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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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24
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Alexandrien), der Petersburger, Rigaer, Libauer, Narwaer, Flandrische, Zeeländer. Die nordamerikanischen Sorten(Minnesota, Dakota, Ohio) können selbst mit den mittleren europäischen Sorten nicht konkurrieren. Trotzdemist der Flachsimport nach Amerika gering, da die Baumwolle den Flachs dort nicht aufkommen lässt. In denTropen und Subtropen, z. B. in Ostindien (white seeds), Aegypten, Abessinien, Australien, Argentinien (SantaFe und La Plata-Saat), Marokko wird der Flachs nicht der Fasern wegen, sondern zur Oelgewinnung aus denSamen gezogen. Erst seit einigen Jahrzehnten versucht man in Argentinien und Canada aus dem Samenflachsauch eine brauchbare Faser zu gewinnen. Die Haupthandelsplätze für Flachs (und für Hanf) sind für RusslandRiga, Pernau, Dünaburg, Witbesk, Petersburg, Moskau, Archangelsk und Pskow, für Irland Belfast, für BelgienGent, für Frankreich Lille, für die Tschechoslowakei Trautenau, für Deutschland Landeshut in Schlesien und Liegnitz.Der Flachs gedeiht am sichersten in einem feuchten und kühlen Klima; bei Trockenheit bleibt er kurz. Kälteverträgt er in seiner Jugend nur bei kräftiger Entwicklung. Zu seiner vollständigen Reife braucht der Flachs84 bis 120 Tage. Die besten und wertvollsten Sorten werden unter dem Einfluss eines nicht zu heissen See»klimas erzielt, so in Irland, Belgien, Holland und in den russischen Ostseeprovinzen. Infolge der Bodenmüdig»keit müssen die Aecker oft gewechselt werden; nur alle 7 bis 9 Jahre darf der Flachs, der von dem Bodenviel Nährstoffe verlangt, auf das gleiche Feld gepflanzt werden. Ein wiederholter Anbau von Lein ruft Boden»müdigkeit hervor, bei der die Samen durch Bakterien im Boden zum Faulen gebracht werden, bevor oderwährend sie keimen. Die Pflanzen können sich dermüdemachenden'' Mikroorganismen bis zu einem gewissenGrade erwehren. Uebrigens ist ein Boden, der für Erbsen keimmüde ist, dies auch für Lein und umgekehrt.Von der Keimmüdigkeit ist die Wachstumsmüdigkeit zu unterscheiden; letztere hält sich länger als die Keim»müdigkeit. Ihr Grund ist unbekannt (Mikroorganismen oder Pflanzengifte?). Die Fruchtfolge und die Ein»Schiebung des Flachses in dieselbe wechselt sehr nach der Beschaffenheit des Bodens. In Belgien ist auf einemtiefgründigen, lehmigen Boden folgender Fruchtwechsel gebräuchlich: Flachs, Klee, Roggen, Weizen, Raps, Kar»toffeln, Hafer, Gerste und Zichorie, auf leichterem Boden: Flachs, Roggen, Hafer mit Klee, Weizen, Roggen,Kartoffeln, Weizen, Roggen und Gerste; in Böhmen: zweijähriger Klee (im ersten und zweiten Jahr), Weizenoder Roggen, Flachs, Weizen, Kartoffeln, Hafer mit Klee; in der fruchtbaren Oderniederung (bei Glogau inNiederschlesien): Kartoffeln und Zuckerrüben, Hafer oder Sommerweizen, Klee mit Raygras, '/» Flachs, */ Raps,Weizen (hier kommt also auf derselben Stelle der Flachs bereits nach 5, sogar nach 4 Jahren wieder) usw. ImOetztale baut man den Flachs sogar 2 Jahre hintereinander auf der gleichen Stelle und erzielt dabei Stengelvon durchschnittlich 1,5 m Länge. Allerdings ist diese Faser von sehr grober Beschaffenheit. Wenn man auchden Flachs fast nach Jeder Frucht anbauen kann, so haben doch langjährige Versuche gezeigt, dass er ambesten nach gedüngten Halmfrüchten, nach Grünmais und nach Klee gedeiht. Voraussetzung ist immer einan Pflanzennahrung reicher Boden, der nicht erst zubereitet werden muss. Aus diesem Grunde pflanzt manden Flachs am zweckmässigsten nach Hülsenfrüchten, die wenigstens hinsichtlich des Stickstoffvorratesden Boden in angereichertem Zustande zurücklassen. Ausser dem Stickstoff benötigt der Flachs vor allemPhosphorsäure, Kali und Kalk bezw. Magnesia. Immerhin wirkt eine unmittelbare Kalkdüngung ebenso schädlichwie die Stallmistdüngung; die erstere erzeugt eine harte und spröde Faser, die letztere verunkrautet ausser»dem den Boden. Kalk kommt deshalb am besten 1 oder 2 Jahre zuvor (zur Vorfrucht) in den Boden. Fürden Flachsbau eignet sich eigentlich Jeder Boden, abgesehen von einem dürren Sandboden oder einem strengenTonboden. Immerhin sagt der Pflanze am besten ein milder, lehmiger Sandboden zu Auf allzu weichen oderhumushaltigen Böden, ebenso auf Moorböden wird der Anbau unsicher. Eine stauende Nässe im Untergrundeist zu vermeiden, wenn auch der Flachs ein. gewisses Mass Feuchtigkeit beansprucht. Stösst nämlich dieWurzel der Leinpflanze ein Tlefwurzler auf Wasser, so hört die Weiterentwicklung auf.

Die Gewinnung der Faser setzt eine Reihe von Hand« bezw. mechanischen Arbeiten voraus, die inder Hauptsache darin gipfeln, die Rinde zu entfernen, die Leimsubstanz zu lösen, die Fasern vom Holz zusondern und dieses brüchig zu machen. Die einzelnen Prozesse wechseln stark nach den Gebieten und Landes»Sitten. Ende Juli oder anfangs August werden die zur Fasergewinnung bestimmten Pflanzen, nachdem dieFelder 2 bis 3 mal von dem oft sehr reichlichen Unkraut (pag. 30) gereinigt werden, mit der Hand aus demBoden und zwar mit der Wurzel herausgerissen (»gerauft"), aber nicht geschnitten. Eine brauchbare Flachs»raufmaschine, die zufriedenstellend arbeitet, ist bis heute noch nicht vorhanden. In Europa kamen die erstenRaufmaschinen im Jahre 1921 in Betrieb. Die Flachsstengel hängen mit ihren Verzweigungen zusammen, sodass sich die Pflanzen beim Schneiden nicht niederlegen, wie dies z. B. bei Weizen und Roggen, die mit derMähmaschine geschnitten werden, der Fall ist. Will man Saatgut oder die Samen zu Oel verarbeiten, so mussselbstredend die Reife der Fruchtkapseln, der sog.Knoten" oder .Ballen", abgewartet werden. Das Entfernender den Leinstengeln zunächst noch anhaftenden Fruchtkapseln, das sog. »Riffeln", geschieht mittelst eiserneroder hölzerner Kämme (Flachsraufe"). Die früher übliche Methode des Dreschens empfiehlt sich nicht, weildabei die Bastfasern beschädigt werden. In neuerer Zeit geschieht das Riffeln auch maschinenmässig durch be»sondere Walzwerke, die auch gleichzeitig die Samen von den Fruchthüllen befreien können.