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Fürstenberg (erfriert dort leicht), in Hannover zwischen Bischhausen und FreudentaV (seit 1923 gesetzlich geschützt),Thüringen (bei Gross=Jena, Eilenburg, Werratal), bei Freiberg a. U. usw. Auch in Norddeutschland vorüber-gehend als Gartenflüchtling, doch daselbst viel seltener kultiviert. — In Oesterreich völlig eingebürgert(und daher meist als wild angegeben) im Küstenland (aber viel seltener als die unzweifelhaft wilde subsp. divari»cata, so bei der Porta di ferro, im Quistotal, am Sissol ob der Ruine Wachsenstein) und In Südtirol (be«sonders am Gardasee und im Trentino, ferner bei Stenico, um Bozen, Meran und Brixen, am Ritten bis1100 m), vereinzelt verwildert auch in Vorarlberg (Feldkirch, nach Murr früher [z. Z. des Weinbaues] häufigverwildernd, jetzt von ihm nicht mehr angetroffen), in Niederösterreich (z. B.imFörthofgraben bei Stein, am Mitter»berg bei Baden), Böhmen (z. B. in Weinbergen zwischen Czernosek und Leitmeritz, zwischen Wettel und Gastorf,auf dem Wostray bei Milleschau) usw. — In der Schweiz völlig eingebürgert an Felsen um den Luganer» undLangensee, im Rhonetal (am Genfersee, bei Bex, um Schlösser und Klöster von St. Maurice [z. B. bei Veressaz, vonda neuerdings wieder sekundär in dieBauerngärten der weiteren Umgebung alsAbortivum verpflanzt], Sitten, Siders undVaren) und am Neuenburgersee (St. Aubin,
Grandson), vereinzelt als Gartenflüchtlingauch z. B. bei Basel, bei Grenchen, Vill»mergen (Deckenhübel), Stein a. Rh. und imUnterengadin. — Alle Angaben über wirk»lieh wildes Vorkommen bedürfen durchausder Bestätigung.
Ruta graveolens ist als mediterraneFelsenpflanze recht wärmebedürftig, woraufwohl auch ihre Vorliebe für Kalk beruhendürfte. Sie wächst auch auf kalkhal»tigern Eruptivgestein (z. B. auf Basalt).
Die Blüten gelten als proterandrische „Ekel»blumen", deren scharfer Geruch ausseranderen Dipteren und Hymenopterabesonders gern fäulnisliebende Fliegenanlockt. Der Nektar wird auf dem Diskus,namentlich in 8 oder 10 Grübchen desselben,ganz offen abgesondert. Die Antherenführen sehr eigenartige Wachstumsbewegun.gen aus, die zuerst von Linn6 1735, dannvon Koelreuter, Sprengel u. a. be«schrieben und zuletzt von W. Troll ex«perimentell untersucht worden sind. Beider Entfaltung der Krone krümmen sichdie Staubblätter durch epinastisches Wachs,tum an ihrer Basis nach aussen und drückengegen die Kronblätter (werden diese entfernt,geht die Bewegung noch weiter); hierauf tritthyponastisches Wachstum ein, sodass sich die
Staubblätter in bestimmter Reihenfolge über Fig ' 1713 ' Ruta »ubsp. hortensis (Miller) Garns.
° Phot. f A. D opfer, München,
die Narbe (nach Entfernung des Frucht«
knotens noch weiter) krümmen. Während
sich die Narbe öffnet, krümmen sie sich wieder nach aussen, aber nicht mehr bis in die horizontale Lage.Die ganzen Bewegungen sind von Längenwachstum begleitet. Das Filament streckt sich von 5 auf 7,9 mm.Nur am Grund sind sie dorsiventral gebaut und nur dort tritt das epinastische und hyponastische Wachstum•ein. Bei 17° dauert die erste Aufwärtskrümmung 2 l /a Stunden, die Ruhepause über dem Griffel 6, die Rüde»krümmung 6 (insgesamt 14*/>) Stunden, bei 35° die Aufwärtskrümmung "/*, die Ruhe 2, die Rückkrümmungl l /j Stunden. Während also die Gesamtbewegung dann nur 5 1 /« Stunden braucht, kann sie sich bei kalterWitterung auf mehrere Tage ausdehnen. Die von mehreren Autoren beschriebene Wiederaufrichtung derStaubblätter nach der 2. Aufwärtskrümmung ist eine blosse Welkungserscheinung und hat mit normaler Selbst»bestäubung nichts zu tun. Wenn überhaupt kein Insektenbesuch eintritt, was nur bei sehr nasser Witterungder Fall ist, verdirbt der sehr leicht keimende Pollen ohnedies. Die ersten Bewegungen sind dagegen autonom