199
sehr hinfällig. Frucht (Fig. 1807d bis i) 1 mm lang oder länger, fast kreisförmig oder etwasbreiter als lang, stets scheibenförmig=plattgedrückt, mit flachen Seiten; Furchen auf den Rücken»flächen und über den Nähten sehr seicht; Klausen kaum gewölbt; Kanten fast rechtwinkeligabstehend, scharf und zumeist ungeflügelt (d. h. nicht durchscheinend), sehr selten geflügelt(vgl. var. capillaris). — IV bis X.
Herdenweise in stehenden und fliessenden Gewässern: Seen, Tümpeln, moorigenGräben, Bächen, nicht selten auch auf feuchtem Schlamm, Sand und Kies. Von der Ebenebis in die obere Bergstufe: im Riesengebirge bis 1000 m, in Vorarlberg bis etwa 1700 m.Gern auf nährstoffreichen Böden.
Die Verbreitung von C. hamulata bedarf namentlich für Oesterreich und die Schweiz eingehenderFeststellung. Das angeblich nur zerstreute Vorkommen in Süddeutschland wird von Glück nicht bestätigt,vielmehr die Art für dort als häufig bezeichnet (wenigstens für Bayern, Baden und die Pfalz). Für Elsass»Lothringen, sowie für das übrige Deutschland wird die Art als meist häufig, in Schleswig.Holstein z. 15. alszerstreut angegeben. — Für Oesterreich lauten die Angaben i in Böhmen zerstreut) in Mähren selten, z.B.bei Radeschin (Bez. Neustadtel), zwischen Leitomischl und Zwittau; in Vorarlberg bei Maria Grün unweitFeldkirch, im Schaanwalder Moor, bei Valduna(?), unterhalb dem Guschgfieljoch bei Nenzing zwischen 1600und 1700 m; in Salzburg seilen; für Tirol nach Dalla Torreund Sarnthein sehr fraglich, aber von Glückz. B. für Kitzbühel (bei Dalla Torre und Sarnthein unter C. autumnalis) festgestellt; in Steiermark in denAlpenvortälern sehr zerstreut, z. B. bei Stein a. d. Enns, bei Admont, am südlichen Randgraben des Hofmooresim Ingeringtal bei Seckau; in Krain. — In der Schweiz zerstreut und stellenweise fehlend, so z. B. um Bern;auch im Kanton Graubünden entweder ganz fehlend oder sehr selten; für Schaffhausen fraglich, um Baseldagegen häufig usw.
Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa (vom nördlichen Skandinavien bis Süd»italien und Sizilien, Island); Grönland.
Die Art lässt sich folgendermassen gliedern! f. genuina (Gren. et Godr.) (= f. heterophylla Glück).Fig. 1807 a, b. Obere Laubblätter länglich-verkehrt-eiförmig, rosettig genähert. So gern in moorigen Gräben.— f. homoiophylla (Gren. et Godr.) (= var. trichophylla Kütz., C6lak. p.p.). Fig. 1807 c. Alle Laubblätterlineal, sehr lang, an der Spitze zweispitzig. So in klaren und kühlen Gewässern. — f. t er r t; s t r i s Glück(= f. brachyphylla Kütz., = C. autumnalis Kütz. f. minüta Kütz.). Landform mit linealen oder lineal-lanzettlichen,4 bis S mm langen und 1,3 bis 2 mm breiten Laubblättern. — f. caespitösa Glück. Landform mit spateligen,4 bis 8 mm langen und 1 bis 2,2 mm breiten Laubblättern. — var. capilläris (Pari.). Laubblätter sehr lang,haarförmig. Klausen mit breiten Flügeln. Im Gebiete bisher nur bei Locarno (Tessin). Eine kritische Form.
Callitriche hamulata gehört nach Glück zu denjenigen Wasserpflanzen, die eigentlich auf der Grenzezwischen submersen und Schwimmblattgewächsen stehen und bei denen ein kleiner Anstoss von aussen genügt,um die Schwimmblätter in ihrer Entwicklung ganz oder grösstenteils zu hemmen. Kühl temperiertes Wasserkleiner Bäche oder rasch fliessendes Wasser oder eine beschattete Wasserfläche oder etwas zu tiefes Wasser(oft schon 50 bis 60 cm) lassen an vielen Standorten selbst ansehnliche Pfanzen nicht über das Blattstadiumhinauskommen. Häufig lassen sich am selben Orte Stöcke mit und ohne Schwimmblätter nicht weit voneinanderbeobachten, obgleich die Lebensbedingungen für beide nur geringe Unterschiede aufweisen können. Land-formen scheinen nicht häufig zu sein, lassen sich aber unschwer erzeugen. Die soziologische Zugehörigkeitder Art ist noch wenig geklärt. P. Allorge rechnet sie zur Scirpus fluitans-Potamogeton polygonifolius=As»soziation, in der sie neben Nitella opaca und N. translucens, Sphagnum cuspidatum-plumosum, Alisma natans,Potamogeton gramineus, Scirpus fluitans und Heliosciadium inundatum zu den Charakterarten gehört.
1S60. Callitriche obtusängula Le Gall. Nussfrüchtiger Wasserstern. Fig. 1803 g
bis i und Fig. 1804ci bis C7.
Ausdauernde Tauch» oder Schwimmblattpflanze oder 1 »jährige Landpflanze, mit Stern»haaren. Stengel bis 70 cm lang. Typische Tauchblätter (Fig. 1804C4, bis C7) schmablineal, l»nervig;Uebergangsblätter (Fig. 1804C3) lineal»lanzettlich, 3»nervig; beide Formen sehr zart, durchsichtig,sehr vergänglich; Schwimmblätter (Fig. 1804ci es) stets zu einem Stern genähert, ± spateiförmig,mit stets rundlich»rhombischer Spreite und + breitem Stiel; Luftblätter kurz=lineal oder lanzettlichbis spateiförmig, dunkelgrün, glänzend. Blüten nur (?) an den Schwimmblattformen. Vorblättersichelförmig. Staubblatt etwa 4=mal länger als die Vorblätter; Pollen länglich»ellipsoidisch.