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aber zwischen 200 und 1400) um nach oben (320) und unten abzunehmen (in der Wurzel 55). Aus diesemGrunde gelangen bei der Fladisbereitung die Fasern des obersten und untersten Stengelteiles, ebenso dieder Wurzel, gewöhnlich in das Werg. Die Anzahl der Faserbündel variiert zwisdien 20 und 51, währenddie Anzahl der Fasern pro Bündel 10 bis 30 beträgt. Die einzelnen Bastzellen, die zu den längsten Pflanzen-fasern gehören, haben eine durchschnittliche Länge von 25 bis 30 mm (im Minimum 4, im Maximum 100 mm),eine durchschnittliche Breite von (7,7) 15 bis 26 (37) mm. Sie sind gänzlich unverholzt, zeigen eine deutlicheLängsstreifung, sind sehr stark und gleldimässig verdickt und mit einem engen, fadenförmigen, stellenweiseerweiterten, plasmaerfüllten Lumen versehen. Die Enden sind sehr spitz und lang ausgezogen. Der Quer»schnitt ist meist polygonal, die Grenzfläche abgerundet prismatisch bis fast zylindrisch. Die unveränderte Bast-zelle ist, abgesehen von einer Andeutung einer feinen Längsstreifung (Fig. 1681 e, k), strukturlos. Nur ab und zubemerkt man auch quere oder schiefe Linien, die man früher fälschlich für Porenkanäle hielt. Diese zarten,die Zellhaut durchziehenden .Bruchlinien" haben jedoch mit der Struktur der Bastzelle nichts zu tun. Bei denBastzellen des gehechelten oder versponnenen Flachses sind diese Bruchlinien nun viel reichlicher und bedeutendschärfer) auch ist die Zelle stellenweise knotenförmig aufgetrieben (Fig. 16811 bis p) oder zeigt sogenannte „Ver-schiebungen*, die um so deutlicher in Erscheinung treten, je stärker die Bastzellen mechanisch angegriffen sind.Die besten belgischen und auch andere gute Sorten enthalten viele noch nicht angegriffene Bastzellen, die sichdann der natürlichen, unverletzten Faser nähern. Uebrigens geben auch Querwände anhaftender Reste vonParenchymzellen Veranlassung zum Auftreten von queren oder etwas schrägen Linien bezw. von Verschiebungen.Bringt man die Fasern durch Kupferoxydammoniak zum Quellen, so erkennt man auf dem Quer» oder Längs-schnitt sehr deutlich eine Schichtung der Zellwand; sie setzt sich aus wasserärmeren und wasserreicheren Lamellenvon ungleicher Quellungsfähigkeit zusammen. Zuweilen kann man — besonders am basalen Stengelteile vonälteren Fasern — im Inneren der Faser eigentümliche „Einkapselungen" feststellen, in welche sich das Protoplasmazurückgezogen hat. Durch mehrere übereinanderliegende „Kappen" (Fig. 1681 h) kann die Einkapselung von demübrigen Zellraum abgetrennt werden, sodass dann die Faser scheinbar mehrzellig ist. Chemisch bestehen die Fasernfast aus reiner Zellulose (85,4 °/o), Exweiss (4%), etwas Fett oder Flachswachs (1,6 bis 2,1 °/o), geringen Mengenvon Zucker, Gummi und Pektin, Pektose, Cerylalkohol, Phytosterin; dann enthalten sie als Glyzeride vielPalmitinsäure, Stearinsäure, anscheinend auch Oelsäure, Linolsäure, Linolen« und Isolinolensäure, sowie Spureneines aldehydartigen Körpers. Holzsubstanz befindet sich nur in der Mittellamelle. Der hohe Wert der Faserliegt also in dem geringen Gehalt an Holzstoff; dem entspricht auch die hohe Zugfestigkeit, wie die nachstehendeTabelle zeigt (nach Sonntag)s
V erholzungsgrad
Festigkeit
Elastizität
Flachs
14,29°/o
110,4
10,787
Hanf
15,05°/o
91,8
7,205
Manilahanf (Musa textilis)
29,-20%
67,1
6,880
Phormium tenax (Neuseeländer Flachs) . . .
50,7 °/o
47,7
3,493
Coir (Kokosnuss)
58,4 °/o
28,9
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Der Reinflachs wird in erster Linie zu Leinwand, Linnen (franz.: toile ; ital. s tela) oder Batist (diefeinsten Fasern) verarbeitet, gröbere Sorten und Abgang zu Zwillich oder Drillich, Zwirn, Sack, und Packlinnen, zuBettüchern, Garn, Wachstuch, Linoleumläufern usw. Das Bleichen erfolgt gewöhnlich erst nach dem Verspinnen oderWeben. Zur Papierfabrikation (Lumpenpapier) werden die Eirifeelfasern durch chemische und mechanische Mittelisoliert. Die Fabrikation von Lumpenpapier dürfte wohl in Deutschland entstanden sein. Das Stadtarchiv von Kauf-beuren (Bayern) besitzt Urkunden auf Lumpenpapieren aus dem Jahre 1324; die erste und älteste Papiermühledürfte 1390 in Nürnberg angelegt worden sein. Durch das sogenannte „Kotonisierungs-Verfahren", wodurch die Faser-bündel auf mechanischem oder chemischem Wege zerlegt werden, erhält man eine geschmeidige, baumwollähnlicheFaser (Kosmosfaser), die entweder allein oder mit anderen gemischt, zu feinen Geweben versponnen werden kann.Halbleinene oder halbbaumwollene Stoffe sind Ketten aus Leinen mit Einschuss von Baumwolle oder Hanf.
Offizineil als S6men Lini sind die stark flachgedrückten, eiförmigen, am Rande dünneren, 4 bis6,5 mm langen, 2,5 bis 3 mm breiten, 1 bis 1,5 mm dicken und 4,69 bis 5,45 fi schweren, am unteren(Chalaza-)Ende abgerundeten, am Hilum genabelten, glatten, glänzenden, gelblichen bis dunkelrotbraunenSamen. Sie besitzen einen, wenn auch schwachen, unangenehmen, öligen Geruch. Mit der Lupe betrachteterscheint die Oberfläche sehr fein grubig. Die Mikropyle ist an der einen schmalen Kante als dunklesHöckerchen sichtbar; darunter liegt der etwas hellere Nabel, von dem aus die Raphe als meist hellererStreifen an der scharfen Kante herabzieht. Das Endosperm, das beim Oeffnen der Samen meist an derSamenschale haften bleibt, ist sehr dünn, jedoch auf dem Querschnitt deutlich sichtbar. Von den beiden