Druckschrift 
5,1 (1925) Dicotyledones : (III. Teil)
Entstehung
Seite
1
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

1

Tafel 175.

p ig- 1.

Linum usitatissimum (pag. 20). Blü-

Fig.

2a.

Samen (verschleimend).

hender Spross.

»

3.

Linum viscosum (pag. 10). Habitus.

1 a.

Staubblätter und Fruchtknoten.

n

3 a.

Reife Frucht.

. lb.

Fruchtquerschnitt.

V

3 b.

Laubblatt (vergrössert).

, 1 c.

Längsschnitt durch den Samen.

n

4.

Linum catharticum (pag. 6). Habitus.

ld.

Reife Frucht.

n

4 a.

Entleerte Kapsel.

» 1 e.

Samen.

n

5.

Linum tenuifolium (pag. 12). Habitus.

2.

LinumAustriacum( pag. 19). Blütenspross.

»

6.

Linum flavum (pag. 8). Blühender Spross.

64. Fam. Linäceae. Leingewächse.

Kräuter, Halbsträucher, Sträucher und selten Bäume (selbst Lianen). Laubblätter meistwechselständig, einfach, ganzrandig. Nebenblätter vorhanden, zu Drüsen reduziert (Fig. 1666 b)oder ganz fehlend. Blüten strahlig (aktinomorph), meist 5=zählig, zwitterig, einzeln oder in reinenDichasien, in trauben» oder ährenförmigen Widceln oder rispigen Trugdolden. Kelchblätterfrei, der a /s Blattstellung entsprechend sich deckend, quincuncial. Kronblätter gleichviele wieKelchblätter, dachig, oftmals gedreht. Staubblätter gleichviele wie Kronblätter oder 2 bis 4 malmehr, alle mit Staubbeuteln oder die den Kronblättern gegenüberstehenden rückgebildet;Staubfäden im unteren Teil verbreitert und + hoch hinauf zu einer Röhre verwachsen, seltenfrei; Staubbeutel der Länge nach sich öffnend. Nektardrüsen am Grunde der Kelchblätterbezw. Staminodien oft vorhanden. Fruchtblätter 5 (2 oder 3), oberständig, miteinander zueinem 5=fächerigen, manchmal mit falschen Scheidewänden versehenen Fruchtknoten verwachsen(Taf. 175, Fig. 1 b); Griffel meist frei; Samenanlagen einzeln oder zu 2 in den Fächern innen»winkelständig, hängend, umgewendet (Fig. 1664 b, c), mit der zuweilen von einem Obturatorbedeckten Mikropyle nach aussen und oben gerichtet. Frucht eine wandspaltig aufspringende,trockene oder etwas fleischige Kapsel oder eine ± fleischige Steinfrucht. Samen oft mit ver=schleimender Epidermis (Linum) oder mit flügeiförmigem Samenmantel, meist zusammengedrückt,mit fleischigem Nährgewebe. Keimling meist gerade; Keimblätter flach; Radicula gegen denNabel zu gewendet.

Die Familie umfasst etwa 13 Gattungen mit ungefähr 150 Arten, welche den gemässigten, subtropischenund tropischen Gebieten aller Erdteile angehören. Sie zerfällt in die beiden Tribus der E u 1 i n e a e mit nur5 fruchtbaren Staubblättern (fast ausschliesslich Kräuter) und der Hugoni^ae mit 10 bis 20 fruchtbarenStaubblättern (Holzgewächse der Tropen und Subtropen). Lieber die Abgrenzung der Familie vgl. vor allemdie neueste Arbeit von Hallier, Hans. Beiträge zur Kenntnis der Linaceae (DC. 1819) Dumort. in Beiheftenzum Botan. Centralbl. Bd. XXXIX (1921), Abt. II. Zu den Eulineae gehört als artenreichste Gattung l in um L.(incl. Hesperolinum Small) mit zirka 100 Arten von der Tradit vieler Sileneae, die besonders im Mittelmeer,gebiet verbreitet sind, aber auch in den gemässigten und subtropischen Gebieten der beiden Hemisphärenvorkommen (pag. 4) ferner die Gattungen Radiola mit 1 Art (pag. 2), Anisad(5nia Wallich mit 2 Artenim Himalaya, Reinwärdtia 1 ) Dumort. mit 2 Arten in Ostindien, von denen R. trigyna Planch. (= R. IndicaDum.) der schönen Blüten wegen gelegentlich in Zimmern gezogen wird, und Tir pitzia Hallier mit T. Sinensis(Hemsl.) Hallier in Ost-Yünnan. Die Tribus der Hugonieae wird vertreten durch die Gattungen IxonanthesJack, mit 8 Arten in Ostindien, Ochthocösmus Benth. (incl. Phyllocösmus Klotzsch) mit 11 Arten imtropischen Amerika und tropischen Afrika, Asteropeia Thouars (incl. Rhodocläda Baker) mit 7 Arten aufMadagaskar, Durändea Planch. mit 13 Arten in den Monsungebieten, Thilbörnea Hallier mit 2 Arten aufBorneo und den Philippinen, H u g ö n i a L. mit etwa 20 Arten im tropischen Asien und Afrika, in Australienund Neukaledonien, bei welchen die ersten Verzweigungen der Blütenstände in gegenständige, spiralig ein«gerollte Klammerhaken umgewandelt sind (Die Wurzel von Hugonia Mystax L. wird in Indien gegen Ent»Zündungen und bei Schlangenbiss sowie als Wurmmittel verwendet), ferner Rouchdra Planch. mit 4 Arten

*) Benannt nach dem Forschungsreisenden Professor Reinwardt in Leyden, gest. 1854.