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CCCCL. Polygala 1 ) (Tournef.) L. (= Polygalum Buchenau). Kreuzblume.Franz.: Herbe au lait, laitier; engl.: Milkwort; ital.: Poligala.
Einjährige bis ausdauernde Kräuter, Halbsträucher und Sträucher, selten Bäume. Laub*blätter Wechsel», gegen« oder quirlständig, ungeteilt. Nebenblätter vorhanden oder fehlend.Blüten meist in Trauben, median=zygomorph, zwitterig (Fig. 1720 a). Kelchblätter ungleich, die3 äusseren kelchblattartig, die 2 inneren viel grösser, kronblattartig („Flügel"). Kronblätter 5oder meist durch Reduktion der beiden seitlichen nur 3, mit»einander und mit den Staubblättern verbunden; das vordere ge=stielt, rinnig, vorn oft mit lappigem oder fransigem Anhängsel(„Kamm"); die beiden hinteren meist untereinander frei und meistmit dem Kelch verwachsen. Staubblätter in der Regel 8, seltenweniger, in 1 oder 2 Gruppen verwachsen; Staubbeutel mit 4(z. B. bei P. myrtifolia) oder (bei allen unseren Arten) durch zu=nehmende Reduktion der unteren 2 Pollenfächer mit 3 (von unserenArten P. Chamaebuxus; Fig. 1720 c) oder mit 2 Pollenfächern (unsereübrigen Arten). Diskusring dem Staubblattkreise zugehörig, oft zueiner Drüse reduziert (P. Chamaebuxus) oder ganz fehlend (unsereübrigen Arten). Fruchtknoten oberständig, sitzend oder gestielt, aus2 median gestellten, parallel zur längeren Achse zusammengedrücktenFruchtblättern verwachsen, 2=fächerig mit je einer hängendenSamenanlage; Griffel verschiedenartig gestaltet, gerade odergekrümmt, vorn oft mit einer löffeiförmig gestalteten Grube.
Frucht eine senkrecht zur kürzeren Achse zusammengedrückte,fachspaltige, meist verkehrt=herzförmige, 2=samige Kapsel (Fig. 1724 d).
Samen eiförmig, rundlich oder kurz keilförmig, am Grunde meist miteinem 3=lappigen Anhängsel (Caruncula); Nährgewebe fehlend oderhart und ölhaltig.
Die Gattung P o 1 y g a 1 a ist die umfangreichste der Familie und zähltmehr als 450 Arten, von denen 9.20 in Amerika vorkommen und nur wenigein Australien endemisch sind. Chodat (Monographia Polygalacearum, 1893)gliedert sie in 10 Sektionen, von denen in Mitteleuropa nur die Sektion Cha«maebüxus (mit P. Chamaebuxus) und die Sektion Orthopolygala (= P oly=galon DC.) mit dem Rest der einheimischen Arten vertreten sind. Die SektionChamaebuxus besitzt etwa 23 Arten in der Nordhemisphäre von Amerika,
Asien und Europa und reicht in Afrika bis in das Kaplandj die Sektion Fi g- 1721. Polygala myrtifoliaOrthopolygala besitzt unter ihren etwa 350 Arten viele amerikanische Glieder, L ' " SeH'e.^^Bmte^von^'vorn. 11 ^die anderen sind im ganzen Areal verbreitet. — Zusammen mit anderen süd.
afrikanischen Hartlaubsträuchern fand bereits um 1687 P. bracteol&ta L. als erste kapländische Polygala-ArtEingang in den Botanischen Garten zu Leyden; zur Renaissancezeit war sie auch als Gartenpflanze in Schlesienbekannt. — In Kalthäusern findet sich heute vielfach P. myrtifölia L. (Fig. 1721), ein 1 bis 2,5 m hoherHartlaubstrauch des Kaplandes mit ansehnlichen grossen, purpurroten Blüten, der bereits an der Riviera imFreien überdauert und dort stellenweise vollständig verwildert ist. Durch den Besitz von 4 Pollenkammernim Staubblatt zeigt diese Art den ursprünglichen Bauplan der Familie. — P. Senega L. Erdstockstaude mit zahl»reichen, in den Achseln schuppenförmiger Niederblätter der vorjährigen Achsen entspringenden, aufrechten,bis 40 cm hohen Stengeln. Laubblätter bis 8 cm lang und 3 cm breit, wechselständig, eiförmig»lanzettlich bislanzettlich, zugespitzt, am Rande fein gezähnelt, oberseits sattgrün, unterseits etwas blasser. Blütentraube bis
') Pflanzenname bei Plinius (Nat. Hist. XXVII, 121), von noXvg [polys] = viel und yttla [gäla]= Milch abgeleitet) weil der Genuss des Krautes die Kühe zu starker Milchabsonderung veranlassen soll.Dioskurides (Mat. med. IV, 139) schreibt noXvyaXov [polygalon]. Der Name wird von Schinz und The 1«lung als Femininum, von Ascherson u. a. als Neutrum betrachtet.