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Die Familie der Malpighiaceae 1 ) mit etwa 800 Arten besteht grösstenteils aus Lianen undSträuchern mit oft unregelmässig zerklüftetem Holzkörper. Die meist gegenständigen Laubblätter tragen am Blatt«grund oder Stiel nicht selten Drüsen. Die gewöhnlich zwitterigen, seltener polygam zweihäusigen, fünfgliederigen,häufig recht ansehnlichen, sdiräg zygomorphen Blüten sind meist zu Trauben vereinigt. Die Kelchblätterkönnen mit Drüsen versehen sein (so bei kleistogamen Arten der Gattung Camarea). Die Kronblätter sind oftgezähnt, gewimpert oder gefranst und gewöhnlich genagelt. Von den 10 Staubblättern sind nicht selten ein.zelne in Staminodien umgewandelt oder ganz verkümmert. Der in der Regel 3=fädierige Fruchtknoten enthältnur eine einzige Samenanlage in jedem Fach. Bei der Reife zerfällt die Frucht in der Regel in 3 merkwürdig geflügelte,nüssdienförmige oder am Kücken aufspringende Teilfrüchte; seltener sind Nüsse oder Steinfrüchte. Von den etwa60 Gattungen ist die grösste Menge auf das tropische Amerika beschränkt, darunter die artenreiche Gattung
Byrsonima, ferner die Gattungen Heteröpteris (nur 1 Artin Westafrika), Banisteria, Teträpteris, Stigmatophyllum.Von den 17 altweltlichen Gattungen sind 9 afrikanisch,3 asiatisch, 1 australisch, während weitere grössere Ge-biete der Alten Welt bewohnen. Die meisten Artensind Lianen des tropischen Regenwaldes; daneben gibtes auch Savannen» und Steppenpflanzen. Nur ganzwenige Arten kommen auch in kühleren Gebieten(Texas, Arizona, Natal, Argentinien) vor. VerschiedeneSpezies der amerikanischen Gattungen Byrsonima,Bunchösia und Malpighia liefern essbare Früchte, sodie mit Brennhaaren versehene Malpighia ürens L.die Barbadoskirschen, Malpighia Mexicäna Juss.„ Azerolen". In Gewächshäusern wird gelegentlich dieetwas stachelblätterige Malpighia coccifera L. kulti»viert, ebenso Galphimia» und Banisteria»Arten.
Die kleine Familie der Trigoniäceae mitetwa 30 Arten, in der Hauptsache Klettersträucher. Diebeiden Gattungen T r i g 6 n i a und L i g h t i a sind tropisch«amerikanisch (besonders brasilianisch), während die dritteGattung Trigoniästrum in Hinterindien vorkommt.Aehnlich verhält sich die kleine ausschliesslich tropisch»amerikanische Familie des Vochysidceae mit etwa100 grossenteils baumartigen Arten.
In die Unterreihe der Polygalineae, für welchedie Porenöffnung der Staubbeutel bezeichnend ist, wirdmeistens die kleine, auf Australien (vor allem auf West»australien) beschränkte Familie der Tremandrdceaeeingefügt. Sie umfasst 23 kleine, xeromorph gebauteSträucher mit einfachen, lederigen, Wechsel» oder quirlständigen Laubblättern und achselständigen, roten odervioletten Blüten. Zuweilen verdornen die Sprosse oder sie werden flach rutenförmig. Die systematischeStellung dieser Familie ist übrigens sehr unsicher.
Fig. 1719. Melia Azedarach L. a Blühender Spross. b Bluten.c Längsschnitt durch die Staubfadenröhre mit Fruchtknoten.d Früchte, e Querschnitt durch die Frucht (Fig. b und c nachHarms).
68. Fam. Polygaläceae. Kreuzblumengewächse.
Kräuter, Halbsträucher, Sträucher, seltener kleine Bäume mit meist Wechsel», seltenquirl» oder gegenständigen, einfachen, ganzrandigen Laubblättern und in der Regel ohne odersehr selten in Gestalt kurzer Dornen oder Scheibchen erscheinenden Nebenblättern. Blütenin Trauben, Aehren, Rispen, Ebensträussen oder Köpfchen, mit Trag» und auch meist Vorblättern,median zygomorph (Fig. 1720 a), zwitterig. Keldiblätter 5, meist frei, die 3 äusseren klein,die 2 inneren oft kronblattartig („Flügel"). Kronblätter 5, gewöhnlich nur 3 ausgebildet (dasuntere mittlere und die beiden seitlichen oberen), alle ± mit der Staubblattröhre verwachsen
l ) Benannt nach Marcello Malpighi, Professor der Medizin in Bologna, gest. 1693 zu Rom alsLeibarzt des Papstes Innocenz XII.