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Gärtner- Kalender
Frühling vornimmt, so verheilen sich die abgeschnit-tenen Theile, ehe noch der Frost kommet und denSchossen schabet, weiche von der Kalte oder Nassesodenn nichts zu befürchten haben; und wenn manju dieser Zeit alles unnütze an den Zweigen weg-schneidet, so wird, was übrig bleibet, um so vielstärcker, und die Blütknospen bekommen auch mehrNahrung; lässet man aber den Schossen ihre völligeLange bis in den Frühling , so werden die Knospenan den obern Theilen der Zweige grösser, und dicker,als an den untern. Denn da der Saft häufiger nachden Enden der Schossen zufliesset, so werden die un-tern Knospen an denjenigen Theilen der Schossen,die man beym Beschneiden stehen läßt, schw'cber;überdem so kan man auch , wenn zu dieser Zeit dasBeschneiden vorgenommen wird, die Rabatten nochvor dem Winter umgraben und reinigen, so daßman im Frühling weniger zu thun haben wird, wennder Boden zur Saat zugerichtet werden soll.
Zhr könnet auch fortfahren die Birnen, Aepselund Pflaumen, bis um die Mitte, oder zu Ende desfolgenden Monates, wenn das Wetter dazu günstigist, zu beschneiden ; doch müst ihr solches dey kaltemWetter niemalen vornehmen: denn da stehen dieSchossen össters an dey Orten ab , wo sie beschnit-ten worden.
In diesem Monat kan man auch in den Wein-bergen die Trauben lesen , welches aber bey trocke-nem Wetter geschehen mus , wenn die Reben nichtnaß sind ; auch habt ihr dabey Acht zu geben, daßman keine unreife oder abgestandene Theile unter dieguten bringe, weil sie den Wein würden verderbenmachen.
Diejenigen Trauben so man aufheben will, sollennun abgeschnitten werden, so , daß man an jederTraube einen Knoten von dem Reben lasse, damitman sie reihenweis, Vati sie einander nicht berühren,in einem warmen Zimmer , wo beständig Feuer ge-halten wird, aufhangen könne, da sie sich denn bisin den Februavium halten werden.
Wenn euer Boden trocken ist, so ist es nun diebeste Zeit alle Sorten von Zruchtbäumen zu versetzen,und wenn ihr selbige selbst aus den Baumschulennehmet, könnet ihr zu dieser Zeit viel besser wählen,als iin Frühling, da man insgemein schon die bestenBäume aus den Baumschulen genommen hat BeymEinsetzen aber sollt ihr den Wipfel derjenigen Bau-me , so an Mauern oder Spaliere gesetzet werdensollen, nicht beschneiden, bis in den Frühling. DieWurzeln können nur alleine beschnitten,und alle kleineFasern an selbigen ganz weggenommen werden: dennlaßt man sie daran , so werden sie sehimmlicht undverderben, thun auch össters den neuen Fasern Scha-den , welche die Wurzeln bald nach dein Einsetzengetrieben haben. Wenn man aber die Baume ein-pflanzet , sollen ihre Zweige an die Mauer, an denZaun, das Spalier oder Stäbe angebunden wer-den , damit sie die Winde nicht losmachen; auchkan man den Boden, um die Wurzeln herum mitetwas Streu belegen, daß ihn der Frost nicht durch-dringen könne; doch soll diese Streu nicht um dieBäume geleget werden , als bis man einen stai ckenFrost zu befürchten hat : denn liegt sie dick, so haltsie die Herbstregen zurück, lind bringet also mehrSchaden als Nutzen.
Pflanzet Stachelbeeren, Johannisbeeren, Him-beeren und Erdbeeren, damit sie sich vor dem Win-ter bewurzeln: denn diejenigen so um diese Zahrs-jeit gepflanzet werden, werden im folgenden Som-mer Frucht tragen: da hingegen diejenigen so im
Frühling gepflanzet werden, selten krafftig genugsind, vor dem zweyten Jahr, Früchte zu bringen;oder sie tragen, wenn es ja geschehen sollte, sehr we-nig.
Nun kan man die Stamme aller Fruchtsorten,in die Baumschule setzen, um die edleren Früchtedarauf zu pfropsen oder zu oculiren , und wenn ihrsolches thut, wird es ihnen sehr dienlich seyn, wennihr den Boden um ihre Wurzeln herum mit Streubeleget, damit die Kälte abgehalten weroe.
Nun müst ihr euere Erdbeerbeeten reinigen , undsie also vom Unkraut besreyen, wie auch die Ran-cken abschneiden; hernach umgrabet die Wege, undwenn ihr die Erde zart zerdrücket habt, so streuet et-was davon über die Beeten, gebt aber Ächt, daß ihrdie Pflanzen nicht gar bedecket. Auch sollt ihr dasalte Holz an den Himbeeren wegnehmen, und denBoden zwischen den Reihen umgraben, dadurch wirdder Platz gereiniget, und die Pflanzen gestärcket.
DieZohannisbeerstanden können nun beschnitten,die Zweige mit Weiden gebunden, und der Boden,zwischen ihnen umgraben werden, welchen man mitKohlrüben und Kraulpflanzen bepflanzen kan, damitsie bis in den Frühling bleiben: denn in dergleichenOrten dauern sie manchmalen den Winter aus, dasie hingegen , in einer offenen Gegend verderben.-Die Zohannisbeerstauden, hindern nämlich,daß derFrost nicht zulief in den Boden eindringe, wie hin-gegen an solchen Orten geschiehet, wo der Bodenganz leer ist. Zhr könnet auch die Stachelbeerstrau-che beschneiden, und den Boden zwischen ihnen um-graben : ist Platz da, so könnet ihr etwas von solchenPflanzen darein setzen , welche im Frühling, ehe dieStraucher noch Blätter treiben, schon wieder vor-bey sind.
Hebet die Steine oder Kerne solcher Fruchtsorten,im Sand auf, woraus ihr Stämme ziehen wollet,bis es Zeit ist sie einzusteckenihr müst sie aber ansolche Orte legen , wo die Mäuse und Ratzen nichtdazu können , weil sie dieselben fressen würden; eingleiches müsi ihr auch zu verhüten suchen, wenn ihrwelche davon einsetzet: denn dieses Geschmeis wirdeuere Kerne bald zu Grunde richten , wenn es dazukan, und nicht abgehalten wird.
Nun sollt ibr alle Sorten von Winterfrüchteneinsammeln ; doch mu? solches allezeit geschehen, wenndie Baume vollkommen trocken sind, sonst hält sichdie Frucht nicht so wohl. Euere besten Sorten derWinterbirnen, sollen, acht oder zehen Tage lang aneinen trockenen Ort, auf einen Haussen zusammengeleget werden, daß sie schwitzen, nachgehende muöman selbige sorgfältig abtrocknen, und jede Sorte ineinen besondern Korb legen , auch recht wohl ver-schliessen, daß die äussere Luft abgehalten werde:anf diese Weise werden sie sich viel besser halten, alswenn man sie einzeln auf das Lager leget.
Früchte, so nun am besten, oder noch zuhaben sind.
Jezt giebt es noch Blutpfersiche,Malacoton, undCatharinenpfersiche, Trauben, spate Feigen, Mis-peln , Speyerlinge, Quitten , schwarze und weissePflaumen, Wallnüsse, Haselnüsse, und Mandeln.
Slrnen: Doyenne oderSt.Michel, Beurre-rou-ge. Schweiyerbergamorren: Verte Longue,Mus-eal a Lonque Queue, Monsieur Jean , Rousjeline,Green Sugar, Besidery, Marquis, MuscatFleury,Besi de la Mote, Chat-brule, Swans-egg, oder
Schwa-