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CCCCXLVIII. Dictämnus 1 ) L. Diptam.
Die Gattung ist monotypisch und gleichzeitig alleinstehend in der Subtribus der Dictämniae.
1809. Dictämnus alba L. (= Fraxinella Dictämnus Moench, = D. Fraxinella Pers.). WeisserDiptam, Weisse Asch würz, Aeschen würz, Spechtwurz, Hirzwurz, Springwurz. Franz.: Dictameblanc, dictame commun, dictame des boutiques, fraxinelle; engl.: Dittany, fraxiella, hart's»eye;ital.: Dittamobianco, frasinella, limonella. Taf. 176, Fig. 1 ; Fig. 1688, 1715 und 1716 und
Bd. I, pag. CXXXI1I, Fig. 256.
Diptam stammt aus dem miltelalterlichen diptamnus, das seinerseits aus dem lat.«griech. dictam.nus verderbt ist. Volksetymologische Anlehnungen sind z.B. D i p p d a p p (Baden), D i c k d a rm (so 1) (Lübeck,Pfalz), Dickenda(r)m (obersächsisch).
Ausdauernde, 60 bis 120 cm hohe, zitronen» oder zimmetartig duftende Pflanze mitwalzlicher, knotiger, stark verästelter, wagrecht oder schiefkriechender, weisslidier Grundachse.
Stengel zu mehreren aufrecht, meist einfach,+ dicht flaumig behaart und besonders imoberen Teile mit schwarzen, sitzenden Drüsenbesetzt. Untere Laubblätter fast sitzend, einfach,verkehrt»eiförmig (Fig. 1715 b), die übrigen ge=stielt, unpaarig gefiedert; Blättchen 7 bis 9, sit=zend,schieflänglich»eiförmig, spitz oder stumpf,fein gekerbt=gesägt, durch kugelige Sekreträumedurchscheinend punktiert, oberseits besondersauf den Nerven mit feinen, einfachen Härchenund auf 1= bis 4»zellreihigen Stielen sitzendenund mit kugeligem, mehrzelligem Köpfchenversehenen Drüsen, dunkelgrün, unterseitsreichlicher mit einfachen, spärlicher mit drüsigenFlaaren besetzt, hellbläulichgrün; Blattspindelschmabgeflügelt, einfach» und spärlich»drüsigbehaart. Blüten in einfacher oder seltenerzusammengesetzter Traube auf aufrecht ab»stehenden, an der Spitze umgebogenen, amGrunde mit lanzettlichen Vorblättern ver»sehenen, reichlich drüsig» und spärlicher ein»fach=haarigen, bis 2,5 cm langen Stielen.Kelchblätter 5, lineaHänglich, etwa 5 mm lang,die unteren etwas länger als die oberen, ziemlich lang erhalten bleibend, stumpflich, auf derUnterseite und am Rande einfach» und drüsenhaarig. Kronblätter 5, breit»lanzettlich, spitz,nageiförmig in den Grund verschmälert, etwa 2 bis 2,5 cm lang, rosa mit dunkleren Adernund meist grünlicher Spitze, selten weiss oder ± einfach purpurrot, oberseits kahl, unterseitsdrüsig und ± reichlich einfach behaart, die 4 oberen Kronblätter aufrecht, das untere herab»gebogen. Staubblätter 10, nach vorn gebogen, am Grunde des Diskus eingefügt, 30 bis35 mm lang; Staubfäden fädlich, zugespitzt, im obersten Teile drüsig, im unteren Teile fein»behaart; Staubbeutel rundlich»herzförmig. Diskus ringförmig, ziemlich dick. Fruchtknoten5»lappig, auf kurzem Gynophor, in jedem Fache mit 3 bis 4 in der Bauchnaht stehenden,
l ) Pflanzenname bei Vergilius und Plinius, Mxra/xi'os [diktamnos] bei Aristoteles vomBerge zfixrrj [Dikte] auf Kreta und [thämnos] = Straudi abgeleitet, von Tragus auf die Aschwurz
übertragen, von der man annahm, dass sie so kräftig wirke, dass sie selbst Pfeile aus den Wunden ziehe.
Fig. 1715. DictamnusalbaL. a, b Austreibende Sprosse. c,d Blütein 2 verschiedenen Stadien der Entwicklung, e Reife Frucht. / Teil-frucht geöffnet, g Längsschnitt durch den Samen mit Keimling(Fig. c, d nach Knuth, Fig. e bis g nach Engler).