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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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(häufig bei Metz), in der Pfalz bei Zweibrücken (mehrfach), Hornbach, Contwig, Blieskastel und Leistadt, imTaunus bei Königstein, Rothenburg a. d. Fulda, Schwarzenhasel, Lischeid, Hanau, Röhrig und Lochborn, in derRheinprovinz bei Gerolstein, Merzig und Saarbrücken; ausserdem in Luxemburg zwischen Wasserbilig, Mompachund Lellig. In Oesterreich völlig fehlend. In der Schweiz bei Fleurier im Neuenburger Jura(wenigstens früher) und im Berner bezw. Basler Jura (namentlich bei Pruntrut).

Allgemeine Verbreitung: Britische Inseln, Frankreich, Belgien nördlich undöstlich bis zum belgischen Juragebiet, Luxemburg, Westdeutschland, Nord westschweiz, Spanien.

Ziemlich veränderlich: var. oväta Rouy et Foucaud. Flügel oval, stumpf. Ob im Gebiet?f. genuina Rouy et Foucaud. Flügel ländlich-eiförmig, stumpflich bis spitzlich, etwas schmäler als die Kapsel.Verbreitetste Form. Hieher gehört meist: 1. rösea Freiberg. Blüten rosa. var. lanceoläta Rouy et Foucaud.Flügel länglich.lanzettlich, spitz, deutlich schmäler als die Kapsel. Zerstreut. f. Metönsis 1 ) Freiberg. JungeBlütenstände spitz pyramidal. Hochblätter z. T. länger als die Jungen Knospen, Spitze des Blütenstandes infolge»dessen schopfig erscheinend. Blüten (nur?) weiss. St. Quentin über Scy bei Metz. var. condensäta(Chodat) (= P. calcareum e minus Rouy et Foucaud). Rosettenblätter höchstens doppelt so lang als die Blätterder Blütenzweige. Blütenstengel kurz, ± dicht beblättert, kaum fingerlang, aufsteigend oder aufrecht. Jura. f. r i g e s c e n s Freiberg. Der vorigen Form ähnlich, aber die Blütenstengel verlängert, locker beblättert,steif aufrecht. Mehrfach in der Rheinprovinz.

Polygala calcarea gehört dem atlantisch»westmediterranen Element an. Sie findet sich fast ausschliesslichin Trockenwiesen vom Bromus erectus»Typus oder nahe verwandten Gesellschaften. In der Garide (= Steppen»heide im Sinne von Gradmann) Badens erscheint sie nach Oltmanns (Das Pflanzenleben des Schwarzwaldes,1922) zwischen niederem, offenem Gebüsch von Quercus pubescens, Berberis vulgaris, Viburnum Lantana,Cornus sanguinea, Coronilla Emerus, Acer campestre, Rhamnus cathartica, Sorbus Aria usw. in den Trocken»rasendecken eingeschalteter Lücken, zusammen mit Brachypodium pinnatum, Koeleria glauca, Carex humilis undC. gynobasis, Phleum Boehmeri, Thalictrum saxatile, Helleborus foetidus, Fragaria collina, Helianthemum vulgare,Bupleurum falcatum, Libanotis montana, Peucedanum Oreoselinum, Seseli Hippomarathrum und S. coloratum,Viola collina, Vincetoxicum officinale, Stachys rectus, Teucrium Chamaedrys, Veronica spicata, Scabiosasuaveolens, Lactuca virosa und L. Scariola u. a. m. P. calcarea zeichnet sich durch die auslauferartigen, nieder-liegenden Stengel aus, die sich rings um den verholzenden Erdstock ausbreiten, Rosetten bilden und aus diesenblattachselständig wiederholt in gleicher Weise neue anzulegen vermögen. Die Pflanze erlangt dadurch einendichten, runden, rasenförmigen Wuchs (Fig. 1732a). Die Rosetten überdauern den Winter; die Erneuerungs»knospen bilden sich unterirdisch (Fig. 1732d); die Pflanze besitzt dadurch eine Lebensform, die halb chamä»phytisch, halb hemicryptophytisch ist.

Im Gebiete nur in Krain und zwar auf den Schneeberg beschränkt, findet sich die Rasse P. CroäticaChodat, ein bis Serbien und Albanien verbreiteter Formenschwarm systematisch unsicherer Bewertung. DiePflanze aus Krain gehört zur var. mülticeps Beck (= P. multicaülis Kit.). Die Rasse unterscheidet sichvon P. calcarea s. str. durch den Mangel deutlich ausgeprägter Laubblattrosetten; ihre Laubblätter sind wenigzahlreich, elliptisch-lanzettlich, die Stengelblätter bei unserer Pflanze breitlanzettlich, 4 bis 6 mm breit und 3 bis4mal länger, spitz bis zugespitzt; Flügel schmäler und kleiner, spitz, die reife Kapsel nicht völlig deckend.Am Schneeberg tritt sie als Begleitpflanze der Edraianthus graminifolius (Bd. VI, pag. 389) auf.

1819. Polygala amära L. Bittere Kreuzblume. Taf. 176, Fig. 4; Fig. 1733 und 1734.

Ausdauernde, 5 bis 20 cm hohe Pflanze mit spindelförmiger Wurzel und meist reich*ästigem Erdstock, infolgedessen rasenbildend. Stengel meist unverzweigt oder schwach ästig, kahloder am oberen Teile fein flaumig, am Grunde mit deutlicher Blattrosette. Rosettenblätter elliptischbis verkehrt«eiförmig, meist 1,5 bis 3,5 cm lang und 6 bis 10 mm breit, am Grunde keil=förmig, oben abgerundet bis etwas spitzlidi; die unteren Stengelblätter i rundlich, am Grundeverschmälert, die oberen lanzettlich bis länglich oder länglich, länger, alle kahl, galligbitterschmeckend. Blütenstand meist reichblütig, anfangs dicht, pyramidal oder stumpf, bisweilenschwachschopfig, später sich auflockernd, bis 17 cm lang werdend. Tragblätter länger oderkürzer als die Blütenstiele, (seitliche) Hochblätter noch kürzer; alle häutig, ± hinfällig, farblos odergefärbt. Blüten blau, violett, rot, weiss oder gescheckt. Aeussere Kelchblätter kahnförmig,mit grünem Mittelnerv und oft noch 2 Seitennerven. Flügel elliptisch bis länglich=eiförmig,

') Nach der Stadt Metz benannt.