40
bogen und fest verflochten. Gefässe sind spärlich, liegen stets einzeln, sind grosslumig und meist breiter alsdie Holzstreifen. Die radial verlaufenden, dunkleren Markstrahlen bestehen stets nur aus einer Zellreihe. Andie Leitbündel sdiliessen sich oft kurze, wenigzellige, bisweilen Oxalatkristalle enthaltende Holzparenchymbindenan. In den Leitbündeln, den engen Lumina der Libriformfasern und dem Parendiym ist in grosser Menge einhellbraunes bis gelbgraues, sehr selten ziegel» bis karminrotes Harz eingelagert, das nach den neuesten Linter»sudiungen von Richter, P. Guajakol, Kreosol, Tiglinaldehyt, Pyroguajajacin und eine chemische VerbindungCisHsoOs sowie Stärke und Benzoesäure enthält. Die frühere Guajakonsäure besteht aus einem Gemenge derzwei Guajakonsäuren CaiHuOe (oder CssOseHe) und CaiHjeOe. Aus dem Harz kann durch Wasserdestillation dasGuajaköl gewonnen werden. In der Apotheke ist G. o f f i c i n a 1 e dieses Harzes wegen officinell und war denIndianern schon vor der Entdeckung von Amerika als Heilmittel bekannt. Es gilt als schweisstreibend und blut»reinigend und bildet einen Bestandteil des Species Lignorum. Früher wurde es viel gegen die Syphilis (Franzosen«krankheit) unter dem Namen „Franzosenholz" (Lignum sänctum, L. vitae oder L. benedictum) verwendet, wie z. B.
schon Hutten 1519 in einer sehr eingehendenBeschreibung seine Benützung anführt. Inspäteren Jahrhunderten büsste das Mittel seineBedeutung für diesen Zweck allmählich ein;dagegen wurde das von selbst austretende oderin Einschnitten sich sammelnde Guajakharz zurVertreibung rheumatischer Schmerzen, Gichtund Hautausschlägen gesammelt. Heute dientdie Guajaktinktur namentlich noch in der Chemieals Reagens und zu Blutuntersuchungen. DasLignum Guajäci als Drogenmittel stammtmeist von Abfällen der Drechslereien. Bis«weilen wird auch das Holz des nicht offizinellenG. sänctum L. benutzt. — Nur lokale Be=deutung kommt der ebenfalls durch sehr festesHolz ausgezeichneten, kleinen, mexikanisch»andinen Gattung Porli^ria Ruiz et Pav. mitfeingefiedertenLaubblättern zu, welch letztere beider südperuanisch-nordchilenischen P. hygro»m^trica Ruiz et Pav. bei Regen sich zu»sammengefaltet. — Buln6sia Gray, mit6 Arten in den argentinischen Trockengebieten und einer weiteren in den Savannen von Columbien und Venezuelaheimisch, ist für die südamerikanischen Aufforstungen von hohem Wert. B. arbörea (Jacq.) Engler soll einHolz besitzen, das Guajakum»Eigenschaften aufzuweisen hat. B. R6tama (Gill, et Hook.) Grisebach, eine andineDünenpflanze, besitzt einen spartium»artigen Wuchs und assimiliert mit ihren langen Stengelgliedern. B. Sar»rnienti Lorentz, ein bis 18 m hoher, mit B. arbörea im Grand Chaco lebender Baum, ist durch sehr festesHolz — seit 1872 als Palo balsamo im Handel — ausgezeichnet, in welchem ein wohlriechendes Harz enthaltenist. Dieses dient zu Parfümeriezwecken und wird in Bulgarien auch zur Verfälschung von Rosenöl benutzt. — Diekleine immergrüne Gattung Larröa Cav. bildet in den Sandsteppen und Salzwüsten der Anden und ihresOstabfalls ausgedehnte Bestände und findet sich mit L. Mexicäna Moric., dem Kreosotstrauch, auch in denTrockengebieten von Kalifornien, Texas und Mexiko. Der letztgenannte Strauch wird von den Eingeborenenzu Heilzwecken benutzt. Die Laubblätter werden vom Vieh nicht gefressen. Der Saft scheint ein Pfeilgift zuenthalten. Ferner findet sich in der Pflanze 26,3 °/o alkalilöslicher Lackstoff, 61,7°/o Harz und 1,4°/o Farbstoff,die einen Lackgummi ergeben. — L. divaricäta Cav., die „Jarilla" der Argentinier, enthält in ihrem HarzeGuajakonsäure und bedeckt namentlich bei Cordoba ausgedehnte Sandflächen. Sie ist ein bezeichnendes Glied dervon Lorentz beschriebenen Monte«Formation. — Zu der Subtribus der T r i b ü 1 e a e zählt ausser T r i b u 1 u s (s. u.)Kellerönia spl^ndens Schinz, ein mit Tribu 1 us eng verwandter, bis 1 m hoher, aufrechter, xerophytischerStrauch offener Buschgehölze des Somalilandes, der schmale, lanzettliche Laubblätter besitzt und die einzige strauchigeZygophyllacee der Alten Welt ist. — Durch ihre Tracht auffällig istSisynditespdrteaE. Meyer, ein EndemismusSüdafrikas mit besenginsterartigem Wuchs, wie er in der Familie ähnlich nur Buln^sia R 61 a m a (Gill, et Hook.)Griseb. zukommt. Als letzte Gattung gehört hieher Kallstrcemia Scop., die mit 11 Arten in Australien und 2 Artenin Südamerika vertreten ist. — Die Unterfamilie der Augeoid eae mit lO.fächerigem Fruchtknoten und keulen«förmigen, gegenständigen Laubblättern ist monotypisch und durch die 1 »jährige, sukkulente Aug£aCap6nse Thunb.in der Karroo und anderen südafrikanischen Salzgebieten vertreten. — Die durch drei monotypische Gattungengebildete Unterfamilie der Chitonioideae weicht vom gewohnten Zygophyllaceen»Typus durch Wechsel»
a@@®
©rn©©;
mm®Ä
000§
a
Fig. 1686. Guajacum officinale L. a Querschnitt durch das Holz.b Längsschnitt durch das Holz (nach Ernst Gilg).