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Kulturformen gegenwärtig als Agrumen (Agrumi) bezeichnet werden, ein Name, der ursprünglich auf ver»schiedenartige ölhaltige Früchte (z. B. Zwiebeln) angewandt wurde. Sträucher oder kleine Bäume mit Wechsel»ständigen, auf berandeten oder geflügelten Stielen (Fig. 1698) stehenden, einfachen, selten ö.-zähligen, eiförmig»ellip»tischen bis lanzettlichen, ganzrandigen oder unregelmässig gekerbten oder gesägten, immer» oder sommergrünen Laub»blättern und mit oder ohne den Axillarsprossen angehörigen Blattdornen (Fig 1701 a, b). Blüten einzeln oder meist inmehrblütigen, blattachselständigen, seltener auch an den Zweigen endständigen Doldentrauben, zwitterig oder durchAbort männlich, meist stark wohlriechend. Kelchblätter 3 bis 5, meist zu einem 3» bis 5-zähnigen Becher oderKrug verbunden. Kronblätter 4 bis 8, lineal»länglich, dicklich, weiss oder rötlich, drüsig, in der Knospenlagedachig. Staubblätter selten 5, meist 20 bis 60, in 2 Kreisen, einem äusseren mit meist einfach bleibenden, vorden Kelchblättern stehenden Staubblättern und einem inneren mit durch Spaltung meist stark vermehrten, vorden Kronblättern stehenden Staubblättern'); Staubfäden frei oder verbunden, lanzettlich, in eine Pfriemenspitzeauslaufend; Staubbeutel länglich, pfeilförmig, mit nach innen gerichteten Längsspalten. Diskus dick, polster»
Fig. 1699. Verbreitung der Gattung Citrus L. ■■■ Natürliches Vorkommen, in Australien nur Wildformen. |||||||| und -j- Gebiets-erweiterungen durch Kultur. Nord- und Südgrenze der Gattung. Nach Engler, Tschirch, Schweinlurth u. a. zusammen-gestellt von Dr. H. Beger.
oder ringförmig. Fruchtknoten 5» bis vielfächerig, mit 4 bis 8, in 2 Reihen stehenden Samenanlagen. Fruchteine kugelförmige bis längliche, an den Enden abgestumpfte, runde oder an der Spitze zitzenförmig vorge.zogene Beere s Exocarp dünn bis ziemlich dick, reich an mit ätherischem Oel gefüllten Drüsen; Endocarpschwammig; Scheidewände häutig und spaltbar; Pulpa sehr saftreich, aus Auswüchsen (Emergenzen) derFachwand hervorgehend und Saftsäcke (Fig. 1698) darstellend. Samen wenige, wagrecht oder schräg ab»steigend, mit derber, lederiger, weisser Schale, oft mit mehreren Keimlingen. Keimling mit ungleichen,plankonvexen Keimblättern und aufrecht gekehrtem Stämmchen. — Ueber die Heimatsgebiete der Gattung(Fig. 1699) stimmen die Ansichten der verschiedenen Forscher insofern überein, als die Ursprünglichkeit imwärmeren Asien (Indien, Malayischer Archipel, Cochinchina, China) und Australien kaum bestritten wird.Schweinfurth fügt diesen Ländern noch die Erythraea und Sokotra hinzu, wo er zweifellose Wildformen
lichkeit besitzt die Herleitung aus einer orientalischen Sprache. Eine Verbindung ist nach Tschirch denkbarmit dem ind. chitra (= ausserordentlich, buntgefleckt, wundervoll), das seinerseits vielleicht aus dem chin. kü»kiuhabzuleiten ist (Nach Engler ist zu beachten, dass die Zitrone in Indien heimisch sein könnte, bevor dieInder ihre Kultur von China übernahmen). An die Bezeichnung kü, die schon im 8. vorchristlichen Jahrhundertvon den Chinesen zur Bezeichnung von Citrusarten verwendet wurde, könnte die indische Hauptwortsbezeichnungtra getreten sein, also kü»tra. Dieses Wort ist dann über das koptisch»arabische gitr6 in xixqov gewandeltworden, sodass der Gleichklang mit xedgo; nur äusserlich ist. Weiterhin könnte die Etymologie noch in Ver«bindung gebracht werden mit dem persischen torong, dem chaldischen etrog, etrogin, dem arabischen ottrogund dem spanischen toronja.
') Diese Auffassung wird von Penzig, O. (Studj botanici sugli agrumi e sulle piante affine. Roma,1887) vertreten. Die Blüte ist demnach diplostemon, nicht isostemonisch, wie häufig angegeben wird.