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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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Linum, catharticum, das in der Tracht einer kleinen Gypsophila oder manchen Alslnoldeen gleicht(Blüten jedoch 2=farbig und Fruchtkapsel 5>fächerig), gehört dem europäisch»mediterranen Element an. Die Artzeigt eine grosse Anpassungsfähigkeit an die verschiedensten Standortsbedingungen; sie gedeiht sowohl antrockenen wie an frischen bis feuchten, an sonnigen wie an ziemlich schattigen Standorten, auf humosen wie aufmineralischen Böden. Am häufigsten erscheint sie an trockenen Stellen in Kunstwiesen, in Trockenwiesen vomCharakter des Brometum erecti, an Bahndämmen, auf Weiden, in Flachmooren (im Parvo»Caricetum, im Schoe«netum, im Molinietum, seltenerauch auf Hochmooren, auf offenem Torfboden, in der Callunaheide auf Sand undHumus, in Erlcetum carneae, in lichten Gebüschen und Miniaturwäldern, so in Legföhrenbeständen, imGrünerlengebüsch, an Waldrändern, in lichten Fichten« und Föhrenwäldern, selten auch in Laubwäldern, anQuellen, Bachufern, auf überrieselten Felsen, auf Felsschutt, auf Gesteinsgrus, in Aeckern, auf Mauern, aufAlluvionen, endlich oft auch massenhaft auf verkohlten Stellen (Feuerstellen, Kohlenmeilern). In den tieferen Lagenist die Art einjährig (subsp. catharticum Hayek, Fig. 1665 a, b), in den Fettwiesen ist sie eine der wenigen einjährigenPflanzen und hier wohl nur infolge ihrer grossen Anspruchslosigkeit in Bezug auf Raum und Unterlage konkurrenz«fähig. In den Gebirgen bildet sie zwei» bis mehrjährige (Fig. 1665 c, d, e) Formen aus (wie dies auch bei anderenArten, z. B. Poa annua, Viola tricolor, der Fall ist). Auf Kalkböden scheint die Art in den Gebirgen höherhinaufzusteigen als auf Silikatunterlage. Die kleinen Blüten sind homogam oder schwach proterogyn und duftlos jder Honig ist verborgen und nur durch die runden Lücken zwischen den Basen der plötzlich verschmälertenKronblätter erreichbar. Die Nektarien sitzen zwischen den Kronblättern an der Aussenseite des durch die amGrunde verwachsenen Staubblätter gebildeten fleischigen Ringes. Die Staubbeutel stehen gleichhoch wie dieNarben, sie sind anfangs von ihnen entfernt, sodass besuchende Insekten sowohl Fremd« wie Selbstbestäubung be»wirken können; durch spätere Annäherung wird eine spontane Selbstbestäubung möglich gemacht. Der Oeffnungs«mechanismus der Blüten reagiert sehr empfindlich. Stahl stellte bei der Art eine endotrophe Mykorrhiza fest.Das Pflänzchen wird öfters vom rotfleckigen Leinrost (Melampsora Lini [Pers.] Dsm.) befallen. VergrünteBlüten werden durch eine Gallmilbe hervorgerufen. Von Missbildungen sind Zwergformen mit nur 3 oder4 Staubblättern sowie Exemplare (unter dem Typus) mit 3»quirligen Laubblättern und 4«gabeligen Blüten be»obachtet worden.

Linum catharticum war früher als Purgativum, Diureticum usw. (H6rba lini cathärtici) offizinell.Das Kraut enthält neben einem gelben Farbstoff und Harz etwa 0,5 °/o eines amorphen Bitterstoffes, welcherfür manche Tiere (für die Katze auf 1 kg 0,01 g) tödlich wirkt. Dem Menschen sind soldi kleine Dosen un«schädlich, während grössere Mengen brechenerregend wirken. Neueren Angaben zufolge kommt als wirksamerBestandteil ein amorphes Glykosid, das bei Hydrolyse neben Glykose Linin ( Cjs Hji O») liefert, in Betracht. AlsPurgativum und als Wurmmittel war die Pflanze schon von jeher ein beliebtes Volksmittel, ebenso bei Ascitis,Leberleiden, bei katarrhalischen und rheumatischen Erkrankungen. Die erste Beschreibung der Pflanze findetsich bei Thal (Sylva Hercynia, Frankfurt 1588) als Linokarpos, während die ersten Mitteilungen über dieAnwendung als Heilmittel von Th. Johnson und Parkinson (1636 und 1640) stammen. Bauhin (1615)bezeichnete das Pflänzchen als Alsine minor capitulis lini cauliculis inflexis. Vgl. auch Kownacki, B.Ueber Linum catharticum. Dissertation, Dorpat 1893. Neu weil er konnte Samen in der Römischen Nieder«lassung Vindonissa in der Schweiz feststellen.

1797. Linum flävum L. (= Xantholinum flavum Rchb.). Gelber Lein. Taf. 175, Fig. 6 ;

Fig. 1666.

Ausdauernde, 20 bis 55 (in Kultur bis 80) cm hohe, kahle Pflanze. Wurzel spindel»förmig, oft verholzt, gelblich. Erdstode ästig, verholzt, neben fertilen auch unfruchtbare Laub»sprosse treibend. Stengel aufrecht, seltener aufsteigend, einfach (nur im Blütenstande verzweigt),knorpelig, vielkantig; Kanten rauh, seltener, besonders im oberen Stengelteil, glatt, fast geflügelt.Untere Laubblätter schmabverkehrteiförmig bis spateiförmig, in den Grund verschmälert, sitzend,stumpf oder spitzlich, die oberen lanzettlich, spitz, nur undeutlich in den Grund verschmälert;alle ganzrandig, kahl, bläulichgrün, am Rande hell hornartig durchscheinend (besonders gegenden Grund zu) rauh; undeutlich 3»nervig (selten 5=nervig), am Grunde an Stelle der Neben»blätter mit 2 dunkelbraunen Drüsen (Fig. 1666 b). Blüten in doldig=rispigen, spärlich beblättertenWickeln, auf 2 bis 4 mm langen, kantigen, aufrechten Stielen. Kelchblätter sebmabeiförmig,6 bis 9 mm lang, zugespitzt, am Rande etwas häutig, drüsig=gewimpert (Fig. 1666d). Krön»blätter keilförmig=verkehrteiförmig, in den Grund verschmälert, 12 bis 20 (22) mm lang, satt»gelb, mit dunkleren Nerven, doppelt bis 3mal so lang als der Kelch. Staubblätter etwa 10