5
beobachtet. Stengelfasciationen und trikotyle Keimlinge sind besonders beim Flachs nicht selten. TetramereBlüten kennt man von L. catharticum, 6=zählige von anderen Arten. Nach W y d 1 e r sind die Tragblätterhäufig an ihre Blütenzweige angewachsen.
Auf die einzelnen Sektionen verteilen sich die Arten wie folgt •.
1. Cathartolinum Rchb. Alle Laubblätter gegenständig. Blüten klein. Kelchblätter drüsigbewimpert. Kronblätter frei, weiss. Hieher: L. catharticum. — 2. Syllinum Grisebach. Laubblätter Wechsel«ständig. Kelchblätter meist drüsig bewimpert. Kronblätter vor dem Aufblühen im unteren Teile zusammen«hängend. Fruchtstiele kurz. Hieher: L. flavum, L. hirsutum, L. viscosum sowie L. arböreum L., ein meterhoherStrauch auf Kreta, und L. campanulatum L. aus dem Mittelmeergebiet.— 3. Eulinum Grisebach. Laubblätterwechselständig. Kelchblätter drüsenlos. Kronblätter frei, blau, rosarot oder weiss. Fruchtstiele verlängert.Hieher: L. usitatissimum, L. Austriacum, L. perenne, L. Narbonense, L. Gallicum sowie L. grandiflorum Desf.und L. martimum L. aus dem Mittelmeergebiet und L. corymbulösum Rchb. — 4. Lindstrum Planch. Laub«blätter wechselständig. Kelchblätter drüsig bewimpert. Fruchtstiele kurz. Hieher: L. tenuifolium. 5. C1 i o»cöcca Planch. Kronblätter so lang oder kürzer als der Kelch. Blütenstiele sehr kurz. In Südamerika. —6. Hesperolinum Gray. Einjährige Arten mit 2 oder 3 Fruchtblättern und 4« oder 6«fächerigen Kapseln.Diese nur im pazifischen Nordamerika vertretene Sektion wird neuerdings von Small zur Gattung erhoben.Adventiv werden gelegentlich beobachtet: I.inum maritimum L. aus dem Mittelmeergebiet. Ausdauernd,kahl. Stengel mit den schlanken Aesten eine grosse, lockere, trugdoldige Rispe bildend. Untere Laubblättergegenständig, elliptisch bis länglich=lineal, obere wechselständig, alle (wenigstens am Grunde) dreinervig.Kelchblätter eiförmig, kaum zugespitzt. Kronblätter schwefelgelb, 3 bis 4 mal länger als der Kelch. Adventiv1910 im Hafen von Ludwigshafen. — L. corymbulösum Rchb. (= L. Libürnicum Scop., = L. atireum DC.,= L. strictum L. ß corymbulösum Ascherson und Kanitz). Einjährige, dem L. Gallicum (pag. 14) sehr ähn«liehe Pflanze. Stengel schlanker, nur im oberen Teile ästig. Laubblätter an den Rändern rauh. Kelchblätterlanzettlich, lang zugespitzt, rauh. Kronblätter etwa 3 mal so lang wie der Kelch. Frucht gross, '/> solang wie die Kronblätter. Heimat s Mediterrangebiet mit Ausnahme des westlichen Teiles. In Südtirol an derSuganatalbahn (Alle Ghiaje, bei Povo und San Christoforo) vorübergehend eingeschleppt. — L. nodiflörumL.(= L. lut£olum Bieb.). Einjährige, 15 bis 50 cm hohe, kahle Pflanze. Stengel einzeln, am Grunde gebogen,im oberen Teile verzweigt, kantig geflügelt. Laubblätter spateiförmig, stumpf, die oberen lanzettlich, die unterenspitz; alle am Grunde jederseits mit einer braunen Nebenblattdrüse, am Rande rauh, fein gezähnelt. Blütensehr kurz gestielt, in locker spreizenden Scheintrauben, mittelgross. Kelchblätter linealisch, grannig bespitzt,feinzackig rauh, 3 bis 4 mal länger als die Frucht. Kronblätter keilförmig, lang genagelt, hellgoldgelb. Fruchteikugelig, etwa 6 mm lang — V, VI. Heimat: Mediterrangebiet mit Ausnahme des westlichsten Teiles. In Süd«tirol an der Suganatalbahn (bei San Christoforo und 1905 als Ueberrest aus den Griechischen Kolonien bei Persen(Pergine) eingeschleppt. — L. grandiflörum Desf. Ausdauernde, kahle Pflanze mit aufrechtem oder auf»steigendem, vom Grunde an ästigem Stengel. Laubblätter lineal-lanzettlich, spitz. Blüten in locker rispigemBlütenstand. Kelchblätter lanzettlich, gesägt«gewimpert, die Kapsel etwas überragend. Kronblätter gross, rosabis karmin. — V bis VII. Heimat: Algier. Seit zirka 1800 hie und da in Gärten, neuerdings auch (Schaff»hausen 1921) als Bienenpflanze kultiviert und zuweilen verwildert (Döbling bei Wien und 1908 bei Basel).Die Art ist eine unserer wirkungsvollsten und dankbarsten Sommerblumen, die an sonnigen Stellen mühelos,direkt aus Samen gezogen werden kann. Neuerdings ist sie allerdings etwas aus der Mode gekommen, ähn»lieh wie Lychnis Chalcedonica, Hesperis matronalis, Fabiana imbricata, Lippia citriodora, Phlox Drummondii,Tradescantia Virginica usw. Bei der Stammform sind die Blüten leuchtend blutrot (f. rubrum hört.), bei derf. röseum hört, blassrosarot und weniger leuchtend.
Ausser L. grandiflorum, L. flavum, L. Narbonense und L. perenne werden gelegentlich nochals Zierpflanzen angetroffen: L. suffruticösum L. Halbstrauch aus Spanien mit weissen bis hellviolettenBlüten. — L. Berlandi6ri Hook, aus Texas. Kahle Staude mit grossen, goldgelben Blüten. — L. Orien«täle Boiss. aus Vorderasien. Zierliche Pflanze mit grossen, orangegelben Kronblättern. — L. campanu»lätum L. (= L. glandulösum ß campanulatum DC., = L. fldvum L. ß campanulatum Fiori und Paoletti,= Xantholinum campanulatum Rchb.). 5 bis 30 cm hoher, kahler Halbstrauch. Stengel meist mehrere, kantig.Unterste Laubblätter rosettenförmig, spateiförmig, die oberen wechselständig, eilanzettlich oder lanzettlich, mithellem, häutigem Knorpelrand, die obersten fast gegenständig-, alle am Grunde mit Nebenblattdrüsen, ein»nervig. Blüten auf sehr kurzen Stielen, in lockeren, wenigblütigen Trugdolden angeordnet. Kelchblätter lan»zettlich, lang zugespitzt, einnervig, am Rande häutig, nicht oder ± deutlich drüsig gewimpert, zur Frucht»zeit sich vergrössernd, doppelt bis dreimal so lang als die Frucht. Kronblätter 2,5 bis 3 cm lang, gelb, amGrunde lang röhrenförmig zusammenhängend. Frucht schmaleiförmig, lang zugespitzt. Narben länglich.Heimat: Oestliches Spanien, Südfrankreich, Italien, Dalmatien.