Druckschrift 
5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
194
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

194

europäischen Flora zu zählen und ist namentlich in der Verbreitung und der Oekologie ihrer Arten nochwenig bekannt, worauf auch die neuesten Ausführungen von Glück hinweisen. Zur sicheren Bestimmungder Arten sind reife Früchte oft unbedingt erforderlich, da selbst halbreife häufig in der Form noch nicht ge-nügend entwickelt sind, während überreife wiederum durch die sich vorbereitende Auflösung der Frucht invier Klausen die ursprünglichen Umrisse verwischen und unkenntlich machen. In vielen Fällen ist es sogar,um über die Ausbildung volle Klarheit zu erlangen, dringend erwünscht, Querschnitte durch die Mitte derFrucht herzustellen. Vgl. auch C. A. J örgens en (Studies on Callitrichaceae Dansk Bot. Tidssktr., 1923).

1. Pflanze untergetaucht oder amphibisch lebend (im Wasser flutend, mit Schwimmrosetten oderausserhalb des Wassers auf Schlamm oder feuchtem Boden. Laubblätter, mindestens die über der Wasserober.

fläche lebenden, mit Spaltöffnungenund Sternhaaren und mikroskopischkleinen, köpfchenförmigen Schuppen,haaren, in der Form sehr vielgestaltig,aber am Grunde meist verschmälert,seltener lineal, 1. bis 3=nervig. Blütenam Grunde meist mit 2 Vorblättern.Pollenkörner reichlich kleinwarzig(Fig. 1802 g). Fruchthälften bei derReife mindestens in der Hälfte ihrerBreite verwachsen (Fig. 1802 a bis c)

(C. p a s t r is L.) 2.

1*. Pflanze vollständig unter,getaucht, keine Rosetten bildend,ohne Spaltöffnungen und ohne Stern,haare (nicht mit den Schuppenhaarenverwechseln!), meist reichlich fruch.tend. Laubblätter alle lineal oderfast lineal, oft gegen den Grundverbreitert, stets nur 1.nervig. Blü.ten am Grunde stets ohne Vorblätter.Pollenkörner glatt, ohne Wärzchen(Fig. 1802 f). Fruchthälften bei derReife durch zwei fast bis zur Mittel«achse vordringende Buchten getrenntund daher nur in der Mitte ihrerFlächen verwachsen (Fig. 1802 d).

C. autumnalis nr. 1857.

2. Früchte ziemlich dick, fast nussförmig. Reife Klausen mit deutlich abgerundeten oder ganz fehlendenAussenkanten C. ob t us a ngula nr. 1860.

2*. Früchte stets flach, scheibenförmig. Reife Klausen deutlich gekielt oder geflügelt 3.

3. Reife Klausen mit schmal gekielten Aussenkanten, nicht deutlich geflügelt 4.

3*. Reife Klausen deutlich gekielt und an ihrem ganzen Aussenrand deutlich durchscheinend geflügelt.

Frucht kreisrund. Vorblätter sichelförmig gebogen. Narbe aufrecht, sehr lang bleibend.

C. stagnalis nr. 1858.

4. Reife Frucht höchstens 1 mm lang, höher als breit, i oval. Klausen sehr schmalflügelig gekielt.Narben aufrecht, sich sehr lange erhaltend. Pollen elliptisch C. verna nr. 1861 -

4*. Reife Frucht grösser, meist etwas querelliptisch, kurz gestielt oder sitzend. Vorblätter stets hakig.Narben zurückgeschlagen, sehr hinfällig. Pollen fast kugelig C. hamulata nr. 1859.

Fig. 1803. Callitriche autumnalis L. a Habitus, b Laubblatt, c Zweigstückmit männlichen und weiblichen Blüten, d Frucht von der Breitseite, e Desgl. von derSchmalseite. / Desgl. im Querschnitt. Callitriche obtusangula Le Gall. ^Früchtvon der Breitseite, h Desgl. von der Schmalseite. I Desgl. im Querschnitt. Calli-triche cophocarpa Sendtner. k,l und m Frucht von der Breit- und Schmalseite, n Desgl.im Querschnitt, o Desgl. von oben ( c nach Leunis, d bis i nach Hegelmaier, kbis o nach Sendtner).

1857. Callitriche autumnalis L. non Kütz. (= C. virens Kütz., = C. hermaphroditica L.subsp. bifida [L.]). Herbst*Wasserstern. Fig. 1805a bis f und Fig. 1802d, f, k.Atisdauernde, zarte, stets untergetauchte Wasserpflanze, ohne Sternhaare. Stengel15 bis 50 cm lang, kahl. Laubblätter stets 1 »nervig, lineal oder lineahlanzettlich, am Grundemeist etwas verbreitert, sitzend, an der Spitze gestutzt, ± deutlich 2=zähnig (Fig. 1805 b), kahl,lebhaft grün ; Zellen der Epidermis der Blattunterseite gleich lang wie die der Oberseite, aber