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gewonnen, aus den Samen ein Speiseöl. — Durch etwa 60 Arten vertreten ist die Gattung Monnina Ruizet Pav., zu der l»jährige bis ausdauernde Kräuter und Sträucher gehören, die sich von Polygala durch nicht»fadispaltig aufspringende Kapselfrüchte unterscheiden. In den Wurzeln einiger Arten, z. B. von M. polystdchyaR. et P., M. salicifölia R. et P., M. p i c r o c är p a R. et P. treten giftige saponinartige Stoffe auf, die dieselbeWirkung wie die Radix Senegae besitzen (s.unter Polygala Senega). — Muraltia 1 ) Nedc. Sträucher,Halbsträucher oder ausdauernde Kräuter mit wechselständigen oder gebüsdielten, meist kleinnadel« oderschuppenförmigen Laubblättern; Blüten mit 7 Staubblättern und meist oben 4.horniger Kapsel. Von ihren etwa50, sehr einförmigen Arten findet sich seit 1787 in den europäischen Gewächshäusern kultiviert! M. Heisteria')DC. Kräftiger, bis 1 m hoher Strauch mit rutenförmigen, behaarten Zweigen. Laubblätter gebüschelt, lineal»pfriemlich, gekielt, 6 bis 8 mm lang, anliegend oder zurückgekrümmt, stechend spitz, gewimpert. Blüten fastsitzend, purpurfarben, mit lanzettlichen, spitzen Kelchblättern und löffeiförmigen Kronblättern. Kapsel kürzerals die pfriemlichen Laubblätter. — M. stipuläcea DC. Durch nicht gebüschelte, mehr einzeln stehendeLaubblätter von voriger Art unterschieden. Seit 1801 in Kultur. — M. filiförmis DC. Laubblätter starr,vollständig aufrecht. Blüten rötlich. In Europa seit 1800 in den Gärten gezogen. — M. mixta Marvey. Bis60 cm hoher Strauch mit ± büschelig gestellten, dachziegelig sich deckenden, am Grunde der Zweige linealen,weiter oben lineal-keulenförmigen bis spateiförmigen, kahlen Laubblättern. Blüten sitzend, mit elliptischen,stumpfen Kelchblättern und weiss und purpurfarbenen Kronblättern. Kapsel länglich, mit ebenso langen,pfriemlichen Hörnern. Seit langem in Europa eingeführt und im Mittelmeergebiete auch im Freiland gezogen. —Anatomisch zeichnet sich die Familie dadurch aus, dass die Spaltöffnungen in der Regel von mehreren, un»regelmässig gelagerten Epidermiszellen umgeben sind 5 Anklänge an den Rubiaceen» oder Cruciferen«Typus sind seltener. Der Mittelnerv der Laubblätter und die Blattstiele besitzen zumeist nur 1 Leitbündel.Der oxalsaure Kalk ist in Form gewöhnlicher Einzelkristalle und Drusen eingelagert. Innere Sekretorganefehlen bei den meisten Arten. Doch gibt Chodat für gewisse Polygala.Arten das Auftreten von lysigenenSekretlücken und Oelzellen an. Die Behaarung wird aus einfachen Haaren gebildet, die meist 1 »zellig,bei Bredemey6ra und Xanthophyllum» Arten aber l.zellreihig sind. Das Holz enthält schmale Mark»strahlen, Gefässe mit einfach durchbrochenen Zwischenwänden und typisch hofgetüpfeltem Holzparenchym.Gewisse Arten weisen eine anormale Achsenstruktur auf (S o 1 e r e d e r). Die Blüten sind am Grundemeist von 3 Hochblättern gestützt, von denen das mittere als Tragblatt, die beiden seitlichen als Vor»blätter bezeichnet werden (Fig. 1721 b). Der 5»zähnige Kelch besitzt 3 äussere, laubige Kelchblätter und2 innere bedeutend vergrösserte und kronblattartig umgebildete Kelchblätter („Flügel"). Von der Krone sindgewöhnlich nur 3 Blättchen entwickelt, das vordere und die beiden hinteren s das erstere ist viel grösser undkielartig gefaltet („Schiffchen"), häufig 2» bis 3=lappig und bei vielen Arten (z. B. bei Polygala) aussen unterdem Gipfel mit einem bärtigen, fransigen oder gelappten, mitunter doppelten Anhängsel versehen. Die beidenhinteren Kronblätter sind untereinander frei, aber mit dem Schiffchen i verwachsen und häufig 2«spaltig. Diebeiden mittleren Kronblätter fehlen in den meisten Fällen vollständig oder sind noch als Drüsen oder kleineSchüppchen erhalten. Die Staubblätter treten meist in der S=Zahl auf, sind zu je 4 beidseitig der Symmetrie»ebene angeordnet und in eine hinten offene, vorn meist tiefer gespaltene Scheide verwachsen, die zugleich mitden Kronteilen, besonders dem Schiffchen, zusammenhängt. Der 2=fächerige Fruchtknoten trägt einen meist nachder Rückenseite der Blüte gekrümmten Griffel. Zwischen das Androeceum und Gynaeceum schiebt sich häufignoch ein Diskus ein. Seine allmähliche Reduktion hat Chodat in der Sektion Chamaebüxus der GattungPolygala verfolgt. Bei 2 indischen Arten ist er (typisch) vollständig und ringförmig entwickelt. Bei amerikani»sehen Arten steht er schief aufrecht zur Blütenachse. Bei P. Männii Oliv, aus Afrika ist der hintere Teilbereits drüsenförmig und vorn in Verkümmerung begriffen. Bei den europäischen und nordafrikanischen Artender Sektion ist der vordere Teil vollständig verschwunden und an Stelle des ursprünglichen Diskus eine fleischigeDrüse getreten, die von Eichler u. a. fälschlich für ein reduziertes Staubblatt angesehen worden ist. DiePollenkörner geben das sicherste Merkmal für die Familienzugehörigkeit ab; sie sind von verschiedener Gestalt(Fig. 1720d bis f). Beide Pole sind grob getüpfelt und gegenseitig durch linealische Verdickungsleisten verbunden,die in der Mitte durch eine verdünnte Aequatorialzone geteilt werden. Ist das Pollenkorn trocken, so erscheintdiese Zone eingeschnürt, hat das Korn hingegen Wasser aufgenommen, so wölbt sich die Mitte zu einem her»vorragenden Ringe.
') Benannt nach Joh. von Muralt, geb. 18. Febr. 1645 in Zürich, gest. 12. Jan. 1733 ebenda, Arztund Verfasser von Physicae specialis pars quarta, Botanologia, seu Helvetiae paradisus. Tiguri 1710.
s ) Benannt nach Lorenz Heister, geb. 19. September 1683 in Frankfurt a. M., gest. 18. April 1758in Helmstedt, Professor ebenda, Verfasser mehrerer botanischer Werke.