man sie nicht recht sorgfältig wartet. Den Som-mer über so-! man diese Pflanzen, die Woche dreybrs viernial, nachdem das Wetter warm ist, gelin-de begicssen; im Winter aber darf man sie nichtvssters, als die Woche zweymal begiessen; ja manhat bey dieser Jabrszeit noch sparsamer damit zuverfahren, sonderlich wenn das Glashaus nichtwa m ist. Die erstere Sorte will im Winter mehrMarme, und weniger Masser haben, als all. dieübrigen Wenn selbUe recht gewartet wird, wächstsie sieben bis acht Schuh hoch, und treibt viele Zweige,welche insgemein verdrehet sind, und sehr unregel-m Da wachsen An ihrem Rand haben sie schwar-ze Dornen, die paarweis wachsen und krumm sind,ja die ganze Pflanze hat ein ganz besonderes Anse-hen.
Die zweyte Sorte wachst in den canarischenInseln, und wie ich glaube, so wird das Eupbor-Wum, so man heut zu Tage in den Apotheckenbranckt, von solcher genommen In ihrem Vatter-land, wachsen diese Pflanzen als grosse L tauden.Die Zweige dieser Sorte sind viereckicht, und kom-men an jeder Seite des Stammes horizontal her-vor, ihre Ende aber stehen auswärts, so, daß sieeinigermassen einem Leuchter ahnlich sehen. DieseZweige breiten sich auf allen Seiten fünf oder sechsRchuh aus, wenn also die Pflanzen gros sind,fa!et es schwehr, solche zu versetzen/ oder aus denTopfen zu nehmen : denn sie sind in den Ecken mitsrarckcn, krummen Dornen besetzet, welche paar-weis wachsen, durch diese aber wird die Haut der-jenigen verletzet, welche mit ihnen unvorsichtig um-gehen. Werden auch die Pflanzen nur im gering-sten verletzet, so fängt gleich ibr milchichter Sasstzu fikssen an, welcher so scharf ist, daß er in weichenflcischichten Theilen Blasen ziehet, und die Kleiderwie Sckeidewaiser anfrisft, daher hat man sich beyVersetzung dieser Pflanzen wvül in Acht zu neh-men , daß man sie nicht verletze. Diese E orte istviel dauerhafter als die erste, kan also im Winterm mäßiger Warme gehalten werden, doch -st sie zuzart in einem Gewächshaus ohne Feuer anszudau-ern.
-^ie dritte Sorte treibt aus dem Boden vieleStengel, und theilet sich hernach in verschiedeneZweige, so, daß sie eine dicke bnschichte Pflanzewird. Diese Zweige sind dreneckicht, aufrecht undknoticht, und haben am Rand dunckle Dornen, sopaarweiö wachsen. Sie wird fünf bis sechs Schuhhoch.
Die vierte Sorte ist der Fackeldistel, der Formnacd, in etwas ähnlich , und hat viele stumpfe, mitDornen besezte Ecken. Sie treibt viele horizontaleSeitenzweige, die sich hernach aufwärts kehren, so,daß wann die Pflanzen gros sind, sie eine gar be-sondere Figur machen, indem die Zweige ziemlichirregulär wachsen, und an einander stossen, wennman sie nicht, da sie noch jung sind, abschneidet. Siewird sechs oder acht Schuh hoch. Die Blumenwachsen an den Ecken, oben an den Zweigen, undmanchmalen folgt auch eine Frucht darauf.
Die fünfte Sorte kan leichtlich mit einem aufrech-ten Stamm, sieben oder acht Schnh hoch, gezogenwerden. Gegen oben wachssn die Zweige horizon-tal, welche am obern Theil mit breiten Blätternbesetzet sind, die insgemein im Frühling abfallen,woraus gegen den Herbst neue hervorkommen. Sietragt am Ende der Stengel Blumen.
Die se"b ^e Sorte ist iezulid in iLngclanb die sel-tenste. Die Pflanzen dieser Sorte, so aus Hol,
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land angeschaffet worden, sind grostent^ei?s zuSchanden gegangen, weil man sie in G!aeha>-sergesetzet hat, ws sie um der Hitze willen, in einemTag schwarz geworden, und gleich darauf verfauletsind. Diese Sorte will eine trockene .l fftige E>las-casse haben, wie die Fieoides, und andere sasstigePflanzen, wo man ihnen bey gelindem Wetter fri-sche Lufft geben könne, und sie für der Kälte ver-wahret seyen. Im Sommer kan man die Pflan-zen dieser Sorte in die freye Lufft, an einen war-men Ort setzen. Bey dieser Wart werden die Pflan-zen viel stärcker treiben , als wenn man sie zärterhält. Sie wird drey bis vier Schuh hoch, undtreibt viele Seitenäste. Diese haben sieben Ecken,und sind mit langen schwarzen Dornen starck be-setzet, die an ihrem Ende Blumen tragen- Die gan-ze Pflanze hat ein sehr besonderes Ansehen.
Die siebende, achte, neunte und zehende Sorte,sind auch ziemlich dauerhaft; daher sie denn in einerguten Glaseasse, im Winter, ohne Feuer for klom-men, wenn anders der Frost gänzlich davon abge-halten wird. Im Sommer kan man sie an einemwarmen Ort hinaussetzen, und da es ziemliche sass-tige Pflanzen sind, darf man sie nicht zu starck be-giessen; wenn also der Sommer sehr nas wäre,so ist es gut, diese Pflanzen unter eine Bedeckungzu bringen, wo sie der freyen Lufft gemessen, undfür dem Regen verwahret seyn können, sonst, wen»sie zu nas werden, faulen sie.
Die siebende Sorte will unterstutzet seyn, sonstmacht sie die Schwere der Zweige auf die Töpfefallen: wenn man aber ihre Stengel, an Stäbenm die Hohe ziehet, werden sie vier bis fünf Schuhhoch; auch wird aus ihnen eine Menge Seiten-Zweige wachsen, welche insgemein zusammengedre^her sind, und wie eine Menge Schlangen ausfaen,so nur einen Kopf zu haben scheinen, welches denstauch Gelegenheit gegeben, daß man sie das Mcou-senhaupr genenner hat.
Die achte Sorte ist eine sehr niederige Pflanze,die selten über sechs Zoll hoch wird und eine A,en-ge unregelmäßiger Zweige treibet, die sich über dieTöpfe ausbreiten, und sich öffters so weit erstrecken,daß sie über die Topfe herabhangen. Diese Zwei-ge sehen der siebenden Sorte ihren sehr ähnlich, sindaber viel kleiner, und die Pflanze gehet niemalen indie Höhe, daher sie denn sonder Zweifel, eine ande^re Sorte ist, ob sie gleich einige für einerley gehal/ten.
Die neunte Sorte ist ebenfals eine sehr niederigePflanze. Ihre Zweige kriechen auch oben auf denTöpfen herum, wie die von der achten, doch sinddie Zweige an dieser schuppicht, an gegenwärtigeaber voll Knoten, wodurch , wie auch durch ihrennicht so grossen und dichten Wipfel, sie sich von je^ner unte» scheidet
Die zehende Sorte ist eine dünne Pflanze, wel^che wie die vierte viele Eeken hat, aber nicht halbso gros ist. Sie treibt Seitenzweige, die nnregel^mäßig wachsen. Die Ecken sind nicht tief, und dieDornen au ihrem Rand sind klein Sie treibt ei^nen aufrechten Stengel. Die Blumen wachst"an den Seiten der Ecken, gegen den obern Theil derZweige.
Die eilfte Sorte wird sechzehen oder achtzeheNSchuh hoch, und hat einen starcken Stengel, auchtreibt sie viele zugespizte Zweige, welche gegen denobern Theil ihres Stengels sich ziemlich aukbreiten-Diese Schossen sind gegen ihr Ende mit kleinen