Druckschrift 
Theil 3 (1758) Worinnen die in der neuesten Londnischen Ausgabe dieses Werckes befindliche Verbesserungen und Zusätze Nebst dem Gärtner-Kalender enthalten sind
Entstehung
Seite
198
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

198

K4V

Es giebt hievon noch eine andere Sorte, welcheleztlun in Holland gezogen worden, und grosse ora-nienfarbe Blumen hm, die sehr wohl nechen; sie istaber in Holland so rar, daß die Gärtner für eineWurzel zwey Guineer» bezahlen, daher wir denndiese Sorte in Engeland nicht so leicht zu sehen be-kommen werden, wenn sich der Preis der Wurzelnnicht um vieles vermindert, indem es bey uns we-nige Leute giebt, welche die Blumen so theuer be-zahlen.

Die rechte Zeit die Wurzeln n.

klV0801l8. (von eine Mans, und dieOhren.)

Xjouztail. Mausschwanz.

Diese Pflanze ist mit der Ranunckel nahe ver-wandt / und wird auch von einigen Botanisten un-ter dieses Geschlecht geschet. Die Blumen sind sehrklein, und auf sie folgen lange, dünne ^aamenah-ren, die wie ein Mausschwanz aussehen, woherdenn auch ihr Name kommet. Sie wächst in ver-schiedenen Theilen von Engeland wild , und blühetdaselbst zu Ende des Aprils. Ein Monat hernachwird ihr Saame reis, und da verderben die Pflan-zen , als welche nur ein Jahr dauern. In Gartenwird sie viel gezogen, daher will ich den Leser nichtlänger mit selbiger aufhalten»

Ike dznclclderry Klyrtle, oder (?sle,oder 5veec^i!lo>.v, von einigen auch k^yrruskzmic», oder lXirck ^yrcle genannt. Niederlän-discher Myrtenbaum. Kerzenbeerenbaum.

Der Lharacrer ist:

Es giebt männliche und weibliche pstan ;en.Die männlichen bringen langlichre, lockere,schuppige H»a;lein. ^)n jeder Schuppe wächsteine mondformigeÄlume, so keine-^»lärlein hat,^ede aber führer vier oder sechs Laden. Dieweiblichen Blumen haben keine Faden, sonderneinen eyfärmigen Srempfel mir zweyen Griffeln.Aus dem Srempfel wird hernach eine Deere,worinnen ein einiges rundlichces Gaamenkorn

steckt. ^ ^

D>e Sorren sind:

i. K4vklcz kojij8 l^nceolzris, fruöku ticcs. l.in.xior. ?crmin!,. Der niederländische Myrten-baum, das Mannlein und Weiblein.

2» Xlviucz foliis lzriceolzris, fruAll biicczro.I^in. Xizz Der niederlän-

dische Myrtenbaum mit ganzen Blättern, Männ-lein und Weiblein.

5. Klvkic.^ foüis liiiiceolzris vkrinque zcumia?-

tis serr^ris, m-is Lc .crmmz. Der niederländischeMyrtenbaum mit spitzigen ausgezackten Blättern,Mannlein und Weiblein.

4 soliis oblonzis alrcrnZtim lmUZtiz.

I^in. ttort. Llilk- öc Niederländischer

Myrtenbaum mit Milzwurzblattern, das Mann-lein und Weiblein.

5. faliis oblcmzi! oppolite linuatiz.

biorc. Africanischer Kerzenbeerenbaum, mitlänglichten ausgesthweisten Blättern, insgemeinder afncanische Lorbeerbaum mit Elchenblättern.

Die erste Sorte wachst in Engeland häuffig inSümpfen, sie treibt aus der Wurzel viele Stam-me und wird manchmal«» bey vier Schuh hoch.Die Wurzel dieser Sorte kriechet starck um sich,

K5V

wenn sie in einem nassen, sumpfichten Boden wö ^und breitet sich daher bald über ein arvsscs ^5 u "Feldes aus, machet auch ein dickes 'Gebüsche; u>Garten aber ist sie schwer zu halten, sonderlich wennder Boden trocken ist : denn in solchen Orten bleibetsie kaum einen Sommer über, wenn man sie nichtoffters bcgiesset. Wo diese Staude in Menge wäcMda riechet sie so starck, sonderlich nach einem Megen^schauer, daß im Frühling und Sommer, fo langesie ihre Blatter hat, denn im Winter last sie svlcbefallen, die Lusst mit ihrem Geruch weit und breitangefüllet wird; wiewohl sie bev gelinder Witterungdie Blatter auch offters bis Weihnachten und nocl)langer behalt. Wenn man das Holz dieser Stau^den verbrennet, giebt es einen angenehmen Geruchvon sich , wie der Myrtenbaum ; ein gleiches thunauch die Blatter wenn man sie zerreibt. EshatLeutegegeben, welche die Blätter dieser Stauden aesan^mett und als Thee gebrauchet haben, und dieses hatvielleicht einem neueren Ecribenten Gelegenheit g^geben, solche für den wahren chinesischen Thee s"halten, obgleich dieses eine, ihrem Ckaracter nach,ganz andere Pflanze ist. Ehedem bediente man Wder jungen mit ihrem Blättern abgeschnittene"Zweiglein dieser Staude, um solche in die Kl-noer/kammern zu legen, und dadurch die wollene Kleidcvfür den Schaben zu verwahren, wie auch selbigewohlriechend zu machen. In einigen Ländern wirddiese Sorte Qole, in andern Laulc oder <Zzlc ge^nennet.

Will man diese Staude in einen Garten verse^hen, so mus man die Wanzen im Herbst sorgfältigausheben, und die Wurzel, so viel mvglich,ganz er^halten; kan man aber auch den Erdballen daran be^halten, so wird sie um so viel gewisser wachsen. Ma"mus sie in einen niedernien sumpfichten Boden s^hen, und wenn sie daselbst einmal angewachsen, wirdsie sich sehr ausbreiten, und durch ihre kriechendeWurzel startk vermehren, sonderlich wmn derden mild und sumpficht ist. In den Sümpfen w»diese Stauden urspringlich wachsen und einsche formtreu, halten sich viele Schnepfen auf,wc^ihre Zeit ist.

Die zweyte, dritte und vierte Sorte wachsen ur^

springiich in den nördlichen Theile» von America/in grosser Menge in einem nassen Boden, und o>>den Seiten der Bäche und Flusse. Die c.stete ist aus Virginien nach England gebracht wo^den, und ist lange in verschiedenen Kunsigärteiihalten worden, woselbst diese Pflanzen manchmal^fünf bis sechs Schuh hoch geworden. Jkrege wachsen schr unregelmäßig und unordentlich. D,Blatter sind langlicht, und gröstentheils ganz,dem sie am Rand wenig oder keine Einschnitte l?"den. Sie wachsen an den Zweigen wechselst'!-'In Engeland wird diese Sorte sieben Schuhin America aber wächst sie offters zu einervon zwölf Schuhen an. Die Bimnen oder Kazl^,wachsen büscheiweis, dichte an den Zweigen, 6"den Winckeln der Blatter, wie die Zohunnisbe'^träublein. Diese Beeren haben eine den Saa'^umgebende felte Substanz, welche mcin ausde Weise sammelt um Kerzen daraus zu mache"

Im Winter wenn die Beeren reif sind, beg^..sich ein Mann mit seiner Familie aus seiner

nung in eine kleine Insel oder Sandbai ck an ^

See, wo diese Bamne sonderlich in Mengesen, und nimmt Kegeln mit sich um die Beere"rinnen zu kochen. Daselbst baut er sich a ^menblättern eine Hütte, um liebst seiner F^n'' y,