schige Substanz, die sehr nas ist. Auch bin ichdurch glaubwürdige Personen, die sich in 'Westin,dien aufgehalten haben, versichert worden, daß dasViehe bey grosser Trockene, sich zu den unfruchtba-ren, mit diesen Pflanzen bedeckten Felsen mache,Und nachdem es von den grossen Wanzen mit seinenHörnern die äussere mit Dornen besezte Haut ab-Mögen, es den ganzen fleischigen nassen Theil derWanze, begierig ftesse, so daß es damit den Hun-ser wie den Durst stillet; unterdessen ist es schwer zubegreiffen, daß ein Thier sich an solche Pflanzen ma-chen sollte, die sowohl mit starckenDornen verwah-ret ist, welcke noch dazu so Kart als Fischbein oderein «nderes Bein sind; auch kan nichts anders alsder Mangel des Wassers selbi^s dahin gebrachthaben, bey diesen so beschwerlichen Pflanzen HülseZu suchen; weil es ihnie viel Mühe mus gekostethaben, bis es die Dornen hinweg zu bringen geler-vet hat.
Die Früchte aller Sorten der Melonendistel wer-den von den Einwohnern VVestindiens viel geges-sen. Es ist kaum zwischen den Früchten aller Sor-ten , s» ich gMen habe, in der Grösse, Forin,Farbe oder Geschmack ein Unterschied. Sie sindunqefäkr drey Vie, tel eines Zolles laug, kegelförmig,«'den, sie unten, nach der Pflanze zu, spitzig zuge-hen; oben aber,wo der Kelch der Blume sas, stumpfund breit sind. Ihr Geschmack ist lieblichsauer,^nd dieser mus die Frucht, in einem heissen Land,um s» vjel angenehmer machen.
. Alle Sorten dieser Pflanzen wollen ein sebr gutesGlashaus haben, »venn sie den Winter hindurchin Lngeland erhalten werden sollen. Auch darf5^n sie im Sommer nicht in die freye Lusst letzen:denn ob sie g'eich dem ausseriichen Ansehen nachschon bleiben,'wenn sie eine Zeitlang draussen gestan-den, so ziehen sie doch viel Nasse an sich, welchesverursachet, daß sie bald darauf, wenn man sie indas Glashaus bringt, verfaulen. Eben vieles ge-schiehet auch gar offt mit denjenigen P an>en, dieaus der Frembde hergebracht werden, welche, wennsie ankommen, eine Zeitlaug ein gutes, gesundesAnsehen haben, bald darauf aber verderben. Un)dieses geschiehet so plötzlich, daß man auch nichteinmal, nur dem Schein nach, etwas von' einer Un-ordnung, an ihnen vermercket, bis die ganze Pflan-ze hm ist; welches diesen Pflanzen öffters in einerseit von etlichen Stunden begegnet.
Wenn man diese Pflanzen im Sommer in ein<ohbeet setzet, so wird dadurch ihr Wachsthum sehrbefördert. Wenn aber solches geschiehet, darf manihnen fast gar kein Wasser geben: denn die Nasse,so sie durch die Gahrung der Loh einsaugen, ist th-uen schon zulänglich; ein mehreren würde sie faulenAachen. Die beste Art alle gross' Sorten zu er-halten, bestehet darinnen, daß man die Töpfe ent-weder obenauf die Rauchgange, oder nenig'iensuahe dazu setze, so, daß sie den wärmsten Ort imGlashaus innen haben; auch mus man ihnen, wah«'rend dieser Jahrszeit,niemals Wasser gebcn; wennaber die Zeit herbeykommet, daß man im GluSbausMcht mehr feuert, so mus man sie in ein Lohbeetfingen, welches sie nicht nur bald wieder wachsend,Indern auch grün machen wird. Der Boden, wo-rein sie gepflanzet seyn wollen, mus smdig seyn,und wenn man etwas trockenen Kalckshutt darun-'kr mischet, ist es um so viel besser. Unten sollen in^"pseu einige Steine liegen, um dadurch die«wann in der Erde befindliche Nässe abzuziehen:eun da diese Pflanzen, von Natur, auf den heis-
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sen , trockenen und brennenden Felsen wachsen, wokeine Erde ist, und welche wo nicht diese Pflanzendarauf wüchsen > völlig unfruchtbar seyn würden,so rmchen wir ihr natürliches Erdreich, so viel mög-lich nachmachen, und , in Ansehung des verschiede-nen Clima, etwas zugeben.
Die grossen Sorten können aus dem Saamengezogen werden, welcher eben ja ausgesäet und be-sorget wird, wie bey den kleinern Sorten gemeldetworden; da aber die Pflanzen, so man in Enge-land aus dem Saamen gezogen, etliche Iah: e ste-hen , bis sie zu einiger Grösse kommen, so ist es bes-ser, man lasse sich etliche Pflanzen aus V0estind,enmitbringen; wenn nun die Pflanzen in einem deeSommermonate ankommen, damit sie noch Zeit ha-ben neue Wurzln zu treiben/ ehe und bevor sich dieHerbstkalte einstellet; so werden die Pflanzen umso viel gewisser anschlagen. Wenn die Pflanzen an-kommen, ist es gut sie aus der Erde, so bald es nutimmer möglich ist, heraus zu nehmen, und in demGlashaus auf die Bretter zu legen , damit sie drei)oder vier Taoe lang trockenen ; wann sie hernacheingepfianzet worden, mus man sie in ein gutes war-mes Lohbeet eingraben,um ihre neue WurzelunqzNbefördern. J„ diesen, Beet können sie bis zu An-sang des (Dcrobers bleiben, worauf man sie in dasGlashaus setzen, und , wie vor gemeldet, besorgenmus.
Die zwo kleinern Sorten vermehren sich in En-geland so starck, daß es unnöthig ist dergleichenPflanzen aus der Fiemde kommen zu lassen: dennwer viel derselben haben wi^i, der kan bald damitversehen werden ; der eine durch den Saamen, undder andere durch die jungen Pflanzen, welche diealten an den Geilen treiben.
Hier wird der Leser aufLhrxloph/I-
lum verwiesen.
S. i<o. Col. i. l. y. nach demN>orr, mögten, ftye hinzu: Wenn die Pflan-zen zunehmen, mus man sie in grössere Topfe setzen,und eben so w-e den Coftcebaum besorgen, da denndie Pflanzen wohl wachsen werden. Weil auch dieBlätter dieser Pflanzen gros, starck, und von glä»>izender grüner Farbe sind, machen sie im Glashausmit andern zarten ausländischen Pflanzen, ein gutesAnsehen.
Neue Sorten.
5. llilpzm'cz irutelcens, mzri fci-lio. lnft. Staudige, spanische Calamenth, mitdem Amberkrautblat.
6. Oetic!, 4 »nxulio oblonxo fo-li». lnü. K. Cretische Calamenth, mit dem schmallen länglichten Blat.
Neuer Zusaz»
Die fünfte Sorte ist in den Garten, unter demNamen Ambt-.kraur mir dem poleygeruchbekannt. Man halt sie gewöhnlich in Töpfen/und jezt sie im Winter unter die Einfassungeines gemeinen Mistbeetes : denn bey strengem Frostkommt sie in freyer Lufft nicht fort; bey gelindenWintern aber dauert sie, in einem warmen Ort,in solcher schon aus. Diese Pflanze wird selten übeesechs Zoll hoch ; die Stengel sterben insgemein bisan die Wurzel im Winter ab, im Sommer aberwerden sie holzig, und sind mit kleinen grauen Blat-lein paarweis besetzet, und die kleinen weissen Blu-men Wachsthum die Stengel herum wittelw^s.