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1 (1829)
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Emys Eüropaea.

rollibraun, entfernt vom Magen, am unlern Ende des Pancreas im Gckriise liegend. Speiseröhre imInnern blofs gefallet, 4" lang. Magen gekrümmt, fast unmerklich ins Duodenum übergehend. Darm-kanal vom Magen an 2' 8'" lang. Dickdarm mäfsig, 6" lang. Auf jeder Seile des Mastdarms einebirnförmige, dünnwandige, in die Cloake, neben dem Eierleiler oder Samenleiter, mündende Blase(Harnblase) (von mehrern nicht für Harnblasen gehalten). Nieren länglich, tiefliegend, rolhbraun. Nebennie-ren länglich, dottergelb. Harnleiter kurz, neben der Harnröhre und den Eierleitern oder Samengängen,2" über dem After in die lange Cloake mündend. Eierstock doppelt mit zahlreichen, runden Eichenvon verschiedener Gröfse, die gröfsern dottergelb oder dottergelb mit roth. Eierlciter grofs, mehrfachgewunden. Hoden rundlich. Nebenhoden sehr lang. Ruthe ansehnlich, oben mit einer Rinne statt ei-nes geschlossenen Kanals.

Als Vaterland kann man mit Sicherheit das südliche und gemäfsigte Europa anführen. Manliat sie in Italien (') (namentlich in der Lombardei) (*), Frankreich (z. B. häufig in Languedoc, in derGegend der Rhone und in der Provence) ("), Ungarn, Polen ( 3 ), Ostreich ( 4 ), Baiern ( 5 ) und andernLändern Deutschlands bis Mecklenburg und Prcufsen ( 6 ) hinauf und namentlich auch in der Mark,so unweit Berlin bei Spandau, bei Frankfurt an der Oder, dann in Schlesien beobachtet (**). NachPallas ( 7 ) soll sie sich auch in Pontus, ain caspischen Meer, im taurischen Chersones und in der gro-fsen Tatarei finden; wenn hier nicht eine Verwechslung mit der zwar verwandten, doch sehr verschie-denen Testudo caspica Gmel. zum Grunde liegt.

Sie lebt theils (besonders im Frühling) in Flüssen, Seen und Teichen, theils (zumal im Som-mer) mehr auf dem Lande, und nährt sich von Wasserinsecten, Würmern (Schnecken u. s. w.), Fi-schen (***) und Wasserpflanzen, in der Gefangenschaft auch von Küchengewächsen (Salat, Kohl u. s. f.),junger Saat, Kleie, Brod, Riehl, Fleisch, selbst blofsem Heu und allerhand Abgängen (f). Die Jungenkann man mit zerkleinerten Regenwürmern erhalten. Die Nahrung verschluckt sie ungekaut. Diedunkeln und consistenten Excremente werden im Sommer täglich einmal ausgeleert. Ihr Harn istwässerig (Ilagström). Ihr Leben ist so zäh, dafs es selbst noch einige Zeit, nachdem man ihr denKopf abgeschnjtlen hat, fortdauert (ff). Stets fühlt sie sich kalt an, zeigt sich aber, besonders beider Berührung der Halshaut, ziemlich empfindlich. Der Gang ist träge, kriechend, schleppend, dabeiist der sowohl seitwärts als nach oben und unten bewegliche Kopf mehr oder weniger, der Schwanzaber, welcher fast nur der Seitenbewegungen fähig ist, meist ganz vorgestreckt. Sie hört ziemlich gut.Nähert sich ihr etwas, so zieht sie Kopf, Füfse und Schwanz theilweis oder ganz unter die Schil-der (fff). Sie schläft mit geschlossenen Augen und etwas zurückgezogenem Kopf und Gliedern. Die

(') Schöpft' a. a. O. C) Lacep. a. a. O. Serres. Essai• 0) Schöpff a. a. O Sturm a. a. O. C) Marsiiia. a. 0.\ Sturm a.a. O. C) Schrank Faun. Boica B. I. S. 277. ( 6 ) Bock ISaturg. Preufs. a. a. O. (')Zoogr .a.a.O.

(*) Vielleicht auch in Sardinien, wenn die Testugine di ftumc des Cetti m t der unsrigen zusammengehört.

(**) Weiter nach Norden scheint sie nicht zu gehen, deun sie ist weder bei Müller ( Prodr. zool. Dan.), noch inder Fauna Suec. (ed. Retz.) aufgeführt; auch fehlt sie bei Pennant.

(***) Den Fischen beifsen sie erst mehrmals in den Bauch, ziehen sie dann ins Wasser und verzehren sie bis auf dieGräten; oft bleiben auch die Schwimmblasen übrig und steigen auf die Oberfläche des Wassers. Dieses, so wie ein eige-nes (durch ihre Respiration erzeugtes ?) Zischen verrathen die Gegenwart von Schildkröten in einem Gewässer. Marggr.in Mem. d. Berl. ann. 1770. p. 3.; JSeues. Hamb. Magaz. St. 75. S. 203.

(t) Man hält sie entweder in Gärten, wo sie sich selbst gut fortpflanzen, oder in Kellern, worin man Getraidc säet.Auf d. Lande findet man sie in Spülfässern, da manche Landleute ihren Aufenthalt darin den Schweinen für zuträglich halten.

(tt) Selbst nachdem man ihr den Mund und Nasenöffnungeu verschlossen hatte, lebte sie 30 Tage ohne Nahrung undAthmcn.

(ttt) Unsere Schildkröte, welche längere Zeit unter Menschen war, zog, wenn man sich ihr nicht etwa plötzlicli nä-herte, den Kopf nicht mehr ein, liefs sich sogar, wenn man nur nicht den untern Theil der Halshaut berührte» streicheln,und streckte ihn dann sogar noch weiter hervor.