Griffel aufrecht oder spreizend, lange erhalten bleibend. Frucht (Fig. 1803 g bis i) ansehnlich,etwas länger als breit, auf dem Rücken sehr wenig gewölbt, kantenlos (nach Glück) oder mitsehr seichter Längsfurche und mit abgerundeten Kanten (nach Hegelmai er), ziemlich dick undfast nussartig (nicht flach gedrückt), mit Resten der Griffel. — IV bis X.
Das Vorkommen dieser mediterran=atlantischen Art, die in Flandern, Westfrankreich und Sar»dinien vorkommt und ferner von der Insel Campell in Polynesien und der Antarktis angegeben wird, istfür Mitteleuropa zweifelhaft. Sie wird für Deutschland als unbeständig an 3 Stellen des Strömer Deichesbei Bremen angegeben (Buchenau»Focke, Flora von Bremen und Oldenburg, 1913). Die Tauchform iststets unfruchtbar, ebenso die Landform, die infolgedessen sehr schwer feststellbar ist, aber von Glückkünstlich erzeugt worden ist. — Glück unterscheidet folgende Standortsformen: f. submirsa Glück. Pflanzeganz untergetaucht. Alle Laubblätter lineal, 9 bis 3S mm lang und 0,5 bis 2 mm breit. Stets unfruchtbar.■— f. heterophylla Glück. Stets blühende und fruchtende Schwimmblattpflanze. Schwimmblätter 4 bis9,5 mm lang und 2 bis 7 mm breit. — f. terr£stris Glück. Stets unfruchtbare Landform von rasenartigemWuchs. Laubblätter lineal bis lanzettlich oder am Ende der Sprosse schwach spatelig, 2,5 bis 9 mm lang und0,4 bis 2,5 mm breit.
1861. Callitriche verna L. (= C. andrögyna L.). Frühlings»Wasserstern. Fig. 1802c,h, i, 1 bis q ; Fig. 1804di bis de und Fig. 1808.
Ausdauernde Tauch 5 oder Schwimmblattpflanze oder auch häufig 1 »jährige Landpflanze,mit Sternhaaren (Fig. 1802h). Stengel bis 35 cm lang. Wasserblätter (Fig. 1804d4 bis dß) lineal,an der Spitze seicht, nie zangenförmig ausgeschnitten, freudig grün, oberseits etwas dunklerals unterseits; Schwimmblätter stets in Rosetten (Fig. 1808d), spateiförmig, gegen den Grundstielartig verschmälert; Schwimm» und Luftblätter (Fig. 1804di bis ds) lineal bis lanzettlich;mindestens die über Wasser lebenden mit Spaltöffnungen. Blüten an den Tauchformen inder Regel fehlend. Vorblätter schwach sichelförmig, i 0,5 mm lang. Staubblätter 5 mm lang,nur anfangs aufrecht, später herabgeschlagen; Pollen kurz elliptisch, reichlich mit kleinenWarzen besetzt (Fig. 1802 g). Narben aufrecht oder leicht spreizend, etwa 2 mm lang, fädlich,lang erhalten bleibend. Frucht (Fig. 1808e bis h) klein (]), höchstens 1 mm lang, länger alsbreit, fast herzförmig bis oval, auf den RücJcenflächen und über den Nähten deutlich gefurcht;Klausen leicht gewölbt, an den Aussenkanten schmal und scharf gekielt, aber nicht geflügelt.— IV bis X.
In kleinen Gruppen oder vereinzelt, selten heerdenweise, in stehenden und fliessendenGewässern: Teichen, Seen, Tümpeln, Torfstichen, Gräben, Wasserlachen, Bachläufen, auf Schlamm«und feuchten Sandböden, auf Mooren, häufig auch auf feucht=schattigen Waldwegen. Von derEbene bis in die alpine Stufe: in den Bayerischen Alpen bis 1880 m, in Tirol bis 2200 m, inGraubünden bei Mörtels am Piz Corvatsch (mit Ranunculus flaccidus var. confervoides) bis2630 m (Braun» Blanquet).
Callitriche verna gilt im ganzen Gebiete als verbreitet und häufig, für Norddeutschland meist fürsehr häufig bis gemein (auch auf den Nordfriesischen Inseln). In Süddeuischland, wo sie ebenfalls als die ammeisten verbreitete Callitriche=Art angegeben wird, ist sie jedoch nach Glück die seltenste unserer heimischenArten. In Bayern fehlt sie im Randgebiete des Bodensees und ist für die Rhön zweifelhaft; im anschliessendenHügelland ist sie für Heimholz, Scheidegg und Oberstein festgestellt worden, im Juragebiet sehr zerstreut, imOberpfälzerwald und Fichtelgebirge zerstreut. In den Alpenländern ist sie nicht selten und in der oberenmontanen, subalpinen und alpinen Stufe die einzig auftretende Callitriche=Art. Die Verbreitung der Art seider Nachprüfung empfohlen!
Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa; Nordafrika; gemässigtes Asien undNordamerika, Chile (?).
Nach Glück bildet Callitriche verna folgende Standortsformen: f. subm6rsa Glück (= ± f. an«gustifölia Hoppe). Fig. 1808 m. Pflanze völlig untergetaucht und nur ausnahmsweise fruchtend. Laubblätterfast nur lineal, 6 bis 28 mm lang und 0,5 bis 1,6 mm breit. — f. stelldta Kütz. (= f. heterophylla Glück).