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oder wenigstens die beiden oberen mit der Staubblattröhre oder mindestens mit 1 Staubblattvereinigt; das mittlere in der Regel schiffchenartig und vielfach mit einem rückenständigen,gelappten oder zerschlitzten Anhängsel. Staubblätter in 2 Kreisen, 10 oder in der Regeldurch Verkümmerung 8, selten nur 7, 5, 4 oder 3 (Fig. 1720 a); Staubfäden meist zu einernach oben offenen Röhre verwachsen; Staubbeutel am Grunde angeheftet, im oberen Teilder Innenseite durch Löcher sich öffnend, zuletzt 1 »fächerig. Fruchtblätter 5 oder meist 2,oberständig, median stehend, zu einem fast stets 2=fächerigen Fruchtknoten verwachsen; in jedemFache fast stets 1 hängende, umgewendete Samenanlage. Frucht eine Kapsel, Nuss oder Stein»frucht. Samen mit oder ohne Nährgewebe, oft mit deutlichem Anhängsel (Carüncula).
Die Polygalaceen bilden eine in sich geschlossene, sehr natürliche Familie, die nach Chodat mitkeiner anderen nähere Verwandtschaft besitzt. Ihre von Wettstein angenommene Einordnung in die Reiheder Sapindales scheint sich nach den allerdings noch unvollständigensero.diagnostischen Untersuchungen von F. Hoeffgen (BotanischesArchiv. Bd. I, 1922, Heft 2) zu bestätigen. Ob dabei der von Wett»stein und auch von Chodat vermutete Anschluss bei den Meliaceenals abgeleitete, zygomorphe Familie (in Verbindung mit den Trigoniaceenund Vochysiaceen) zu suchen ist, bedarf noch ganz der Bestätigung.
Hingegen haben sich weder zu den Leguminosen — wie Hyata an>nimmt — noch zu den Violaceen — von Hallier behauptet — irgendwelche engeren verwandtschaftlichen Beziehungen feststellen lassen. DieFamilie umfasst 10 Gattungen mit rund 800 Arten, die meist Kräuter,
Halbsträucher und Sträucher, seltener Klettersträucher und kleine Bäume,ausnahmsweise auch chlorophyllose Saprophyten (Arten der GattungSalomdnia Lour.) darstellen. Das Verbreitungsgebiet der Familieerstredet sich fast über die ganze Erde; es meidet nur die arktischenGebiete von Nordamerika und Asien, sowie Neuseeland und Poly«nesien. Die Gattung Polygala L. Ist kosmopolitisch. Monnina Ruizet Pav. reicht von Mexiko bis Argentinien und Chile. Securiddca L.gehört den Tropen, Murdltia Neck, und Mündia Kunth der kap»ländischen Flora an. Breyemey^ra Willd. besitzt 2 Untergattungen inSüdamerika und 1 In Australien und Tasmanien. Dem heisseren Asiensind die 2 Gattungen Xanthophyllum Roxb. und SalomöniaLour. eigen. Carpolöbia G. Don. ist eine monotypische GattungWestafrikas. M o u t a b e a Aubl. ist auf Nordbrasilien, Peru und Guayana beschränkt. Durch diese Ver»teilung erweckt die Familie den Eindruck einer bereits älteren Familie, wenn auch fossile Funde —Flügelfrüchte von Securidaca — nur bis in das Tertiär von Aegypten reichen. Die Gattungen verteilensich auf 3 Tribus, von denen diejenigen der Polygäleae und Xanthophylleae freie Kelchblätteraufweisen, sich aber durch Verwachsung bezw. Nichtverwachsung des Andröceum zu einer hinten offenenRöhre von einander unterscheiden, während bei der 3. Tribus, den Moutdbeae, der Kelch mit den Krön»blättern verwächst. Die beiden letztgenannten Tribus besitzen nur je 1 Gattung. Xanthophyllum Roxb.ist eine etwa 40 Arten umfassende Gattung von kleinen bis mittelhohen Bäumen, die meist lederige, bisweilenmit Träufelspitze versehene Laubblätter und in Aehren oder Rispen stehende weisse, rote oder braunroteBlüten besitzen. Von X. 1 anceo 1 dtum J. J. S., dem Siurbaum Sumatras, stammen die 40% Oel enthaltendenSamen, die von den Eingeborenen sowohl als Speisefett, als auch gegen Mundkrankheiten (Aphten) verwendetwerden. Seit 1910 werden die Früchte als Siur« oder Deaknüsse auch nach Europa ausgeführt und zur Her»Stellung von Seifen und Kerzen benützt. Der Presskuchen enthält ein giftiges Saponin. — Moutab^a Aubl.,eine artenarme Gattung von Sträuchern oder Bäumdien mit dicken lederartigen Laubblättern und gelben oderweissen, stark duftenden Blüten besitzt essbare, mehrsamige Beeren. — Von der Tribus der Polygdleae istdie Gattung Polygala die grösste; sie umfasst etwa die Hälfte aller zur Familie gehörenden Arten (s. u.). —Die Gattung Securiddca L. enthält meist holzige, kletternde oder schlingende Lianen oder Bäume mitmeist derben Laubblättern; Blüten mit einem Anhängsel am Schiffchen, mit 8 Staubblättern und mit einseitig langgeflügelten Früchten. Von den etwa 30, durch die an halbierte Ahornfrüchte erinnernden Früchte leicht kennt-lichen Arten liefern einige ausgezeichnete Seile, sowie Fasern für Netze und Geflechte. Im tropischen Afrikadient namentlich S. longipedunculdta Fres. diesen Zwecken. Die gewonnene Faser wird als „Buazefaser"bezeichnet und soll dem Flachs gleichkommen. Aus den Laubblättern wird ein Schutzmittel gegen Schlangengift
Fig. 1720. a Bliitendiagraram. b Aufge-geschnittenc Blüte von P. ChamaebuxusL. c Querschnitt durch einen Staubbeutel(nach Jauch), d bis / Pollenkörner ver-schiedener Polygala-Arten.