Iunius.
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Frettct und reiniget die Mohren, Pastinaken,
Steckrüben, Zwiebeln, Lauch , Manggold, undalle spat gesäete Gewächse: denn wenn man bey dieserZabrszeit dü6 Unkraut wachsen läßt, so lässet vielesdavon bald seinen Eaamen fallen, und wird her-nach sehr beschwerlich, die grössern Sorten aber über-lauffen euere Gewächse, und schwachen selbige zuihren» grösten Nachtheil.
Ihr konnt auch Reifer von Salbei), Rosmarin,Stöck.askraut, Lavendel, Vsopen, Wiutersatureyund andern Gewürzpflanzen einsetzen ; sollte solchesaber ekender geschehen , wäre es besser, weil VielerMonat vielmals trocken und heiß ist; auch lauffentiePflanzen, wenn sie lange und zarte Schossen haben,mehr Gefahr zu misrathen.
Versetzet die >ungen Pflanzen aller Sorten liebli-cher Kräuter, so im Merzen gesaet worden, als Thy-mian , M'pen, Majoran:c. so auch Scharley,Pim-pinellen, Sauerampfer, Ringelblumen und vieleandere Sorten; gebet ihnen aber auch Raum genug,daß sie sich ausbreiten können, da sie denn viel star-ker als diejenigen wachsen werden, die man im Saat-beet laßt, sie müssen aber gehörig begossen uni) fürder Sonne verwahret werden, bis sie sich bewurzelthaben
Reiniget und frettet den Boden wvrinnen euerfrüher Blumenkohl gewachsen, der um die Mitteoder zu Ende dieses Monates aller vorbey seyn wird,und wenn ihr Mischen den Reihen des BlumenkohlesGurcken und Meinen gepsianzet habt, wie die lond-nifchen Gärtner zu thun pflegen, so must ihr zwi-schen selbigen alle Erde umgraben, und die Ranckenfein ordentlich ausbreiten, dadurch wird nicht alleineder Boden für die Wurzeln der Pflanzen aufgelo-ckert, sondern auch das Unkraut ausgereutet, unddie Erde so zubereitet, daß es für die Rancken ge-sunder ist darauf zu liegen. Doch must ibr, wenn ihrdieses vornehmet, wohl Acht geben, daß ihr die Ran-cken nicht drucket oder brechet, indem ihnen solchesfthr schädlich seyn würde, und, wo möglich, soll sol-ches bey warmen Wetter geschehen.
Nun sollt ihr die Wege zwischen euen, lezten Me-lonenbeeten voll füllen; nehmet ihr hiezu Leimen dermit recht verfaultem Kuhmist vermischet ist,und kret-tet ihr alles vest zusammen , so ist nachher nicht nö-thig die Pflanzen zu begtessen: denn wenn ihre Wur-zeln tief genug in einem starcken Boden stehen, wer-den sie mehrere Fruchte bringen , als wenn man siebegiesset; auch werden die Früchte viel wohlgeiHma-cker sepn.
Säet Steckrüben in ein feuchtes Erdreich, wenntu kurzem ein Regen zu hoffen , welcher machenwird daß die Pflanzen in wenig Tagen aufgehen:denn bey trockenem Wetter bleibt der Saame inBoden liegen ohne aufzugehen; gehen aber die Pflan-zen auf, und das Wetter ist sehr hei? und trocken,so fallen sie die Fliegen an, und richten sie in kurzerZeit zu Grunde.
Mit Anfang des Monates könnet ihr etwas Broc-colisaamen,wie auch azoriscken Fenchel säen, damitdie Pflanzen auf diejenigen folgen, fo vm die Mittedes vorigen Monates gesäet worden : denn die le-zere Psianze bleibt bey sebr Heissem Wetter nichtüber vierzeken Tage gut, ohne in Saamen zu schies-sen, wenn sie also nicht öffter gesäet wird, wird sichin der Küche Mangel daran finden.
Versetzet denSellerv in seichte Gruben um ihn zubleichen, und gebet einer jeden Pflanze in den Rei-hen einen Raum von vier bis fünf Zollen; die Gru-
III. Theil.
ben machet drey Schuh voneinander, damit manPlatz genug habe, die Erde um die Pflanzen, wennsie ausgewachsen haben, aufzuhäufen.
Pflanzt Faseoln damit sie auf diejenigen folgenwelche im Npirl gepflanzet worden, und säet brau-nen bollanbisi'bcn und gemeinen Kopfsalat, umwelchen spat zu haben; verpflanzet auch demenlgenLattich so ihr im May gesaer habt, s?tzet ihn aberan einen schattigen Ort, doch nicht unter Baume,noch zunahe an eine Mauer oder anderes Gebäude,weil sie da nur schwach wachsen und keine Kopsegewinnen würden.
Versetzet Endivien in ein offenes , nasses EluckFeldes zum bleichen, und gebet den Pflanzen auf je-der Seite einen Raum von einem Schuh, damit siePlatz haben sich auszubreiten, jaec auch etwas Ln-divien um ihn spat zu haben.
Fahret fort alle drey oder vier Tage kleine Salat-kräuter zu säen, als Kresse, Senf, Steckrüben,Rüben, Rettigezc. denn zu dieser Zahrszeit werdensie bald zum Gebrauch zu groS.
Nun müst ihr die azoriscden Fenchelpflanzen,so imvorigen Monat gesäet worden, ausziehen und ihnenPlatz genug einräumen, baß sie wachsen können,sonst wachsen sie schwächlich, und wei den am Bodenniemalen dicke; die Pflanzen aber so man ausziehetmüssen nicht versetzet werden: denn sie sind selten et-was nutz; weil sie gar zu gerne in Saamen schies-sen, ehe sie etwas gros werden.
Den Broccoli der im May gesaet worden , kanman drey Zoll weit voneinander in Beele setzen, woer starck wachsen wird, so,daß man ihn im nächstenMonat wird versetzen können: denn wenn man ihnzulauge im Saamenbeet stehen laßt, wächst er sc! wachdaher, und bekommt niemalen so gute Köpfe, alswenn er kurze, starcke Stengel hat.
Hattet die Pflanzen in euern Gurckenlöchern, dieihr zum Einmachen gesaet habt, und ziehet sie aus,so, daß ihr in jedem Loch nur vier der stä^cksien undwoblqelegensien Pflanzen stehen lasst, zu gleicher Zeitkönnet ihr um ihre Rancken die Erde aufhäufen,welches sie iehr stärcken wird, gebet ihnen auch et-was Wasser, damit sich die Erve um sie setze.
Verpflanzet die Carden zum leztenmal, und gebetjeder Pflanze einen Raum von vier schuhen, sonstkan man die Erde nicht st» hoch um sie ausHaufen,alsnöthig ist, wenn sie völlig erwachsen sind.
Bey trockenem Wetter könnet ihr allerhand Saa-men, so reif sind , einsammeln, und selbige auf Mat-ten oder Decken breiten, damit sie trocknen, ehe manselbige aus ihren Hülsen oder Schoten ausreibet,oder ausklopfet.
Sammlet diejenigen Kräuter, so nun blühen, zumauftrocknen, und banget sie an einen schattigen Ortauf, wo sie nach und nach trocknen , da sie denn bes-ser zum Gebrauch seyn werden, als wenn man sie inder Sonne trocknet. Auch ist dieses die beste Zeitaus den meisten Kräutern Masser zu brennen: dennweil sie nunmebr blühen, so sind sie besser, als wennman selbige stehen laßt.
Die Melonenpflanzen,an welchen sich nunmehr dieFrüchte ansetzen, müssen bev der TageSbitze mit Mat-ten bedecket werden, wenn sehr warmes Metter ist,sonst fällt ihre Frucht ab; auch wüst i!r Sorge tra-gen , daß ihr iknen nicht zuviel Wassers gebt, wel-ches ihnen vielmals schädlich ist.
Sammlet moraens und abends nach einem Re-gen die Schnecken ; weil sie zu solcher Zeit aus ih-(H) ren