im tropischen Amerika, Indorouchera Hallier mit 3 Arten in Ostindien, Hebep6talum Benth. mit2 Arten in Guayana, Lepidobötrys Engler und Nectaropetalum Engler in Ostafrika. Die Linaceen zeigenzu den Oxalidaceen und Geraniaceen die nächsten verwandtschaftlichen Beziehungen; andererseits bestehensolche — besonders durch Vermittelung der Hugonieae mit den Erythroxylaceen und Humiriaceen (Hallierbetrachtet diese überhaupt nur als Sippen der Linaceen), ferner mit den Symplocaceen, Ternstroemiaceenund Lecythidaceen. Anatomisch ist die Familie nicht scharf charakterisiert; immerhin ist das ziemlich häufigeVorkommen verschleimender Epidermiszellen hervorzuheben.
1. Blüten 4.zählig. Kelchblätter an der Spitze 2« oder 3=zähnig (Fig. 1662b). Radiola CCCCXLIV.
1*. Blüten 5-zählig. Kelchblätter ganzrandig Linum CCCCXLV.
CCCCXLIV. Radiola 1 ) Hill. (= Linödes Ludw., = Linocärpum Mappus, = Mille-
gräna Kramer). Zwerg-Lein.
Die Gattung ist monotypisch.
1795. Radiola linoides Roth (= R. Radiola Karsten, = R. dichötoma Moench, = R. Mille»gräna Smith, = R. multiflöra Ascherson, = Linum Radiola L., = L. multiflorum Lam.,= L. tetrapetalum Gilib.). Gemeiner Zwe rg=Lein. Franz.: Faux lin, radiole, petit lin; engl.:
Allseed, flax seed. Fig. 1662 und 1663.
Einjähriges, 1 bis 10 cm hohes, kahles Pflänzchen mit ziemlich kurzer, dünner, spindel»förmiger, weisslicher Wurzel. Stengel aufrecht oder am Grunde aufsteigend, wenig über
dem Boden regelmässig wiederholt gegabelt;Gabeläste ausgebreitet, dem Boden anliegend,wie der unverästelte Teil des Stengels stiebrund. Laubblätter gegenständig, sitzend,eiförmig bis länglich, spitz, ganzrandig,1 »nervig. Blüten meist zahlreich, ausnahms»weise einzeln (f. uniflöra O. Jaap), in be=blätterten, sehr regelmässig=wiederholt ver»zweigten Dichasien, am Ende der Aeste ge=knäuelt. Kelchblätter 4 (Fig. 1662 b), amGrunde verwachsen, dreieckig=verkehrtei=förmig, an der Spitze 3=zähnig bis 3=spaltig,1 bis 1,5 mm lang. Kronblätter 4, sehr klein,1 bis 1,5 mm lang, spateiförmig, genagelt,stumpf, weiss. Staubblätter 4, nur am Grundemiteinander verbunden, so lang wie dieKronblätter. Staminodien vorhanden oder(häufig) fehlend. Griffel 4; Narben kopfig.Frucht eine flachkugelige, 4=(unvollkommen8=)fächerige Kapsel. Samen unregelmässigeiförmig, etwa 0,3 mm lang, glatt, glänzendhellbraun. — VII, VIII.
Stellenweise häufig auf feuditem Sand»und Moorboden, an quelligen Abhängen,an Grabenrändern, an Ufern von Seen und Teichen.
Sehr verbreitet in den Heidegebieten des Norddeutschen Flachlandes (auch auf den Nord,friesischen Inseln, in der Lausitz und an der Ostseeküste); sonst nur zerstreut und stellenweise ganz fehlend, soin Salzburg, Tirol, Oberösterreich, Kärnten und in der Schweiz (ehedem [noch 1886] an der Wiese bei Basel undhart an der Grenze auf der Insel Reichenau), in Württemberg einzig im Oberamt Gaildorf bei Winzenweiler
l ) Verkleinerungsform vom lat. rddius = Strahl; wegen der strahlenartig angeordneten Aeste.
Fig. 1662. Radiola linoides Roth, a Habitus (naturl. Grösse).b Blute, c Kronblatt, d, e Frucht. / Same.