12
Pettau, angeblich auch bei Neuhaus), in Kärnten bei Raibl, Langenberg im Lavanttal, Finkenstein, Karawanken,Loiblwiesen, Obir, Maria Rain, Jauntal, Eberndorf, in Krain (Dobrava Terrasse südlich von Javornik). Fehltin Böhmen, Salzburg, Tirol und Vorarlberg.
Allgemeine Verbreitung: Südöstliches Europa (Mittel» und Südrussland,Balkanhalbinsel, Rumänien, Polen, Ungarn, Kroatien, im Gebiet westlich bis Mähren,Oberösterreich, Steiermark und Kärnten).
Aendert abs var. latifölium Ledeb. Stengel oberwärts wollig, nachunten zu fast kahl. Laubblätter breiter, spärlich zottig behaart, S.-nervig. [ loch»blätter sowie Kelchblätter reichlich drüsenhaarig. Verbreitetste Form. — var.subgläbrum Ledeb. (= L. hirsütum L. ß glabrätum Kovacs, = L. Pannöni»cum Kerner, = L. nudifölium Borbas, = L. glabr^scens Borbas). Stengel ober»wärts spärlich zottig bis weichflaumig, unterwärts kahl. Laubblätter meist 5«oder die oberen 3»nervig, kahl oder die oberen spärlich behaart. Sehr zer»streut. — Exemplare mit weissen Blüten sind in Siebenbürgen beobachtet worden.
Linum hirsutum gehört wie L. perenne und L. Austriacum dem pon»tischen Element an.
1800. Linum tenuifölium L. (= L. Cilicicum Fenzl, = L. an»gustifölium Tomaschek, = Cathartolinum tenuifölium Rchb.).Schmalblätteriger 1 ) Lein. Taf. 175, Fig. 5; Fig. 1670.
Ausdauernde, 15 bis 50 (100) cm hohe, meist kahle Staudeoder Halbstrauch. Wurzel ziemlich dick, spindelig, wenig ästig,verholzt, gelblich. Stengel mehrere, aus einem reichästigen Erd=stock entspringend (neben fertilen auch sterile Sprosse vorhanden),aufrecht oder aus niederliegendem Grunde aufsteigend, im unterstenTeil verholzt und spärlich kurzflaumig behaart, sonst kahl, stiel»rund, feingerillt. Laubblätter wechselständig, im unteren Stengelteilsehr dicht gedrängt, nach oben zu entfernter stehend, kürzer, sitzend,lineal, spitz, die obersten zugespitzt, einnervig, am Rande zurück»gerollt, von kurzen Zäckchen rauh, sonst kahl, graugrün. Blütenbis 22 mm im Durchmesser, in lockeren, bis über 12=blütigen,Fig. 1569. Linum hirsutum l . spärlich beblätterten, rispig angeordnetenWickeln, aufkurzeri, dünnen,a Habitusc i /< naturi. Grösse), b Frucht k a hlen Stielen. Kelchblätter lanzettlich, pfriemlich zugespitzt, etwa
(vom Kelch umgeben).
6 bis 7 mm lang, aut dem Kücken durch den vortretendenMittelnerven gekielt (Fig. 1670 b), am Rande drüsig gewimpert, an der Frucht erhalten bleibend.Kronblätter frei, verkehrt=eiförmig, nach dem Grunde zu keilförmig verschmälert, 10 bis 15 mmlang, vorn mit aufgesetztem Spitzchen, ganzrandig, helllila oder rosenrot, seltener milchweiss.Staubblätter etwa 6 bis 7 mm lang; Staubbeutel schmal, 1,8 mm lang; Staubfäden am Grundefrei oder ± verwachsen, verbreitert, am verbreiterten Teil spärlich behaart. Griffel sehr dünn,etwa 6 mm lang; Narbe kopfig. Frucht aufrecht, ei=kegelförmig bis fast kugelig, spitz, 3 bis4 mm lang, kahl; Scheidewände behaart. Samen schmaMänglich, 2 bis 2,1 mm lang, flach,kahl, glatt, hellbraun. — VI, VII.
Zerstreut, aber oft gesellig in offenen Trockenwiesen, steinigen, schwach berastenWeiden, auf Felsschutt, in lichten Gebüschen und Kiefernwäldern; von der Ebene bis an dieobere Grenze der montanen Stufe, im Wallis bis 1500 m, in Südtirol auf dem Monte Clesebensohoch aufsteigend. Meist auf Kalk, selten auf Silikatgesteinsböden (Gneis).
In Deutschland nur in Süd« und Mitteldeutschland! in Bayern auf der unteren Hochebene beiGarching (ob noch?), Gottfrieding bis Schwaigen bei Dingolfing (ob noch?), im Jura gegenüber Sinzing bei Regens»
') Fälschlicherweise häufig Zart» oder Feinblälteriger Lein genannt; tenuis bedeutet hier nicht zart»dünn oder fein, sondern schmal, schmächtig. Camerarius erwähnt 1588 die Pflanze als „circa vineta Fran.coniae" wachsend unter dem Namen Linum sylvestre tenuifölium.