T
rr
.
Ml
70
zusammengesetzt. Endblüten 5=zählig, Seitenblüten 4=zählig. Kelchblätter eiförmig=lanzettlich,kurz verbunden, bei der Fruchtreife abfallend. Kronblätter spatelig, 6 bis 7 mm lang, löffei»förmig ausgehöhlt, kapuzenförmig eingekrümmt, am Rand ± gezähnelt, lebhaft grünlichgelb,drüsig punktiert. Staubblätter doppelt so viel als Kronblätter, mit dünnen, aussen an demkugelförmigen Diskus inserierten Filamenten und länglichen, sich mit Längsrissen nach innen
öffnenden Antheren. Fruchtblätter 4 oder 5, miteingesenkten Drüsen, einen gelappten Fruchtknotenmit kurzem Griffel bildend. Frucht eine fachspaltige,vielsamige Kapsel. Samen kantig, mit brauner, grob=höckeriger Schale; Nährgewebe mit leicht ge=krümmtem Embryo. — VI bis VIII.
An trockenen, warmen Felshängen, aufFelsschutt, in Felsensteppen im Mittelmeergebiet;nördlich der Alpen meist nur als Heil» und Ge=würzpflanze kultiviert und an Burghügeln, in Wein*bergen, auf alten Mauern, in Kiesgruben verwildert.
Allgemeine Verbreitung: Balkan»halbinsel bis Siebenbürgen und zum Karst, Ober»und Mittelitalien. Im übrigen Europa häufig kulti»viert und namentlich in den Südalpen, in Süd»frankrexch und Spanien völlig eingebürgert.
Die somit in ihrer ursprünglichen Verbreitungrecht beschränkte, aber durch die Kultur sehr weit ver-breitete Art zerfällt in die beiden Unterarten:
subsp. divaricäta (Tenore) Garns (= R. divaricataTenore, = R. graveolens L. var. divaricata Engler). Fig. 1712.Stengel i l 1 /' bis 4 dm hoch. Laubblätter gelblichgrün,fast geruchlos, eiförmig! die Endabschnitte lanzettlich, ± 1bis 2'/« cm lang und 2 bis 4 mm breit. Kronblätter ziemlichkurz genagelt, deutlich gezähnelt. Kapsel nur seicht gespalten.
Die Wildform der Karstheiden um das AdriatischeMeer j im Gebiet ausser im Küstenland nur noch im südlichenund südwestlichen Kram (Innerkrainer Karst von Sturijabei Heidenschaft bis zu den Süd. und Ostabstürzen desNanos, über den Skolj, Gabrk, die Vremscica, Osojnicaund den Bergrücken Tahor bis an den West« und Südfuss desSchneeberges bei Laas), im Karstgebiet Jedoch sehr verbreitet.Nicht in Kultur. Bei der typischen Form (f. genuinaPospichal) sind die Blattabschnitte ± 2 cm lang und 3 bis4 mm breit, bei f. crithmifölia (Moricandi) Bartling, diebesonders an den Steilabstürzen des Karstes von Auresina bis Sistiana auftritt, nur ± 1 cm lang und 2 mm breit.
subsp. hortönsis (Miller) Gams (= R. hortensis Miller, = R. graveolens L. var. y). Fig. 1713. Stengel ± 3bis 5 (9) dm hoch. Laubblätter mehr bläulichgrün, stark aromatisch, von mehr dreieckigem Umriss; die Endabschnitteverkehrt.eiförmig oder spatelig, ± 1 bis 1 •/» cm lang und 2 1 /2 bis 5 mm breit. Kronblätter länger genagelt)weniger stark gezähnelt. Kapsel tiefer gespalten, mit grösseren, eingesenkten Drüsen. Blüht später als die vorige.
Allgemein kultiviert und in Südeuropa vollständig verwildert, aber wohl überall (auch in Italien undden Illyrischen Ländern) von sehr zweifelhaftem Indigenat und daher wohl nur eine Kulturrasse der vorigen Unterart.
In Deutschland namentlich auf den Burghügeln des Ober« und Mittelrheingebiets verwildert, soam Kaiserstuhl (Sponedc), bei Sinsheim (Steinsberg), früher am Lahnufer oberhalb Niederlahnstein (durch Eis«gang zerstört), im Elsass (z. B. Wildenstein), in der Pfalz, in Hessen (Badenstein), ferner z. B. auf der Reichenauim Untersee, vielfach im Schwäbisch-Fränkischen Jura, vereinzelt auch in Südbayern (Bad Oberdorf, Weissachbei Tegernsee, München, Dillingen), in Nassau (Braubach am Badenstein, in Westfalen am Katthagen unter
Fig. 1712. Ruta graveolens L. subsp. divaricata(Tenore) Gams. a Habitus, b Blüte, c h'rucht.