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von Pomeranzen und Zitronen teststellen konnte. Neuerdings ist von Lorentz auch in Neu=Guinea eineneue Art (C. grandiflöra) entdeckt worden. In den Mittelmeerländern, wo die Agrumen heute zu einemuntrennbaren Bestandteil des Landschaftsbildes geworden sind („Kennst du das Land . . ."), ist keine ihrer Artenursprünglich heimisch; es sind wie Agave Americana, Opuntia Ficus Indica pseudo mediterrane Charakter«arten, wenn auch der Phantasie des Nordländers die Hesperidenbäume mit den goldenen Aepfeln als Sinnbilddes sonnigen Südens vorschweben, Herkules bereits die Früchte der Hera vom Atlas geholt haben soll,Atalante sich durch die aphrodisischen Aepfel im Wettlauf mit ihrem schönen Freier aufhalten liess und schondie Juden das Paradies sich mit solchen Bäumen bevölkert dachten (Baum der Erkenntnis »Paradiesapfel").Die Griechen hörten erst durch den Zug Alexanders nach Medien von dem immerblühenden Wunderbaumeund lernten seine Kultur durch persische Gärtner kennen. Als erste Art wurde von Theophrast eineForm der Zitrone beschrieben, die eine warzige Oberhaut, dicke Schale und kaum sauer schmeckendes Frucht«fleisch besass. Diese Zitrone kann nicht mit der Frucht identisch sein, die wir gegenwärtig in der Regel mitdiesem Namen belegen und wissenschaftlich als C. medica L. subsp. Limonum (Risso) Hook. f. bezeichnen. Siefand bei den Mittelmeervölkern rasch Eingang und galt zunächst als Atem reinigendes und Motten vertreibendesMittel. P1 inius schreibt ihr ferner eine giftfeindliche Wirkung zu. Athenaeos aus Naukratis in Aegyptenberichtet sogar über den in weiten Kreisen verbreiteten Aberglauben, dass sie, wie man durch Versuche anVerbrechern habe feststellen wollen, gegen Schlangengift unbedingt fest mache. In Kübeln gezogen spieltedieser, vielleicht in der Kultur allmählich sich wandelnde Zitronenbaum anderthalb Jahrhunderte nach Pliniusbereits eine bedeutende Rolle als Schmuck der römischen Gärten und Säulengänge. Florentinus schildertim 3. Jahrhundert Orangerien, die den noch gegenwärtig am Gardasee bestehenden geglichen haben müssen.Palladius berichtet aus dem 4. Jahrhundert von Freikulturen auf Sizilien und bei Neapel. Ob es sich umdiese Zeit noch um die ursprünglich eingeführte herbe Form handelt, die mit keiner der gegenwärtig im Mittel«meergebiete bekannten Rassen übereinstimmt und von Warburg deshalb als hypothetische var. prisca bezeichnetwird — vielleicht ist sie aber unter den noch vorhandenen Wildformen vorhanden —, entzieht sich unserer Kenntnis.Die römischen Schriftsteller Jener Zeit berichten scheinbar nur von herbfrüchtigen Bäumen und erwähnen nichtsvom Duft. Andererseits sollen aber bereits die Juden nach ihrer Rückkehr aus der babylonischen Gefangen«schaft bei der Feier des Laubhüttenfestes Citrus-Früchte mit angenehmem Dufte rituell verwendet haben, diemit der gegenwärtig als C. m6dica subsp. genuina var. 6throg bezeichneten „Ethrog»Zitrone" überein«stimmend erklärt werden. Es wird angenommen, dass sowohl diese Rasse als auch die zur selben Unterart gehörendevar. maerocärpa, die Zitronat»Zitrone (Fig. 1706), die aus dem 6. nachchristlichen Jahrhundert aus Palästinabekannt ist, als Kulturabkömmlinge aus der herbfrüchtigen Rasse hervorgegangen seien. Jedenfalls war Citrusmedica die erste Art, mit der die Mittelmeervölker in Berührung kamen und die sie in ihre Heimat ein«führten. Um 1000 fanden sich davon Kulturen bei Salerno. Etwa gleichzeitig wird sie auch diesseits der Alpen in einerSt. Gallischen Handschrift von Ekkehard IV. unter dem Namen Cedria poma genannt. Die Heilige Hildegardvon Bingen kennt sie als „Bontziderbaum" (verstümmelt aus pöma cidri), Albertus Magnus als C6drusitalörum, pömum cedrinum s. citrium. Durch diese Einführungen fassen die Agrumen in Mitteleuropa festenFuss, ebenso wie sie in mehreren Arten und Rassen (über die nähere Einführungsgeschichte vgl. dort) allmählichdurch Handel und durch die Kreuz» und Pilgerzüge gefördert auch in den Mittelmeerländern immer weitereVerbreitung fanden. Es sei nur kurz angedeutet, dass die Agrumen bereits im 16. Jahrhundert vielfach schondiesseits der Alpen gezogen wurden und dass sie im Zeitalter Ludwigs XIV. und Friedrichs des Grossen— in Kübeln und mit kugelig zugeschnittenen Kronen gehalten — zu jeder fürstlichen Hofhaltung gehörten, wiedenn die berühmte Orangerie von Sanssouci zu Potsdam z. B. noch heute einige Bäume aus der Zeit desGrossen Kurfürsten und den Hauptteil aus Friedrichs des Grossen Zeit besitzt. Vornehme Bräute wurden auchdamals mit Orangenblüten geschmückt. Welch grosser Wertschätzung sich die Agrumen um jene Zeit erfreuten,geht daraus hervor, dass z.B. Volkamer in seinen „Nürnbergischen Hesperiden" (1708) mehr als 200 Sortenabbilden konnte, denen an Zahl die Abbildungen von Israel Volkmann (1636 bis 1706) aus Schlesien undder wohl 1731 gedruckte „Katalog der Agrumi des Scultetus'schen Garten auf dem Schweidnitzer Anger"kaum nachstehen. Gegenwärtig ist dieser gärtnerische Zweig in Mitteleuropa wieder stark in der Abnahme be«griffen. Pf äff (Orangerien und Ananas«Treibhäuser in Bozen, 1923) hat über seinen zunehmenden Verfall z.B.Daten in Bozen gesammelt, die besagen, dass, während noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts jeder grössereGarten in Bozen seine Orangerie besass (im Ganzen etwa 55!), bereits um 1900 deren Zahl auf etwa 20 gesunkenwar und sich 1918 nur noch auf 3 belief, von denen eine im November jenes Jahres den zurückflutendenTruppen zum Opfer fiel. Der Rückgang wird namentlich auf die zunehmende Konkurrenz der billiger ein«geführten Früchte, das Auftreten von Schild« und Wolläusen und die wachsenden Unterhaltungskosten zurück«geführt. Nach Hausmann wurden in Bozen in erster Linie gelb», seltener rotfleischige Orangen, Pomeranzen,Zitronen, Zedrozitronen und Limettazitronen gezogen, von denen nach Weber (Das Land Tirol) um 1837mehr als 40000 Stüde allein nach auswärts (Nordtirol, München, Prag usw.) versandt wurden. Im 18. Jahr»