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Theil 3 (1758) Worinnen die in der neuesten Londnischen Ausgabe dieses Werckes befindliche Verbesserungen und Zusätze Nebst dem Gärtner-Kalender enthalten sind
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138
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Man vermehret sie vornehmW durch TheikunHder Wurzel? und hiezu ist die beste Zeit, im Ocro-^er, wenn die Blätter verwelcket sind. Diesessoll aber nicht offter als alle zwey Jahre geschehen :denn wenn man sie zu offt versetzet, oder die Wur-zeln zu klein zertheilet, bringen sie nicht viel Blu-men, auch werden sie lange nicht so gros.

Die zweyte Sorte vermehret sich so starck, daßsie das Beet, worinnen sie stehe?, sehr bald über-laufft, weswegen man ihr selten in einem gutenGarten einen Plaz einräumet ; in grossen Lustwäl-dern aber, und in andern schattigen Orten, kanman sie pjlanzen, um den Boden zu bedecken: dennunter Bäumen wachset sie gut, auch vermehret siean solchen Orten die Mannigfaltigkeit.

Die Blumen dieser beeden Sorten dauern garnicht lange, sie offnen sich des Morgens sehr frühe,und um den Mittag fangt» sie schon an zu verwel-cken; vor Abends aber sind sie völkig welck, und off-nen sich nicht wieder, eben destvegen aber heissen sieTaglilien. Wenn man die Blumen der zweytenSsrte berühret, gehet von selbiger etwas kupfer-farbes ab, wovon die Hände und das Gesicht ge-färbet werden, daher giebt es lose Leute, welcheden Unwissenden sagen, sie sollen zu diesen Blumenriechen, da sie denn , wenn sie solches thun, imganzen Gesicht kupferfarb werden.

Das savoiiche Spinnenkraut, oder wie es dieFranzosen nennen, die St. Vrunolilie, ist einemederigere Pflanze als die vorigen. Sie blühet frü-her. Die Blätter diestr Sorte, /ehen den Blät-tern des Spinnenkrautes etwas ahnlich, sind sehtstarck und wachsen aufrech'!. Die Blumenstengelwerden bey einem Schuh hoch, und tragen obenverschiedene wcisse Blumen-, so wie Lilien aussehen,an einer Seite herabhangen, und einen angeneh-men Geruch haben; sie dauern aber nicht lange,und bleiben selten über zwey oder drey Tage schön.Wenn aber die Pflanzen starck sind, tragen sie aufjedem Stengel acht bis zehen Blumen, so, daß siealso wahrend ihrer Dauer ein feines Ansehen machen»

Diese Sorte wird insgemein durch Theilung derWurzel vermehret; die beste Zeit hiezuist der Herbst,in welchem auch die Wurzeln am besten zu verse-tzen sind : denn wenn man sie im Frühling versetzet,blühen sie in demselben Jahr selten Mehr, undwenn es ja geschiehet, blühen sie nur schlecht,. DiesePflanzen soll man nicht öffter, als allezeit um dasdritte Jahr versetzen , da man, um die Pflanzen zuvermehren, die Wurzeln theilen kan; doch soll mattsie nicht zu klein theilen : denn wenn solches geschie-het, brauchen sie pvey Jahre bis sie blühen. DieftSorte liebet einen leichten lettigen Boden, und eineoffene Lage, darf also nicht unter Bäumen stehen,von welchen sie betropfet werden könnte. Wennsie aber gegen Morgen gepflanzet werden, wo siegegen die Sonne bey der Tageshitze verwahretsind, so bleiben sie länger schon, als wenn sie in ei-nem offenen Ort stehen.

S. Lpkon^ylium und?znsx»?^kl8. S, Paris.

Dieser Arnckel har folgende Veränderunggelitten:

Alle diese Sorten der Hermannia wachsen ur-springlich ans dem Vorgebürg der guten Hoff-nung , und von daher sind sie »n die europaischenGarten gebracht worden.

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Die vierte Smte ist die gewelnste in Enrop ^und wurde am ersten in den Harten bekannt. T 'wird acht bis zchen Schuh hoch. Ihre Zweigewachsen insgemein ausrecht, und der Stamm w»eoholzig ; die Blumen! dieser Sorte aber, so weißlichtgrün sind, machen ein schlechtes Ansehen.

Die erste und zweyte Sorte wachsen Mt so hoHals die andern , und treiben ihre Zweige mehr ho^>zontal. Sie tragen ihre Blumen, welche von Faw»gelb sind, in kleinen Aehren am Ende der Zweigsund wenn sie im Monat April blühen, machen si»im Glashaus ein feines Ansehen.

Die dritte , fünfte , sechste und siebend«? Sor^bleiben niedriger als die vorigen. Sie werdenten über drey Schuh hoch, und treiben an jcdckSeite viele Zweige, so, daß sie buschichte WipAbekommen. Die Blumen dieser Sorte wachsen inkleinen Büscheln, indem selten mehr als dneye be>)^stimmen stehen; hingegen blühen sie viel langer a!»die andern Sorten, und machen also unter andewdauerhaften Pflanzen des Gewachshauses «eine seMMannigfaltigkeit.

Alle diese Pflanzen können durch abgeschnitten^Zweiglein vermehret werden, welche man in einemder Sommermonate, in ein Beet von leichter frisch^Erde pflanzet , und so lange begiessen und irnScha^ten halten mus, bis sie sich wohl bewurzelt haben/welches innerhalb sechs Wochen nach dem ^Pflanzengeschehen wird. Hernach mus man sie aü sheben'an den Wurzelt, einen guttn Erdball behaltenin Töpfe setzen, die mit leichter, fnscher Erde an^gefüllet sind, und in einen schattigen Ort gesetzt»werden müssen, biß sie sich von neuem bewurMhaben, hemach kan man sie mit den Myrten,. St»^chenschnabeln:c. bis um die Mitte oder zi»des Ocrobers in die freye Lufft stellen, und soderwin das Gewachshaus bringen. Hie soll man sieden kühlsten Ort setzen, wo sie, so viel möglichsche Lufft haben können: denn wenn sie imwachshaus ju starck getrieben werden, bekomm^sie ein schwaches kranckliches Ansehen, und Idring^selten viele Blumen; wenn sie hingegen nur für de"Frost verwahret werden, und viel frische L»fftkommen, werden sie starck und gesund au ?sehe>uund im April und May viele Blumen bmng^wahrend welcher Zeit sie im Gewächshaus ninfeines Ansehen Machen. Ferner müssen sie auchters begossen, und wenigsten das Jahr zwc'yw^^als im May und September in neue Töpsi: gcAtzet werden, sonst verwickeln sich ihre Wurzeln "sehr, daß solches ihren Wachsthum hindert.

Bey uns bringen diese Pflanzen seltenSaamen, die vierte Sorte ausgenommen,

Saame jährlich in Lngeland reif wird.man aber denselben kommen läst; mus man ihnein mäßiges Mistbeet eingraben, um ihre Betvv^zelung zu befördern; sodenn mus man sie nachnach abharten, damit sie die freye Lufft imSoniw^vertragen lernen, und hernach besorgt man siedie alten Pflanzen.

S. 4OZ. Col. i. ist nach l. 25. folgenderer Äbsaz einzuschalten.

Die Wurzeln dieser Pflanze gehen gerneden Boden, und alsdenn blühen sie selten, xman6)esmal versenckcn sie sim so tief, daß ^verlohren gehen, sonderlich wo sehr leichter tist. Um solchem also vorzubauen, ist es