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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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Linum Austriacum gehört wie L. perenne dem pannonisch.politischen Element an. Die Pflanze bewohntbesonders Trockenwiesen vom Charakter des Stipetums, des Brometum erecti, der Bestände von AndropogenIschaemum u. ähnl. In der Steppengesellschaft des Launer Mittelgebirges erscheint sie zusammen mit Stipapennata, S. capillata, S. Tirsa, Adonis vernalis, Erysimum crepidifolium, Polentilla arenaria, Viola ambigua,Astragalus exscapus, Artemisia Pontica, Aster Linosyris usw. Audi auf Schutt und Felsen sonniger trockenerHänge findet sich die Pflanze gelegentlich. Wie L. perenne wird sie hie und da in Gärten kultiviert und ver»wildert gelegentlich. An verschiedenen Orten hat sie sich an Eisenbahndämmen angesiedelt (allerdings meistnur vorübergehend) und scheint sich längs der Eisenbahnlinien auszubreiten; so dringt sie nach Laus inMähren längs der Nordbahn durdi die Winschauer Senke ins obere Marchbecken vor. Als ursprünglichspontane Pflanze ist L. Austriacum einzig in Niederösterreich, Böhmen und Mähren anzusehen-, selbst inMähren erscheint es nur im südlichen Teile spontan, im mittleren Landesteile ist es (an Bahndämmen) zweifeis»ohne eingeschleppt. Die Angaben aus Kärnten (bei P ach er) beziehen sich sicherlich auf Formen von L. al«pinum. Ebenso dürften alle Vorkommnisse in Deutschland (auch in Bayern und in der Schweiz) trotz deröfters angenommenen Spontanität als Kulturrelikte und Gartenflüchtlinge zu deuten sein. Ueber hypokotyleAdventivknospen bei Linum Austriacum vgl. Verh. des Botan. Ver. der Provinz Brandenburg. Bd. XV, 1874.

Von Bastarden werden genannt: L, perenne L. X L. Austriacum L. (von Koelreuterkünstlich erzeugt) und L. Narbonense L. X L. usitatissimum L. (gleichfalls von Koelreuter erzeugt).

1805. Linum usitatissimum *) L. Lein, Flachs. Franz.: Lin; engl.: Flax; ital.: Lino.

Taf. 175, Fig. 1; Fig. 1676 bis 1684.

Das Wort Flachs (althochdeutsch flahs) ist gemeingermanisch (niederl.: vlas, engl.: flax); seine Herkunftist unklar (Zusammenhang mit griech. nUxeiv [pldkein] = flechten?). Noch verbreiteter ist das Wort Lein(althochdeutsch lin), das auch im Slavischen (z. B. altbulgar. linü, littauisch linal) zu finden ist. Ob es sich umeine Urverwandtschaft handelt oder ob das deutsche Lein aus dem lateinischen linum entlehnt ist, lässt sichnicht mit Sicherheit entscheiden. Das althochdeutsche hara, haro (dän. hör) = Flachs treffen wir in der ver»breiteten bayerisch»österreichischen BenennungHaar" (Maskulinum5) an. Ehedem wurde auch der Flachs»händlerHarer" geheissen. Im rätoromanischen Graubünden nennt man den Flachs glin.

Ein» oder 2=jährige, 20 bis 100 (150) cm hohe, kahle Pflanze mit ziemlich kurzer,hellgelblicher, spindelförmiger Wurzel. Stengel 1 bis mehrere, aufrecht oder kurz bogig auf»steigend, stielrund, einfach oder im oberen Teile verzweigt, ziemlich dicht beblättert.Laubblätter wechselständig, sitzend, am Grunde oft stielartig verschmälert, 2 bis 3 cm langund 3 bis 4 mm breit, dünn; die unteren lanzettlich bis lineaManzettlich, spitzlich, die mittlerengrösser als die unteren und oberen, lineaManzettlich, zugespitzt, die oberen lineaManzettlich,fast grannenartig zugespitzt, alle 3»nervig, am Rande glatt, graugrün. Blüten in rispig ange»ordneten, lockeren, schlaffen Wickeln auf langen, die Kelchblätter an Länge übertreffenden,aufrechten Stielen. Kelchblätter eiförmig, scharf gekielt, etwa 5 bis 6 mm lang, kurz zuge»spitzt, kahl, breit=hautrandig (Hautrand im vorderen Teil rauh und fein bewimpert), 2» bis5= (meist 3»)nervig. Kronblätter keilförmig=verkehrteiförmig, 12 bis 15 mm lang, vorne gestutzt,ganzrandig oder etwas gekerbt, lang, himmelblau, dunkler geädert, am Grunde gelblich, seltenerweiss, hellblau, hellrosa oder lila. Staubblätter etwa 2 mm lang oder wenig länger, am Grundekurz miteinander verbunden, ohne Anhängsel zwischen den Fäden; Staubbeutel blau. Griffelblau, etwa 4 mm lang; Narben kurz keulenförmig=kopfig. Frucht eine auf aufrechtem oderwenig gebogenem Stiele befindliche, kugelig=eiförmige, 6 bis 8 mm lange, spitze, wand» oderfachspaltig aufspringende oder geschlossen bleibende Kapsel; normal 10 Samen, oft aberweniger, sogar nur 1 Samen enthaltend. Letztere stark flachgedrückt, eiförmig, 4 bis 4,85(6,5) mm lang und 2,5 bis 3 mm breit, glänzend bräunlich. Keimling sehr gross, die Haupt»masse des Samenkerns ausmachend, die plankonvexen Keimblätter von dem dünnen Endo»sperm umgeben. VI bis VIII.

Häufig feldmässig angebaut von der Ebene bis in die Alpentäler (in Tirol und Kärntenbis zirka 1600 m, im Engadin bis 1800 m). Ausserdem auf Schutt, in Gärten, unter Getreide,in Rübenfeldern, an Wegrändern verschleppt, jedoch meist unbeständig, selten eingebürgert.

*) Superlativ vom lat. usitätus = gebräuchlich. (Diese Art wurde von G. H e g i bearbeitet).