.Alle die übrigen Sorten sind aus andern LandernStacht worden , und wachsen bey uns, in freytesowohl, als die so urspringlich bey uns befind^sind. Weil die beeden ersten Sorten Wald-ganzen find, wachsen sie viel besser, wenn man sel-ige in schattig.« feuchte Orte setzet, als wenn sie in^ner wärmexn Gegend stehen, und zuviel Sonnehaben; und H« j?e mitten im Winter blühen, da^tnig andere Pflanzen zu sehen sind, so verdienen!'e >n kleinen Lustwaldetn, Alleen und schattigen M-daltei, einen Plax, wo sie außerordentlich treibenWerden: last man auch ihren Saamen ausfallen,^ werden sie einen Garte» bald mit Pflanzen an-füllen, m»d dieses ist die leichteste und beste Art sieiu vermehren.
^Bie übrigen Sorte« werden entweder aus demAnmen gezogen, oder -auch durch Theilung der/Wurzel. Die beste Zeit Hiezu ist im ilXrober, da^an die Wurzeln in kleine Stücke zertheilen, undAin pflanzen kan, wo sie bis um zehcu Ilkr die^vrgensonne haben: denn ivenn sie der Sonnenhi-^ zu viel ausgesetzet sind, wachsen sie nicht» Siesollen eben auch einen nassen legten Boden haben,^ber t7 darf nicht gedüngt seyn? weil die WurzelnPflanzen leicht davon faulen.
Ziehet man sie aus dem Saamen, so mus manDiesen so bald er reis geworden aussäen, und die^it dazu fallt insgemein in den Map, da man ihn°enn in eine Rabatte säet , so die Morgensonne hat,^»selbst die Pflanzen ini folgenden Fmhling aufge-ben werden , weiche vom Unkraut rein schalten wer-ben müssen : denn liese man dieses wachsm, wurden^e jungen Pflanzen bald darauf verderben. In?'eser Rabatte last man sie bis in den folMden Fe-»^niarium stehen, hernach versezt man Abige in^andere Rabatte, sechs Zoll weit, insSsvierte,^?n einander, und jattet sie immerzu recht Seißig.^n Jahr nach dem Versetzen werden sie viuhen,hernach kan man sie dahin setzen, wo sie bleibet»'vllen.
Die dritte Sorte wird die 'weihnachrroft ge-kennet, weil sie um diese Zeit blühet. Die Blu-men dieser Sorte sind viel grösser, als an den an-der» Sorten. Sie sind innenher weiß, aussen aberßkunljchtweiß, und wachsen einzeln an kurzen Stie-die aus der Wurzel kommen. Wenn aberAe Wurzeln starck sind, bringen sie sehr viel dieserBlumen, daher sie denn ein gutes Ansehen machen,«nd da dieses zu einer Zeit geschiehet, wenn wenigUere Pflanzen blühen, erhöhet solches ihrenWerth. Ware es zur Zeit da sie blühen sehr kalt,A es gut sie zu bedecken, sonst versengt der Frost dieBlumen, so, daß ihre Schönheit bald dahin ist.
Die neunte und zehende Sorte sind etn^aö zarterlus die übrigen, weswegen man sie an einen war-ben Ort pflanzen soll, und wenn man eine oder?>e andere Pflanze in Topfen hält, und im Winter^ einen Glastrog setzet, so ist solches gut um die>Me zu erhalten : denn in sehr strengen Wintern^Men diejenigen, so im Feld stehen, verderben.
< Die eilfte Sorte mus in einen sehr nassen Bo-gepflanzet werden, sonst treibt sie in den Gär-^ nicht; daher kan man sie in einen feuchten OrtI^en, wo wenig andere Pflanzen wachsen wollen;
aber werden die Pflanzen ausserordentlich tret-en, und eine Menge von Blumen bringen.. Von der zwölften Sorte ist unter dem Artickelt.j kyemale gehandelt worden, welches ich»er nicht wiederholen will.
«I. Theil,
ttL «Z?
Man Mlfek gar sehr, ob eine «aü dieseli Got-ien die wahre Riesewurz der Men seye, obgleichHerr Tourn«forr und einige andere, so ihre Rei-sen beschrieben haben , die dritte Sorte dafür aus-geben. Die Deutschen brauchen für die Niesewurzdie ^cionis, sieUebori rzclice, Supkrkzlmi Kare,diele andere aber glauben, es seye solche eine vonbeeden unterschiedene Pflanze ; dock stehet zu hoffen^wir werden bald zu wissen bekommen , wer rechthabe.
Tke l_il/ - asKoäe!. odtt- l^il/. Affodillilien»
Der Cbaracter ist:
Diö ÄluMe hat keinen Relch, und bestehetaus emen» ^»larlein> welches fast bis unrenhmin sechs theile zerschnitten ist, und nur einekurze har; oben aber sich ausbreitet
und zuruckgc-hogen ist. In der tlurre de»?Älume siyer Grempfcl, den sechs niedcr-jzebogene Laden umgeben. Der Sremp?ekxvird hernach zu ^<mcr evförmigen drcyecklch-een Frucht, mir Fächern > so voll rund-lichren Saamens l^ec^n. Diesen Rennzeichenist noch beyzuseyen, die Wurzel aus ver-schiedenen dicken, fleischtchren Rnollen beste?he, wie an der Affodillusut^
Dieses Pflanzengeschlecht hat Herr Tourneforel^iUc»./vtpbvdelus genennet, weil die Blume wieeine Lilie ausstehet, die Wurzel aber der Assodill-wurz ahnlich ist : allein Herr Linnaus hat diesesNamen verworffett, und solches ^emerc>cslli^ ge-nennet, auch Herrn Tourneforrs Geschlecht, so erI^ilizNrum betittelt, dazugesetzet; obgleich die Blu^men des lezern seä)S Blailein haben»
Die Sorten sind:
». rzclicc tul,erc»f^, cärczsiis mo«
nvperslis. l.in. ttort. clitk. Die gelbe Affodillilie.
L» raclicc tuberosz, corolljz mo^
noxeraljz retlcxis. Scharlachfarbe Affod llilie.
z. I^Ll^Lkoc-l<i.i.is rs6ice kubervs^, corc IÜ5 lie-xspelziis. l-Ivrt. Llitf St. ^runolilie, odekdas grosse savoische Erdspinnenkraut.
Von der ersten Sorte giebt es zwey Varietäten,eine mit grosser und die andere mit kleiner Blume,und so verhalt es sich auch mit der zweyten und drit-ten Sorte; alleine da es keine besondere E ortensind, so will ich sie hier nicht anführen. Herr Lin-naus hat die zwey ersten Sorten für eine gebalten,welche nur in der Grösse und Farbe der Blumenvon einander unterschieden sind; ich habe aber nach«iner dreyßigiährigen Erfahrung nicht gefunden,daß sie entweder durch die Wart, oder auch ausdem Saamen, von der Sorte von welcher sie ge-kommen, abgiengen oder sich veränderten. !DieWurzeln der ersten Sorte vermehren sich lange nichtso starck» als die von der zweyten» ^ Die Blumensind viel kleiner, und haben einen recht lieblichenGeruch, wie fast die Tuberosen; eben deswegenaber stehet sie bey einigen in Achtung, und hat da?her auch den Nanien der gelben Tuberose bekom-men> Da diese Sorte nicht so hoch wird, undsich durch ihre Wurzel nicht so starck als die zweyteSorte ausbreitet, so kan man ihr im Blumenaar-ten einen Plaz einräumen, woselbst sie in jedemBoden und an jedem Ort wachsen wird; daherkan man sie dahin pflanzen, wo wenig bessere Pflan-zen wachsen wollen.
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