Druckschrift 
5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
188
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

früchte abgerundet. Samen 1,5 mm lang und 0,9 mm breit, vierkantig, \varzig=höckerig, an=fangs gelblich, später braunschwarz, mit kleiner, nierenförmiger Caruncula. V bis XI.

Gesellig auf lehmigen Aeckern, Stoppelfeldern, Oedland, Wegrändern, zwischen Bahn»geleisen, auf Schutt; in der Ebene und im Hügelland (in der Schweiz bis etwa 1050 m aufsteigend).

Im Gebiet verbreitet, aber stellenweise sehr zerstreut, im Nord westdeutschen Flachland kaum ein.heimisch und meist unbeständig (Rodenkirchen, Elsfleth, Varel, Celle, Drakenburg, Hoya, Nienburg), in Schleswigbisher noch selten im Südosten, aber sich allmählich nach Norden und Westen ausbreitend (auf Helgoland inneuerer Zeit eingeschleppt), ostwärts im diluvialen Gebiete des nordöstlichen Flachlandes stellenweise gemein,an anderen Orten sehr zerstreut, gegen Nordosten immer seltener werdend und im Weichseigebiel bei Thornund Marienberg endigend. In Bayern im Alpengebiete, im Bayrisch-Böhmischen Walde und im Oberpfälzerwald

ganz fehlend, im voralpinen Moränengebiet nur sehr zerstreut bei

v. rf » '< Lindau, Oberreitnau, Humbertsweiler, Memmingen, Kaufbeuren,

Starnberg, zwischen Fei da fing und Tutzing, Gaissach bei Tölz, Bahn='-i-CÜ// hof Tölz (adventiv), zwischen Bruckmühl und Vagen, um München

bei Trudering, Taufkirchen, Harlaching und Milbertshofen,Bernau, zwischen Laufen und Surheim, am Bahndamm zwischenGeltendorf und Schwabhausen, in den übrigen LandesteilenJW" verbreitet; in Württemberg häufig; in Baden verbreitet; in

Elsass.Lothringen gemein in der Ebene und im Hügelland; imMittel, und Linterrheingebiet häufig, nur am Niederrhein zer.streut; in Westfalen häufig, fehlt aber bei Winterberg undDellbrück:; in Hannover verbreitet nur im Süden, auch imRegierungsbezirk Osnabrück nur im südlichen Teil, im Re.\Y gierungsbezirk Lüneburg bei Celle unbeständig, bei Missburg,

h Höver, Ahlten, Kronsberg, Sehnte; in Schleswig-Holstein im

Ifer Osten bis Eckernförde, weiter nördlich verschleppt (bei Preetz

[r schon 1822), auf den Nordfriesischen Inseln fehlend; in Thü-

1) ringen und Sachsen häufig, im südlicheren hügeligen Teil des

Y nordostdeutschen Flachlandes meist häufig, an der westpreus«

\ sischen Ostseeküste bei Westerplatte und Neufahrwasser un.

i/ weit Danzig und in der Danziger Niederung, In Schlesien ver»

Fig. 1799. Euphorbia exigua L. Habitus einer sehr breitet. In Oesterreich und in der Schweiz verbreitetverzweigten Spätherbstpflanze. meist sehr häufig, aber im Alpengebiete stellenweise selten.

Allgemeine Verbreitung: Durch den grössten Teil von Europa, von Englandüber Dänemark, Südsdiweden bis Mittelrussland und von Spanien bis Griechenland; auf denKanarischen Inseln, in Nordafrika und Kleinasien.

Die an der Blattgestalt unterschiedenen Formen gehen z. T. ineinander über; jedoch ist der Typus(f. acuta L.) in Deutschland fast ausschliesslich vertreten, während die 1. retusa Roth vereinzelter festgestelltworden ist, die f. diffusa Jacq. mit den 3-spitzigen Laubblättern eine südliche, im Norden kaum und dann viel,leicht nur adventiv auftretende Form darstellt.

Euphorbia exigua, von Thal (Harzflora, 1577) als Tithymalus leptophyllus Matthioli, vonCamerarius 1611 in Matthiolis Kräuterbuch (3. Auflage pag. 425) als Tithymalusminor bezeichnet und vor«trefflich abgebildet, ist ein als vielerorts verbreitetes Unkraut und als häufige Ruderalpflanze auftretender Archäophyt,dessen Verbreitung gegen Norden (vgl. oben) noch nicht abgeschlossen ist. Die Pflanze erscheint oft in grossenMengen auf kiesig-sandigen Feldern zusammen mit Scleranthus annuus und Spergularia arvensis. Auf Rüben-feldern stellt sie sich nach Beendigung der bis zum Frühsommer währenden häufigen Bodenbearbeitung zu«sammen mit Sinapis arvensis, Linaria vulgaris, Stachys paluster, Equisetum arvense, Anagallis arvensis, Roripasilvestris, Potentilla Anserina, Falcaria Rivini, Sonchus arvensis, Plantago media, Solanum nigrum, CapsellaBursa pastoris, Euphorbia Esula, Senecio vulgaris, Panicum Crus Galli, Chenopodium album und etwa Mer-curialis annuua ein. Auf Stoppelfeldern bei Auspitz in Mähren ist sie mit Stachys annuus, Aethusa Cynapium,Euphorbia falcata, Delphinium Consolida, Nigella arvensis, Campanula rapunculoides, Trifolium agrarium, Sonchusoleraceus, Setaria glauca, Galeopsis angustifolia, Reseda lutea, Erodium cicutarium, Thymelaea Passerina, Ca-lamlntha Acinos, Linaria spuria, Ajuga Chamaepitys, Diplotaxis tenuifolia u. a. zu finden (Laus). Sie meidet auchChlornatrium.haltige Böden nicht und gesellt sich, wenn auch selten, z. B. an der nördlichen Westküste der InselPoel (Mecklenburg) mit Arenaria serpyllifotia, Stellaria media, Papaver Argemone, Anagallis arvensis, Gna-phalium uliginosum, Matricaria inodora u. a. zu halophilen Strandpflanzen wie Atropis distans, Triticum