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oder rein rot und grossblumig (1. grandiflöra hört. [= D. major hört.]). Eine Form mit sehr kurzen Frucht»stielen wird als f. s6ssilis (Wallr.) bezeichnet. — var. obtusiflöra (Koch). Kronblätter breit-elliptischbis elliptisch, die 3 oberen ganz stumpf, mit einem Stachelspitzchen, das oberste meist ausgerandet. Frudit»knoten länger als der Gynophor. Laubblätter kürzer als beim Typus (nur etwa 7* so lang), klein gekerbt.In Südtirol von Bozen südwärts bis Trient und am Gardasee. — Im östlichen Europa treten als weitere Formenaufi var. Caucäsica Boiss. (= D. gymnöstylis Stev.). Obere Kronblätter eiförmig, an der Spitze abgerundetund seicht gekerbt, gegen den Grund abgerundet und plötzlich in den Nagel zusammengezogen. Heimisch inSüdrussland, auf der Krim, im Kaukasus j im Gebiet bisweilen in Gärten gezogen. — var. Macedönica Borb.Aehnlich der var. genuinaj in Montenegro.
Dictamnus alba gehört zu den thermophilen, eurasiatischen Arten. Am häufigsten findet sich dieseschöne Pflanze in Trockenwiesen von der Art des Stipetum pennatae oder Brometum erecti (über Begleit"pflanzen vgl. Alsine fasciculata, Bd. III, pag. 394). An felsigen Hängen und Basaltfelsen des BöhmischenMittelgebirges sind nadi Domin bei ihr etwa anzutreffen: Triticum glaucum, Festuca glauca, Iris nudicaulis,Arabis arenosa, Sedum mite, Sempervivum soboliferum, Potentilla arenaria, Cytisus nigricans, Viola arenaria,Seseli glaucum usw. Gradmann führt die Art unter der Pontischen Steppenheidegenossenschaft an, zu derAllium fallax, Allysum montanum, Coronilla montana und C. vaginalis, Potentilla canescens und P. rupestris,Rhamnus saxatilis, Seseli annuum, Libanotis montana, Linum flavum, Nepela nuda, Asperula glauca, Carlina
acaulis, Tragopogon major und HieraciumJl n cymosum gehören. Auch im Hercynischen
f \ I f \ I )• Florenbezirk sind die Begleiter nach Drude
( ) AJ—/~rk\ sc ^ r ähnlich. Eine Zuteilung zum montanen\ ] (1 Sil r*\ Elemente, wie es Wangerin (Die mon-
tanen Elemente in der Flora des nordost-deutschen Flachlandes 1919) tut und beiwelchem Dictamnus seiner ganz isolierten,früheren Vorkommen im Kreise Sdiwetz(Westpreussen) wegen neben Aspidium lo-batum, Luzula silvatica, Cephalanthera alba,Phyteuma orbiculare, Senecio crispatus usw.genannt wird, dürfte sich kaum aufrechterhalten lassen. In lichten Gebüschen wirddie Pflanze meist seltener, dringt aber ander Quarneroküste sogar in den lüdeigenLorbeer wald ein. In dichteren Hochwäldern istsie dem Untergange geweiht. — Der Diptamgehörte früher jedem besseren Zier, undBauerngarten an. SeineBeliebtheitverdankteer z. T. dem Umstand, dass sich seine Frucht-stände infolge ihres reichlich vorhandenenOelgehaltes an schwülen, windstillen Tagenleicht zur Entzündung bringen lassen, andunklen Abenden sogar mit leuchtenderFlamme (Vergleich mit dem feurigen Buschder Bibel) brennen. Die Pflanze soll dabeinicht leiden. Ferner lieferte Dictamnusfrüher die offizineile Radix Dictämnis. Diptämni s. Fraxin^llae. Die ersten ziem-lich sicheren Nachrichten über die Ver-wendung als Heilpflanze, in der Bitterstoffeund verschiedene Salze festgestellt wordensind, stammen von der Hl. Hildegard vonBingen (12. Jahrhundert), von AlbertusMagnus und Konrad von Megenberg.Hingegen müssen noch weiter zurückliegende Ueberlieferungen, so die im Capitulare de villis von Ludwig demFrommen (812), mit Vorsicht behandelt werden, da es sich dort vielleicht um die im Mittelalter viel kultivierte LabiateA',märacus Dictamnus L. (= Dictamnus Creticus der Alten) handelt. Auch die Angaben über die „wiswurz"der Glossae Theodiscae aus dem 9. Jahrhundert bieten keinerlei sichere Anhaltspunkte. Gegenwärtig kommt
Fig. 1716. Dictamnus alba L. a Laubblattgrund mit einfachen und drüsigenHaaren, b Mit einfachen Haaren besetztes Drüsenhaar. c bis m Entwicklungs-stufen eines Drüsenhaares ( e bis g, k und l nach Rauter, h, i und tn nachTschirch), die übrigen Originalfiguren.