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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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daher nur auf einer ganz schmalen Fläche zusammenhängend (Fig. 1803 e, f). Die Buchten bilden sich abererst beim Heranwachsen der Frucht. Zur Blütezeit sind die vier Furchen, welche die Klausen trennen, nochgleidi tief. Die Pseudocallitrichen blühen und fruchten stets nur unter Wasser (Hydrogamie). Die Eucallitrichenhingegen zeigen meist nur bei ihren nidit untergetauchten Formen Fruchtbildung. Ihre Blüten sind nach denUntersuchungen von T o m s e n in Neuseeland und von D e 1 p l n o und Werth in der Antarktis windblütig.Nach Kern er öffnen sich unterWasser angelegte Blüten überhaupt nicht und die geschlossenen Blüten fallennach einiger Zeit mitsamt dem eingeschlossenen Staubbeutel ab. Wenn nun, wie z.B. Vollmann und eineinziges Mal auch Glück beobachtet haben, trotzdem auch unter Wasser eine Fruchtbildung festgestellt werdenkann, so kann diese vielleicht durch die eigenartige Blütenentwicklung an den serialen Beisprossen erklärtwerden, da sich bei diesen, wie bereits früher ausgeführt wurde, bisweilen ein aus einer männlichen und einerweiblichen Blüte gebildetes Blütenpaar entwickelt, dem oft die Vorblätter ganz fehlen und das daher den Ein»druck einer Zwitterblüte hervorruft. Der Fruchtansatz ist meist reichlich und geht regelmässig vor sich. Dieweiblichen Blüten stehen in der Regel in den Achseln der tieferstehenden Laubblätter, die männlichen in denender höher oben entwickelten, sodass im allgemeinen Fremdbestäubung angestrebt erscheint; bisweilenkönnen aber auch auf die weiblichen Blüten wieder männliche folgen, oder es kann sogar ein mehrmaligerWechsel in der Geschlechterverteilung eintreten. Nach der Reifung der Früchte wird das fleischige Perikarpzerstört und die 4 kleinen, gelbbraunen Steinfrüchte mit lederiger oder pergamentartiger Schale werden frei.Obgleich diese von Kirchner alsSchwimmfrüchte" bezeichnet worden sind, besitzen sie doch keinerlei auf dasWasserleben deutenden Einrichtungen. Ihre Verbreitung erfolgt entsprechend ihrer Kleinheit und ihrer flachenForm leicht durch die Wasserbewegung, z. T. auch noch im Zusammenhang mit abgerissenen Stengelteilen.Auch Wasservögel tragen zur Verbreitung bei. Eine Samenruhe ist nicht erforderlich, ist aber bei spätgereiftenSamen die Regel. Die Keimung geht sehr rasch, unter günstigen Bedingungen in wenigen Tagen vor sich(Hegelmaier, Fauth, Kinzel) und, da die Fruchtreife teilweise bereits im Hochsommer erreicht wird, sotreten die am frühesten gekeimten Pflänzchen mit schon weit entwickelten Stengeln in den Winter ein, den sieunter Wasser sehr leicht überstehen. Zu Beginn der Keimung sind die Keimblätter noch in den Samenschaleneingeschlossen. Sie ergrünen bereits, so lange sie als Saugorgane dienen und nehmen kurz nach ihrer Befrei»ung aus den ihres Endosperms entledigten Schalenhüllen die Form kleiner, gewöhnlicher Laubblätter an, diesich rasch mit schleimabsondernden Drüsenhaaren bedecken. Nach Schilling dient diese Schleimhülle, dieauch an den Knospen und jungen Trieben älterer Pflanzen abgeschieden wird, als Schutz der überaus zarten,jungen Gebilde gegen Auswaschung der wertvollen Inhaltstoffe. Die Beurteilungen der verwandtschaftlichenBeziehungen der Callitrichaceen haben zu sehr verschiedenen Ergebnissen geführt. Lange Zeit wurde dieFamilie nach dem Vorgehen von Robert Brown, De Candolle u. a., denen sich auch der wichtigste Mono»graph der Familie, Hegelmaier, angeschlossen hat, in die nächste Nähe der Halorrhagidaceen gestellt oder vonBentham und Hooker ganz mit ihnen verschmolzen. Die bedeutenden Unterschiede zwischen beiden Familienhaben aber andererseits Richard, später auch Reichenbach, Baillon, Eichler u. a. bewogen, diese Stellungaufzugeben und sie in der Nähe der Euphorbiaceen einzuordnen, mit denen sie Aehnlichkeiten in der weit»gehenden Blütenrüdcbildung, in der Anheftung und Zahl der Samenanlagen usw., sowie hinsichtlich der Blatt«Stellung und Sternhaarbekleidung aufzuweisen haben. Daneben bestehen allerdings wiederum andere tiefgrei«fende Unterschiede, wie die im Baue des Fruchtknotens (Klausenbildung) und der Samenanlagen. Serodia»gnostische Untersuchungen derKönigsberger Schule" liegen noch nicht vor. Gelegentlich ist auch ein Anschlussan die Borraginaceen und Verbenaceen, sowie auch an die Caryophyllaceen versucht worden.

CCCCLIII. Calhtriche') L. Wasserstern. Franz.: Callitrique, etoile d'eau;engl.: Water star-wort; ital.: Erba gamberaja, stellaria aquatica 2 ).

Die fast kosmopolitische Gattung zerfällt in die beiden, oben eingehender in ihren Unterschiedengezeichneten Sektionen Eucallitriche und Pseudocallxtriche, in denen je nach der engeren oderweiteren Artfassung etwa 26 oder auch nur 2 Arten unterschieden werden. In Mitteleuropa finden sich beideSektionen, die Pseudocallitrichen mit C. autumnälis L., die Eucallitrichen mit C. stagnälis Scop., C.v6rna L. und C. hamuläta Kütz., zu denen als zweifelhaft noch C. obtusängula Le Gall kommt.Häufig werden die Arten der letzteren Sektion (wenigstens die europäischen) unter der Bezeichnung C. pa»1 ü s t r i s L. zusammengefasst. Die Gattung kann sich nicht rühmen, zu den gut bekannten Genera der Mittel»

') Abgeleitet vom griech. xatäos [kdllos] = Schönheit und 9-qi £ [thrix], Genetiv tqi / os [trichös] = Haar ;also Schönhaar. Bei Plinius der Name für das von Felsen herab wallende Adiäntum Capillus V6neris.

*) Dieselbe Bezeichnung besitzt die Pflanze in der vorlinn&schen Nomenklatur, z. B. bei H o f f m a n naus Altdorf in Franken 1672.