56 Gärtner
haus'gesetzet werden, damit sie d>.'r Warme genies-seu; doch ist dabey U!beobachtcn,daß man sie öfftersbegiej>e, und das Wasser dazu mus vier und zwan-zig Stunden vor dem Gebrauch iu das Glashausgesetzet werben, damit es mit der Luft im Hause eineproportionirte Warme bekomme: denn wenn mandie Wurzelfasern der Pflanzen trocken werden laßt,so werden die Pflanzen dadurch gejehwachet, unddieses wird machen, daß viele von eueren, im leztenJahr eingesezten Kronen und Schillingen Früchtebringen, welche doch im folgenden Jahr keine hattenbringe» sollen ; folglich wird auch thre Frucht sehrklein und von geringem Werth seyn
Mit Anfang dieses Monates müst ihr diejenigenPflanzen in das Glashaus bringen, so im Sommerhinausgesetzet worden, als nämlich : die america-nifchen Mehlbaume, die Acacien, Hundskohl, dasindianische Blumenrohr, den Corallenbaum, denSteinklee von St. Jacob, ine afrivanischrn Aloen,die Fackeldisteln, die Malpighien, die ausländischenWolfsmilchsorten, die Blucblume, und andere sol-che Pflanzen , welche sich im Sommer hinaussetzenlassen. Diese sollen anlange vierten Tage lang indas Gewächshaus gesetzet werden, wo sie freye Lufthaben können; um die Mitte des Monates aber muöman sie in das Glashaus setzeu, worinnen sie denWinter über bleiben sollen.
Wenn ihr zu Ende des Monates findet, daß dieNachte kalt werden, müst ihr anfangen im Glas-haus Feuer zu machen , doch aber dabey vorsichtigverfahren : denn wenn ihr zu warm machet, so trei-ben die Pflanzen, dieses aber schwächet sie, und weiles schon zuweit im Jahr ist, so, daß ihre Schossennicht erstarcken können, so verderben vffters ihreBlätter und fallen ab. Ferner habt ihr zu beobach-ten, daß ihr euere Pflanzen öffters bigiesset: dennwenn ihr Feuer zumachen anfanget, so wird die Luftim Haus trocken , und sodann dünsten die Pflanzenstärcker als vorher aus, eben deswegen aber, wollensie mehr Wasser haben ; doch must ihr ihnen nichtzuviel geben, sondern öffter, aber allezeit wenig.Mercket ihr, daß die Blatter an einigen Pflanzenwelck werden, so nehmet solche weg, und haltet dasGlashaus bestandig von allen abgefallenen Blattern,Cpinnenweben, und anderem Ilnrath rein, damitbleibet nicht alleine das Haus bestandig sauber, son-dern es ist solches auch nöthig euere Pflanzen gefundzu erhalten.
Psianzen, so jezt im Gewächshaus undim Glashaus blühe«.
Storchenschnabel mit ftbarlachfarber Blume,Storchenschnabel mit Haselwurzblattern , verschie-dene Ficoidessorten, die Nabelkräuter, die Goldblu-men, der spanische Jasmin, der arabische Jasmin,Jasmin mit Steineichenblartern , der gelbe india-nische Jasmin, Anemonospermos, persisches Säu-brod, verschiedene Alvcsorten, canarische Glocken-blume, Caßien aus 25ahama, Fühlkräuter, Guern-seylilie, Belladounalilie, baumartige Paßionsblu-me,Alaternoibes mit Heideblättern, Löwenschwanz,Eiiphorbium mit dem Oleanderblat, Alcea mit demJohannisbeerblat, Myrte» mit gefüllter Blume, in-dianische ^ueca,ständige Kreuzblume, Myrtoeistus,Papaja, die Ketmia mit dem Bisamsaamen, Kreuz-kraut mit dem stumpfe» Blat , indianische Feige,Plumeria, Paßioneblumen, Turnera, Sherardia,Malpighia, Bastartsenna,Helleborinkraut mitpur-purfarber Blume, Nachtschatten, Flöhkrautsorten,Marlplüa, Alaternvides mit Telephkrautblättern,
Kalender.
Mi'Icria, der ameri-anischc Mehlbaum, Rauwol-fia, lndianifchcr Pimpcrnüsieinbaum, indianischePfeilwurz, Ingwer, Acacien, Blutblume, gefüllterOleander, Steinklee von St. Jacob und einige an-dere.
November.
Mas im Auchengarten vorzunehmen»
er Boden zwischen euer» Artischocken so!! um»graben werden, und da mus man die Wur-zeln , sowohl an den Seiten als oben , feit?gleich und breit mit Erde beoecken, damit ihnen deeFron nicht schade, dieses erhalt solche viel besser a!Sder lange Mist , den einige unerfahrne Leute in die-ser Absicht brauchen. Ehe man aber solches thut,müsien die Pflanzen dichte am Boden abgeschnittenwerden, ausgenommen was sehr starcke Pflanzensind, von welchen man sich Früchte zu verspreche»»hat, die man mit einem schmalen Band zusammen-binden, und hernach die Erde darum aufHaufen kan,wodurch sie für dem Frost, wenn er nicht gar zu-strenge ist, verwahret werden. Auch ist es in diesemFall gut, sie mit etwas trockenem Gestrode zu bede-cken , welches aber bey gelindem Wetter allezei' wie^der weggenommen werden mus ; auf diese Weiseaber kan man, den ganzen Winter hindurch, elwasvon Artischocken haben. Sollte aber gelindes Wet-ter seyn, so kan solches bis zu Ende dieses Monatesoder bis zu Anfang des folgenden verschoben werden:denn wenn man sie zubald mit Erde bedecket, sstreiben sie gerne durch die Erde durch, und lauffenGefahr vom Frost angegriffen zu werben. Wo manalso nur wenig Artischocken hat, welche in kurzer Zeitmit Erde bedecket werde» können , soll solches nichtehender geschehen , als bis es das Ansehen hat, eswolle sehr kalt werden. Durch diese Bedeckung mitErde, können die Artischocken, in allen gemeinenWintern, hinlänglich verwahret werden; wenn aberein sehr strenger Winter einfiele, so ist es gut die,wie ein Ackerbeet um sie aufgeworffene Erde, mitStroh, Mist, Erbsstrvh oder Gerberloh zu bedecken,und so eines oder das andere dieser Dinge, rechtdick darüber hergelcget wird , sind sie für dem Ver-derben völlig verwahret.
Wenn euere Spargelbeeten im vorigen Monatnoch nicht besorget worden, so soll solches nicht län-ger als bis zu Anfang des jetzigen aufgeschoben wer-den. Diesemnach sollt ihr die Stengel abschneiden,und das Unkraut in den Wegen ausfrettcn, aucl>daselbst eingraben ; die Erde der Wege selbst aber,mus über die Beeten ausgestreuet werden, wie imvorigen Monat gelehret worden.
Bey gelindem Wetter müst ihr eueren Blumen-kohl-und Lattichpflanzen, so unter Gläsern, oder inEinfassungen stehen , so viel möglich freye Luft ge-ben , und die Gläser täglich bey trockenem Wetterwegnehmen; bey sehr nassem Wetter aber mus Mandie Gläser darüber lassen; doch kan man sie etwasöffnen, um soviel möglich freye Luft hinein zu lassen,denn zu dieser Jahrszeit taugt ihnen zuviel Nassenicht; weil sie davon faulen mögten,auch darf mansie nicht gar zu verschlossen halten ; indem sie sonstschwach werden, welches ihnen nachtheilig seyn könn-te , wenn hernach sehr kaltes Wetter einfiele undtrübe Tage kamen ; wen sie sodenn wohl verschlos-sen gehalten werden müssen.