lang. Griffel so lang wie der Fruchtknoten, an der Frucht nur malso lang als die Kapsel. Männliche Blüten gestielt. In Südspanien, auf Sardinien und auf den Balearen heimisch, abernach Feucht auf Mallorca heute infolge des Raubbaues sehr selten. In günstigen Lagen des Gebietes (z.B.in Rovereto in Südtirol, in Anlagen von Heidelberg) gezogen; liebt mildes Seeklima. — Aehnlich ist B. long!«fölia Boiss. aus den Gebirgen von Syrien. Zweige kahler. Laubblätter schmäler, 2,5 bis 4 cm lang und 7 bis12 mm breit. Männliche Blüten 2 mm lang gestielt; innere Perigonblätter schmal-oval, etwa 5 mm lang. Staub»beutel kürzer als bei B. Balearica. Frucht ohne die 4 bis 5 mm langen Griffelhörner 8 mm lang. Hierzu gehörtnach C. K.Schneider wahrscheinlich auch der sehr ähnliche B. Fortunat Carr. aus China. — B. JapönicaMüll.«Aarg. Aehnlich B. sempervirens var. arborescens. Zweige kahl. Laubblätter kurz gestielt, 1,7 bis2,8 cm lang und 8 bis 18 mm breit. Männliche Blüten sitzend, mit rudimentärem, den inneren Perigonblätternetwa gleichlangem Fruchtknoten. In Japan und vielleicht auch in China heimisch. Wird in Gärten vielfachals B. obcordäta oder B. Fortundi gezogen. Hierher dürfte auch B. microphylla Sieb, et Zucc. zustellen sein, ein bis meterhoher Kleinstrauch Japans, dessen verkehrt>eiförmige bis spatelige Laubblätter bis2 cm lang und 8 mm breit werden. Blüht erst im Mai.
1862. Buxus sempervirens L. Buchs. Franz.: Buis benit, in der Westschweiz Boui; engl.:
Box; ital.: Bosso, bossolo, mortella (im Tessin martell). Fig. 1809 bis 1813.
Das Wort Buchs (mittelhochdeutsch buhs) ist aus dem griech..lat. büxus entlehnt. Die niederdeutscheForm ist Bussboom, Buskboom, die schweizerische Bochs. Besonders in Westdeutschland bildet derBuchs einen selten fehlenden Bestandteil des „Palms" (Bd. III, pag. 35), daher der Strauch dort Palm(e)genannt wird.
') Vom griech. nvlos [pyxos] = Buchsbaum bei Aristoteles und Theophrast; ob davon nviis [pyxi's]= Büchse abzuleiten ist oder ob das Wort dem Buchsbaum den Namen gegeben hat, ist unsicher. Tatsacheist jedenfalls, dass im Altertum das Buchsbaumholz u. a. zur Anfertigung von Arzneibüchsen verwendet wurde.
') Nach C.K.Schneider (Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, 1920) findensich auf Grund der neuesten Durchforschungen Chinas durch E. H. Wilson und andere botanische Reisendein diesem Lande bereits 10 Arten der Sektion Eubuxus; die Artenzahl dürfte sich also noch stark erhöhen.