Druckschrift 
Theil 3 (1758) Worinnen die in der neuesten Londnischen Ausgabe dieses Werckes befindliche Verbesserungen und Zusätze Nebst dem Gärtner-Kalender enthalten sind
Entstehung
Seite
102
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

!O2 5 k

nigen Sorten hersetzen , welche insgemein gebauetwerden, und zwar nach dcr Zeit, in welcher sie rei-fen und verspeiset werden können.

Die Mazaganbohne ist die erste und beste Sor-te unter den frühen Bohnen, so zur Zeit bekannt ist,diese find auö einer porruglesischen Colonie an derafrikanischen Küste, gleich an der Meerenge vonGibraltar, zu uns gebracht worden. Der Saamedieser Sorte ist viel kleiner als die Roßlohnen,undda die Portugiesen schlechte Gärtner sind, so ist ins-gemein eine Menge nichts tauglicher Saamen un-ter ihnen. Wenn man diese Sorte im (Ocroberan eine warme Hecke, Zaun oder Mauer säet, undum die Pflanzen, wann sie heran gewachsen, die Er-de aufhäufet, so können sie mit Anfang des Mayverspeiset werden. Die Rancken dieser Sorte sindsehr dünne, wenn sie also an die Hecke ode? denZaun nahe angebunden werden, dnnet solches siefür den Morgenfrösten zu verwahren, welche öfftersim Frühling gar streng sind, auch werden sie hie-dnrch in ihrem Wachsthum mehr befördert , alswenn man solches unterlässt. Diese Bohnen tragensehr starck, werden aber bald nach einander reif, sodaß man von den nämlichen Pflanzen niemalen öff-ters als zweymal welche einsammeln kan. Wennman den saamen dieser Sorte zwey Jahr lang inL^ngcland aufbehalt, so werden die Bohnen melgrösser, und reisten nicht so bald , dieses aber heiletman ausarten.

Die nächste Sorte ist die frühe portugiesischeBohne, welche, wenn man sie in Portugal! ansbe-halt, die Mazagansorre zu seyn scheinet : denn siesiehet denjenigen , die man in Engelaut» im erstenJahr aufbehalten hat, sehr ähnlich.^ Dieses ist diegemeinste Sorte, deren sich die Gärtner zur erstenAussaat bedienen; sie sind aber lange so Wohlge-schmack nicht a's die Magazanbohnn:, kan manalso diese haben, so wird niemand die andere bauen.

Die nächste ist die kleine spanische Bohne, diesekommt bald nach der portugiesischen Sorte, undist auch süsser, weswegen sie denn vor ihr den Vor-zug verdienet.

Auf diese folget diebreite spanische,welche etwasspäter als die andere, aber doch früher als die gemei-nen Sorten, kommet, und gut tragt; weswegen siedenn auch viel gepßanzet wird.

Die Sandwichbobne kommt bald nach der spa-nischen, und ist fast so grvs als die ^Vindsordoh-ne; wird aber, weil sie dauerhafter ist , insgemeinein Monat später gesaet Sie tragt sehr starck.

Die insgemein sogenannten Tockerbohnen, kom-men fast zu gleicher Zeit mit den Sandwichboh-nen , und tragen sehr starck, eben deswegen aberwerden sie nun starck gepfianzet.

Die weis - und schwarzblühenden Bohnen wer-den auch von vielen hoch geachtet. Die Bohnen dererster», sind, wenn sie gekocbeNverden, fast so grünals Erbstm, uud da es eine süsse Bohne ist, wird sieum so viel mehr geachtet. Diese Sorten arten ger-ne aus, wenn man ihren Saamen nicht auf dassorgfältigste sammelt.

Die VOindsorbohne wird unter allen Sortenfür die beste zum Elsen gehalten. Wenn mau sie ineinen guten Boden pflanzet, und ihr genug Raumgiebt, wird ihr Saame sehr gros und in Mengewachsen. Und wenn man sie jung sammle .n? sieunter allen Sorten die sussesten und wohl< - l macke-ften; man mus sie aber auf das sorg Kl >' >?, > samm-le,, , und alle unvollkommene Wanzen ^ stehen,

auch soll man nachgehends alle die guten Bohnenvon den schlechten recht aussondern.

Diese Sorte von Bahnen wird selten vor Weih-nachten gepfianzet, wcil sie die Kalte nicht so wohl,wie viele der andern Sorten vertragt; daher pflanztman sie insgemein, so, daß sie im )unio und Ju-lis gesammelt werden können.

Alle früke Bohnen werden insgemein in warmeRabatten ai. Mauern, Zaune oder Hecken ge; an-zet, und diejenigen, so am ersten kommen sollen, n r-den gewöhnlich in eine einzelne Reihe, dichte an ei»nen Zaun gcpflanzet, und hier kan ich nicht umhineine sehr schlimme Gewohnheit anzuführen, welchein vornehmer Leute Gärten nur atlzugemein ist, unddarinnen bestehet, daß man die Bohnen zu dichte andie Gartenmauern, in die beste Lage, gleich an dieFruchtbäume pflanzet, welches ganz gewis den Bäu-men mehr schadet, als die Bohnen, oder anderefrühe Gewächse werth sind, weswegen denn die-ses Verfahren in alle Wege zu widerrathen ist:denn es ist viel besser einige Rohrhecken durch die Fel-der des Küchengartens lauffen zu lassen , an welcheman frühe Bohnen und Erbsen pflanzen könne, daman sie denn auch bequemer bey strengem Frost be-decken kan, auch lassen sich die Bohnen an diese He-cken, mit zunehmenden Wachsthum veste machen;da hingegen, wenn solches an den Manern geschiehet ,wo gute Fruchtbaume stehen, die Bäume, durch dieBeschattung von denBolmen, grossen Schaden lei-den; überdem benehmen dieseHülsensrüchte den Wur-zeln der Bäume die Nahrung, welches sie selbst sehrschwächet.

Doch wir wenden uns wieder zur Erziehung derBohnen. Diejenigen, welche bald im Oktober ge-pflanzet werden, werden mit Anfang des Novem-ber aufgellen, nnd so bald als sie zwey Zoll hochüber dem Boden stehen, muß man mit einer Frette,die Erde,um ihre Stengel herum, sorgfaltig aufhäl-fen, welches auch, wenn die Bohnen höher werden/zwey bis dreymal wiederholet werden mus, dadurchwerden die Stengel für dem Frost bewahret, unosehr gestarcket. Fiele ein strenger Winter ein, ist e6sehr gut die Bohnen mit Erbsstroh, Genster, odereiner andern leichten Streu zu bedecken , indem siedadurch für dem Frost bewahret werden. Bey ge-lindem Wetter mus aber solche Streu allezeit weg«'genommen werden, sonst wachsen die Bohnen hochund schwach daher, und wird nichts aus ihnen.

Im Frühling,wenn die Bohnen einen Schuh hochgeworden, soll man sie an der Hecke mit einem dün-nen Faden anbinden, um sie so nahe als möglichan solche hinzuziehen, hiednrch werden sie gegen dieMorgenfröste verwahret, welche öffters im AprÜso strenge sind, daß die Bohnen, welche nicht so ver-wahret werden, platt auf dem Boden da liegen, Aldieser Zeit soll man anch alle Nebenschossen, welchedie Wurzel treibet, auf das sorgfältigste hinweg-nehmen: denn sie hindern das Wachsthum der Bod^nen, und machen sie später kommen, und wenn un-ten an den Rancken die Blüthe sich zu öffnen anfängt,soll man oben dieselben abrneipen, damit bleiben dieersten Bohnen, und dadurch wird ihr Wachsthumbefördert. Wenn man diese Regeln beobachtet,und den Boden vom Unkraut oder andern Pflan-zen rein halt, wird man nicht zn fürchten haben/daß sie mißrathen sollten.

Weil aber diese erste Aussaat von der KalteSchanden gerichtet werden mögte, will es unum-gänglich nöthig seyn, drey Wochen, nach den er-steren mehrere einzustecken, und so alle drey Woche''

»vec