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Gärtner-Kalender.
im Merzen, oder auch früher^ nachdem nämlich dasWett-r mehr oder weniger gunstig ist, blühen wer,den.
Nun müst ihr euere schonen Hyacinthenwurzelneinpflanzen; wenn ihr diesemnach ein Beet aus gu-ter Erde zurecht gemachet, welche nach der im vori-gen Theil dieses Werckes gegebenen Anweisung ver-mischet worden , und solche drey Schuh tief in dasBeet gefüllet habt, so nehmet dieselbe sechs Zoll tiefheraus, hernach machet den Boden eben, und ziehetsodenn nach der Quere Linien, in der Weithin wel-cher die Wurzeln eingepsiamet werden sollen, damitsie in gleichweit voneinander entfernten Reihen zustehen kommen , hernach setzet die Wurzeln recht indie Mitte jedes Virecks, und b.decket sie sein sachtemit Erde, damit sie nicht in Unordnung gebrachtwerden. Hierauf wird das Beet oben über den Wur-zeln bey fünf Zoll dick wieder mit Erde angefüllet.
Der Buchs der Einfassungen, welcher zudicke an-gewachsen , soll nun ausgenommen, gerheilet undwieder eingesetzet werden, nnd diejenigen Einfassun-gen, so im vorigen Jahr gepsianzet worden, undnicht wohl angeschlagen haben , kan man iezt aus-bessern. Doch soll solches nicht vorgenommen wer-den , wenn das Wetter nicht feucht ist.
Mit Anfang dieses Monates könnet ihr die Bee-ten für euere schöne Anemonen, Ranunckeln undTulpen zurechte machen, wenn es nicht bereits imvorigen geschehen: denn die Erde mn^ vorher, eheman die Wurzeln einsetzet, sich eine Zeitlang setzen,nachgel 'ends aber würde sie sich ungleich setzen, undda keimten die Wurzeln an solchen Orten, wo es in-dem Beet Locher giebt, verlohren gehen , weil sichdie Nasse in selbigen aufhalten und sie faulen ma-chen würde.
Mit Anfang des Monates sollt ihr einige euerergemeinen gefüllten Anemonen in warme Rabattenpflanzen , wo sie gegen die kalten Winde verwahretwerden können. Sie werden daselbst bald im Früh?ling blühen, wenn anders gutes Wetter ist.
Theilet und verpflanzet die Gartenschlüssel undandere Schlüsselblumen, den Bergsamckel, die See-nelcke, den gefüllten Mückenfang, die Federnelcken,die Glockenblume mitPfersichblattcrn,die stdarlach-sarbe Lychnis, Sammetroßlein, die pyramidenför-mige Glockenblume, die beständige Kornblume, dieSvnnengoldblu'.ncn,die gelbe Schwertlilie und alleSorten dauerhafter Pflanzen mir faseriger Wurzel,welche durch dieser Theilung vermehret werden. Wo-bey zu beobachten , daß ihr beym Einpflanzen dieErde vest um die Wurzeln zusammendrucket/ damitsie die Würmer nicht ausgraben.
Schneidet die Stengel derieniaen Blumen ab soverwelckel sind, und wenn ihr sie nicht versetzet, sograber die Erde um scloige auf, und mischet etwasverfaulten Mist oder frische Erde mit unter die Erdeder Rabatten , wodurch ihre Wurzeln sehr gestar-cket werden.
Auch könnet ihr noch den Saamen der Jrissor-ten, der Tulpen, Kaiserkronen, Hyacinthen, Frit-tillarien, Zeillosen, des Säubrodes, der Ranun-ckeln , Anemonen und der meisten andern Knollen-vnd Bollenwurzlichren Blumen aus'aen; wiewohles besser wäre, wenn solches um die Mitte des vori-gen Monates vorgenommen würde, sonderlich bei»feuchtem Wetter, doch kan es auch noch in diesemMonat geschehen, wenn es nur bald geschiehet. Die-se Saamen sollen in Töpfe oder Kübel gesäet wer-den, so mit leichter frischer Erde angefüllet sind. DerSaame selbst s»U fein dick gesaet werden; doch mus
man ihn nicht zudick mit Erde belegen, sonderlichden von den Ranunckeln und Anemonen, welche sehrdünnen Saamen haben, der gerne faulet, wenn erzuties eingegraben wird. Diese Topfe muS man sostellen, daß sie bis zu Anfang des folgenden Mona-tes die Morgensonne haben, worauf man sie an ei,nen wärmeren Ort setzen mus. Auch ist zu beobachten,daß man sie bey trockenem Wetter gelinde begiesse.
Säet den Saamen der Aurickeln und Garten-schlüsseln in Tösfe oder Kasten die mit leichccr fettcrErde angefüget sind , und gebt wohl Achtung, daßder Saame nicht zuties in die Erde komme, wovoner össters verdirbt, oder wenigstens bis in den zwey-ten Frühling in der Erde liegen bleibet, ehe die Pflan-zen zum Vorschein kommen.
Zu Ende dieses Monates könnet ihr euere schönenRanunckeln und Tulpen pflanzen ; welches allezeitbey Regenwctter, da die Erde nicht gar zutrockenist , geschehen soll : denn wenn es eine ziemliche Zeitlang, nach dem Einpflanzen der Wurzeln, trockenWetter bleiben sollte, werden sie schimmlicht undverfaulen. Dtese Wurzeln müssen sechs Zoll weitvoneinander gesetzet werden, und über die Anemonenund Ranunckeln wird die Erde zwey Zoll dick gele-get ; die Tulpen aber müssen wenigstens sechs Zolldick mit Erde bedecket werden/solches machet sie sehrstarck blühen.
Ware das Wetter sehr nas, so m'st ihr euereTöpfe mit schönen Aurickeln und Nelcken dagegenverwahren, oder die Töpfe umlegen , daß das Was-ser ablausse: denn wenn zu dieser Zeit starcke Regenfallen, wird die Erde der Töpfe sv feucht, daß sievor dem Winter nicht wieder trocknet, wovon denndie schönen Blumen versaulen.
Zu Ende des Monates könnetHrdie meisten Sor-ten dauerhafter blühender Baume und Staudenverpflanzen, und zu dieser Zeit werden sie besser an-schlagen, als in einem trockenen Boden im Frühlingsauch haben sie des Begiessens im folgenden Som-mer nicht so nöthig : denn zu dieser Zeit schlagen siebald Wurzeln, wenn sie sich aber nun, ehe die Tro-ckene im Frühling kommet, wohl bewurzelt haben,so hat man nicht so sehr zu befürchten, daß ihnensolche Schaden bringen sollte; doch soll dieses nichtehender als bis zu Ende des Monates vorgenommenwerden, aber auch da nicht, wenn das Wetter nichtnas seyn sollte: denn wäre trockenes Wetter, so istes viel besser solches auf den nächsten Monat zu ver-schieben.
Nun ist es auch die eigentliche Zeit zur Theilmigund Verletzung aller Sorten der Schwertlilien,Poeomen, Wolfswurz, des weissen Diptams, klei-nen Enzians , der Storchenschnäbel mit knollichterWurzel, Affodillilien, gefüllten <Neisbartes, Mayen-blumen , der Schminckwurz, der Bärenklau, derdauerhaften Hundskok'e, des Agleys, des e>len Le-berkrautes , der Maslieden , kantet bin ,der Kugelranunckel, des creriscbcn Löwcnf se? zc.damit sie sich vor dem Frühling w kl bewurzeln;sonst blühen sie im folgenden Sommer nicht wohl.Ihr könnet auch die Wurzeln der frühblühendenSternkräuter und Goldruthen theilen, welche zuwelcken anfangen , und sie in grosse Rabatten ver-setzen , auch ibnen den nöthigen Platz einrounien,sonst breiten sich ibre Wurzeln über alles aus wasnahe bey ihnen stehet.
Auch ist es nun die beste Zeit alle Sorten dauer-hafter Waldpflanzen und B nmen in die Quartiereder Lustwälder zu setzen, wo sie im folgenden Früh-ling ein feines Ansehen machen werden.
Fer-