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5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
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Nebenblätter fehlend oder in Form von drüsenförmigen Organen (Fig. 1666 b) vorhanden.Blüten an der Spitze der gabelig verzweigten Stengel in meist lockeren Wickeln. Kelchblätter 5(Fig. 1664 f, g), frei, ganzrandig, oft drüsig gewimpert oder hautrandig, ab und zu die äusserenund inneren verschieden gestaltet, meist erhalten bleibend. Kronblätter 5, weiss, blau, rötlich odergelb, zart und hinfällig. Staubblätter 5, am Grunde meist ± miteinander verwachsen; zwischenden Staubfäden lineale, kurze Staminodien, im verwachsenen Teil alternierend mit den Kron=blättern 5 Honigdrüsen. Fruchtblätter meist 5, selten 3 oder 2; Griffel 5, selten 3 oder 2,

r frei oder seltener + hoch hinauf verbunden;

^ Ij . ytßr'/ Narben kopfig, keulenförmig oder lineal. Frucht/' - \ eme Kapsel mit 5 je durch eine i vollständige

Zwischenwand in 2 einsamige Kammern geteiltenFächern (Fig. 1664 b). Samen flach, glatt, mit ver=schleimender Oberhaut.

Zu der gut umgrenzten Gattung zählen ungefähr100 Arten der gemässigten und subtropischen Gebiete allerErdteile; besonders stark vertreten sind sie im Mittelmeer,gebiet, während der südlichen Halbkugel nur wenige Artenzukommen. Die Blüten sind homogameBlumen" mitverborgenem Honig. Eine Reihe von Arten sind alsdi»morph" zu bezeichnen, d. h. sie entwickeln lang« und kurz«griffelige Formen. Voll mann wies bei L. perenne aucheine mittelgriffelige Form nach. Bereits Darwin stelltebei L. grandiflorum fest, dass die grösste Fruchtbarkeitdann eintritt, wenn die langgriffelige Form mit demPollen der kurzgriffeligen bestäubt wird und umgekehrt.Bei L. perenne fand er, dass eine legitime Befruchtung so«wohl der lang» als auch der kurzgriffeligen Form bei 8 /«der Blüten nie die volle Fruchtbarkeit bewirkt, dass dagegeneine illegitime Befruchtung der langgriffeligen gänzliche,eine solche der kurzgriffeligen fast gänzliche Unfruchtbarkeitzur Folge hatte. Hildebrand zeigte, dass die kurzgrif«feiigen Formen sowohl mit eigenem Pollen als auch mit jenemanderer Blüten desselben Stockes, als auch endlich mitPollen anderer kurzgriffeliger Pflanzen durchaus unfruchtbarsind. Neuerdings hat F. L a i b a c h (Biologisches Zentral«blatt. Bd. 43, 1923) den Nachweis erbracht, dass die lang»und kurzgriffeligen Linien von L. Austriacum bei Selbst»bestäubung und bei illegitimer Bestäubung in verschiedenemGrade fruchtbar sind. Auch stellte er einwandfrei fest, dass hinreichend stark selbstfertile und illegitim fertile Linienvorhanden sind. Die Nachkommen der Langgriffler des gemischten Bestandes besassen 80,91 °/o Langgrifflerund 19,09°/» Kurzgriffler j die Nachkommen der Kurzgriffler des gemischten Bestandes erwiesen sich zu 51,24 °/oals langgriffelig, zu 48,76 °/o als kurzgriffelig. Bei L. Austriacum und L. perenne sind nach L a i b a c h die Lang«griffler rezessive Homozygoten, die legitimen Kurzgriffler Heterozygoten. Wie bei den Oxalidaceen undGeraniaceen ist auch bei den jungen Blütenständen der Linum.Arten eine Nutation zu beobachten, wobeinach Karl Troll die schlanken, zarten Zweige in der Ebene des Wickels nach abwärts gekehrt sind und unterHöhersteigen des Krümmungsscheitels von unten her gerade gestreckt werden, eine überhaupt bei allen ein»gekrümmten Wickeln immer wiederkehrende Erscheinung. Nach dieser Aufrichtung können bei einzelnenArten (L. catharticum) auch die Fruchtstiele aufrecht bleiben, während sich diese bei anderen Arten (L. Austri-acum, L. alpinum) postfloral wiederum scharf (positiv geotropisch) nach abwärts krümmen. Für L. Austriacumist dieses Merkmal gegenüber dem äusserst ähnlichen L. perenne mit seinen aufrechten Fruchtstielen so charak«teristisch, dass man die beiden Arten nur daran deutlich unterscheiden kann. Ein Gelenk wird nicht aus.gebildet. Die Fruchtstiele beginnen bereits vor der Oeffnung der Kapseln zu vertrocknen und strecken dabeiden abwärts gebogenen Stiel durch blosse Schrumpfung etwas gerade. Die Wurzeln bringen (so bei L. Austria«cum) Adventivknospen (Wurzelsprosse) hervor; solche hat Magnus auch an dem hypokotylen Stengelglied

Fig. 1664. Linum usitatissimumL. a Entwicklungder Keimpflanze, b Querschnitt, c Längsschnitt durch denFruchtknoten, d, e Pollenkörner. g Diagramm. - LinumAustriacumL. /Diagramm (Fig. a bis c nach Tschirch-O e s t e r 1 e).