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Gärtner-Kalender.
gemeinen Kopfsalat saen,um im Julis und August
die Tafel damit zu versehen; doch wollen sie eineoffene Lage haben, und wenn man sie nicht versetzet,sondern dünne saet, die Pflanzen aber in gehörigerWeite ausziehet, so werden sie besser bekommen.
Säet den azonschcn Fenchel in Grüblein die acht-zehen Zoll oder zwey Schuh voneiuaiwer stehen, da-mit solcher auf denjenigen folge, der im lezten Mo-nat gcfäet worden; häuffet auch die Erde um dieje-nigen Pflanzen au/, welche fast erwachsen sind, umsie zu bleichen. Saet man ihn um diese Zeit, so willer einen leichten, fetten, nassen Boden haben, sonstschießt er gerne in Saamen.
Nun könnt ihr auch Reiser von Salbey, Ros-.marin, Lsopeii, Lavendel, Amberkraut,Mastichrrautund von den «leisten andern gewürzhaften Pflanzeneinsehen, und sie so lange im Schatten halten undbegiessen , bis sie sich bewurzelt haben; doch ist esam besten man setze sie kur^ vorher, ehe sie treiben,ein : denn diejenigen Reiser so im nämlichen Jahrgewachsen, sind zart, und schlagen selten so wohlan.
Der frühe Kohl sangt nun an seine innern Blat-ter einwärts zu kehren und Kopse zu setzen, welchesbeordert werden kan , wenn man die Blätter ent-weder mit Weiden oder Bast zusammen bindet/ wiedie Gärtner um London zu thun pflegen.
Durchsehet in diesem Monat abermal euere Arti-schocken, und nehmt alle Ncbenschößlinge von denWurzeln ab, welche seitdem ihr die Stöcke gethei-let habt, hervorgekommen sind ! denn sie nehmen denPflanzen, so Süchte bringen sollen, die Nahrung,und machen, daß sie nur klein werden. Auch müstihr alle kleine Artis hocken, so an den Seiten der Ar-tischockenstenM wachsen, abschneiden: denn wennman sie wachsen läßt, so werden die obern Artischo-cken sehr klein. Jene werden von den Gärtnern Rau-ber (Lucker!) gencnnet.
Nun könnet ihr Zuckerwurzeln, Salsi5ß ode? Ha-wurz und Tcorzoncren, zur ganzen Saa», aussäen:denn euere frühe Saat wird dals in saamen schie-fen, sonderlich die Zückerwurzeln, welche ? wenn siebald gesaet werden, selten gut sind.
Saet Steckrüben, wenn in kurzer Zeit ein Regenzu vermuthen, welcher die Hervorkunft der Pflan-zen gar sehr befördert; srettet auch die so im vorigenMonat gesaet worden, und laßt sie acht bis zehenZoll voneinander stehen, welches für diejenigen, dieman jung ausziehen will,weit genug ist.
Zu Ende des Monates soll derjenige Broccoli ge-saet werden, den marnm Frühling gebrauchen will;auch könnet ihr die spate Faseoln stecken, damit sieauf die vorigen folgen, welche, bis man diese lesenkan, zu alt seyn werden.
Säet in das freye Feld, zu Ende des Monates,Gurcken,um Fruchte zum Einmachen zu haben; pflan-zet auch Kürbise auf Misthaufen, wo sie sich weitmüssen ausbreiten können, sonst hindern sie einanderund nehmen sich die Nahrung.
Die Zwiebeln welche ihr, um Saamen davon zuerhalten, versetzet habt, werden nunmehr blühen,daher sollt ihr euch mit Stäben versehen , die ihracht Schuh weitvoneinder, in den Reihen, in denBoden stecken sollt,daran könnt ihr Schnüre bindet,um die Zwiebelstengel aufrecht zu erhalte», sonst möch-te sie der Wind abbrechen, und der gröste Theil vonihnen zu Grund gehen.
Gleiche Sorgfalt sollt ihr auch für den Kohl, dieMvhreu, Pastmak, Savoyerkohl, Broccoli und den
Lauch tragen, welche Saamen bringen sollen, nmi-mehr aber in der Blüte stehen: denn wenn der E"a-me sormiret ist, so werden sie oben zu sä. wer, daß siedie Stengel nicht tragen können, weswegen mansie denn allezeit mit Stäben und Schnüren versehensoll, ehe sie noch verblühet haben.
Wao nun im Aüchengarten wachse.
Reuige, Spinat, allerhand junge Salatkräuler,verschiedene Sorten Kopfsalat, Sauerampfer, Mün-ze, Melissen, Wintersaturey, Vorretsch, Ochsen-zunge, früher Kohl,Haberwurz, deren junge Schos-sen einige dem Spargel vorziehen, junge Zwiebeln,Schnittlauch, Spargel, Erbsen, Bohnen, etwasfrühe Artischocken , Blumenkohl, junge Mohren anMauern und Hecken, Gurcken, Melonen, Portulacund Faseoln auf Mistbeeten, nebst vielen andernFrühlingskrautern.
iVas im Fruchtgarten vorzunehmen.
Mit Anfang dieses Monates müst ihr euere Bau-me an Mauern und Silieren durchsehen, und dievorwärts wachsende Schossen , auch alle freche undübelstehende Zweige sorgfältig wegnehmen ! diejeni-gen zarten Zweige aber so man behalten will, sollenfein ordentlich an die Mauer oder Sralie e angele-get werden, dadurch wird der Unordnung an"denFruchtbaumen vorgebauet , den Frncktzweigen aberdienet es mr Stärckung, auch kan Sonne und Luftzu der Frucht kommen , welche össters nun mostenNachtheil derselben, durch die frechen Schossen vonsolcher abgehalten werden Nimmt man dieses nichtbald vor, so hat man nachgehende viel mehr Mühe,und den Bäumen ist es sehr nachtheili Denn wirdsolches in diesem Monat unterlassen, so kan man dieBäume im nämlichen Jahr, durch spätere Besor-gung/nicht mehr in Oronung dringen.
Wo die ?lprieosen und Pfcrsiche zu dick wachsen,soll man sie mit Anfang dieses Monates wegnehmen,und niemalen zwey oder mehr Früchte beysammenstehen lassen, wie nur gar zu osst geihige Leute znthun pflegen: denn obgleich an den Bäumen nurwenige Früchte sinS , so werden doch diejenigen, soman daran lässet,um so viel grosser und Wohlgeschmä-cke?, die Bäume aber sind im folgenden Jahr kraft-,tiger; hängen sie hingegen gar zur oll von Früchten,so werden sie össters dadurch so geschwächet, daß siesich in drey bis vier Jahren nicht wieder erholen,man mag sie auch gleich noch so sorgfältig warten :überdem ist ein Duzent schöner und Wohlgeschmäcke?Früchte mehr werth als sünf oder sechs Duzent klei-ne und magere, auch werden sie auf dem Marckttheuerer bezahlt. Die Weite,in welcher alle Frucht-sorten voneinander stehen sollen , mue nach ihrer ge-wöhnlichen Grösse proportioniret seyn. Zum Exem-pel für mittelmäßige oder kleine Pfersiche und Ne-ctarinen , ist eine Weite von fünf oder sechs Zollenschon genug; für grosse Sorten aber, sind acht Zollüberfiüßig genug. Auch hat man hiermnen auf dieKräften der Baume zu sehen: denn an schwache,!Bäumen soll man weniger Fr. chle, als an starckenlassen; weil sie diese besser nähren können; auch muSman an schwachen Zweigen nickt viel Früchte lassen,weil sie nichl genug Nahrung bekommen, und zuvielFrüchte, machen össters die Zweige verderben.
Nun müst ihr sorgfältig euere Weinstöcke durch-sehen , und diejenigen Reben so Früchte haben, amzweyten oder dritten Knoten über der Frucht abneh-men , auch die Neben fein ordentlich qn die Mauee
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