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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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8 cm lang, von Deckblättern schopfig überragt. Kronblätter blassrötlich; Flügel gelblichweiss, von grünlichenAdern durchzogen. Heimat: Nordamerika vom atlantisdien Ozean bis Texa-- (34° bis 52° nördl. Breite).Diese im Unterwuchs trockener, lichter Wälder lebende Pflanze liefert die offizineile Rädix S6negae (Pharm.Germ., Austr. et Helv.), ein beliebtes Lösungsmittel bei Affektionen der Atmungsorgane, das in Form vonAbkochungen oder als Pulver gegeben wird. Audi als Schweiss und Wasser treibendes Mittel findet es Ver"wendung und wird (wohl aus diesem Grunde) bei Vergiftungen infolge Sdilangenbiss benützt. Die Homöo.pathie bereitet aus der getrockneten Wurzel eine Tinktur. Die Wurzel kann auch als Seifenersatz dienen.Die in der Droge wirksamen Stoffe sind vor allem das Glykosid Senegin (Cis Has Oio ) und Polygalasäure, fernerein ätherisches Oel, das aus Acetylsalicetat und einem Ester der Baldriansäure besteht. Das Oel geht beilängerem Lagern verloren. Stärkere Beimischungen von Stengelteilen vermindern durch den Gehalt an Saponinden Wert der Droge. Verunreinigungen dieser Art lassen sich nach E. Steiger (Beiträge zur Morphologie derPolygala Senega L., Berlin, 1920) leicht an der Gegenwart weisser, stark lichtbrechender, unverholzterBastfasern erkennen. Die Wurzel selbst besitzt als gute Merkmale tiefe Längsrunzeln und Höcker undbesonders im oberen Teile halbringartige Wülste und tiefe Einschnürungen, letztere aber nur auf einerSeite, während die Gegenseite dafür eine häufig scharf hervortretende Schwiele (den sogenannten Kiel) trägt.P. Senega ist ein altes Volksmittel der Senekaindianer, eines Irokesenstammes Nordamerikas 1 ), die sie gleichden Wurzeln von Aristolochia Serpentaria gegen Schlangenbisse verwenden. In die Schulmedizin wurdesie 1735 durch den schottischen Arzt John Tennent in Philadelphia als Mittel gegen Brustkrankheiten ein»geführt, der 1738 eine ProbeRattie snake root" an das Gouvernement sandte, nachdem schon John Ray diePflanze 1704 als Pldntula maryländica in seiner Histöria plantdrum (Suppl.) erwähnt und der Nürn«berger Arzt Jakob Trew (Treu) sie 1734 als Senegau abgebildet hatte. Sie kam durch Ph. Miller 1759 inenglische Gärten, verschwand aber infolge Kulturschwierigkeiten bald wieder daraus. Linn6 nannte sie 1749Polygala marildndica und widmete ihr eine zusammen mit Kiernander verfasste Abhandlung in denAmoenitates. Sie steht bereits in der Pharmac. helv. 1771 als Seneka oder Sennegar, aber Murray sahsie 1779 nur in wenigen Apotheken. Sie erscheint dann 1784 in der Taxe von Lübeck und 1799 in der von Hannoverals Radix Senekae. In den nordamerikanischen Arzneimittellehren fehlt sie in Cutlers Vegetable product1784, findet sich aber bei Schöpf, Cullen 1789 und Bartoon 1798 (vgl. Tschirch, Handbuch der Phar»makognosie, sowie Steiger). Der gegenwärtige Bedarf Deutschlands an Senegawurzeln beträgt etwa 25000 kg,die durch Sammler zusammengebrachte amerikanische Mittelernte etwa 100000 kg. Kulturen sind schwierig zuerziehen, aber seit 1904 in Washington und seit neuerer Zeit auch in Zofingen in der Schweiz zu finden. AlsParalleldrogenpflanzen, die aber geringeren Wert besitzen, kommen wahrscheinlich P. t e n u i f ö 1 i a Link (JapanischeSeneka) und P. älba Nutt. (Falsche oder Weisse Seneka) in Betracht. Als Ersatz für die Radix Senegae wirdneuerdings von Wiener Aerzten Rädix Primulae empfohlen (Ross, H. Heil» und Gewürzpflanzen, 1920). Diein Costarica einheimische P. Costaricensis Chodat liefert ein gutes Ersatzmittel für Ipecacuanha. Diewestafrikanische, krautige P. butryäcea Hede wird der schwarzbraunen, glänzenden, mit einem Haarschopfversehenen Samen wegen angebaut (z. B. in Togo). Diese enthalten ein zwischen 35° und 52° schmelzendes,butterartiges Fett (Malukangfett") s die Rindenfasern dienen zur Hersellung von Netzen und Schnüren. P.inetöria Vahl aus Arabien soll einen indigoartigen Farbstoff liefern. P. Sibirica L., eine in Sibirienweit verbreitete Art, tritt in Europa nur auf einer kleinen, etwa 6,5 ha grossen Fläche in Ost»Ungarn unweitMagashegi (Hohenberg) bei Szascsanäd auf und ist dort von der ungarischen Regierung unter Schutz gestelltworden. Adventiv wurden im Mannheimer Hafen aufgefunden: die ostmediterrane P. rösea Desf., dieitalienische P. flav6scens DC. und die südamerikanische P. paniculdta L., in Ludwigshafen die nord»amerikanische P. cruciätaL. Die Keimung der myrmekochoren Samen einiger Polygala»Arten ist vonKinzel untersucht worden. Dabei hat sich gezeigt, dass sowohl P. amara als auch P. vulgaris nur im Lichtzu keimen vermögen und dass ihre Keimung verzögert ist, d. h. dass sich zwischen die Sprengung der Samen»schale und die spätere Bildung von Würzelchen und Keimblättern eine lange Ruhepause einschiebt. Bei P.amara betrug das Keimergebnis nach einem Jahr 40°/o. P. Chamaebuxus bedarf einer längeren Samenruheund besitzt eine ähnliche, aber noch mehr verzögerte Keimung. Die Sprengung der Samenschale wird durchFrosteinwirkung gefördert. Die Samenschalen gehen nach Copper aus einem Integument hervor und be»stehen aus zwei äusseren und zwei inneren Zellreihen. Die Epidermis des äusseren Integumentes wird zurhaartragenden Epidermis ausgebildet, die zweite Zellreihe bildet die Palisadenschicht j. das innere Integumentobliteriert. Die von Focke aufgestellte und von Pfeffer übernommene Vermutung, dass die einheimischenPolygala«Arten, weil sie nicht leicht zu kultivieren sind, Wurzelparasiten seien, ist sowohl von Heinricher,als auch von Stahl widerlegt worden. Haustorien fehlen dem Wurzelstock vollständig; hingegen sind dieWurzeln mit Wurzelpilzen behaftet. Heinricher insbesondere hat gezeigt, dass unsere Arten mit Aus«

') Bekannt auch dadurch, dass diese 1923 beim Völkerbund in Genf vorstellig wurden.