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diesemnach willens ist, diese Pflanzen aus der Frem-de mitzubringen, der soll sich bemühen, sie, so vielmöglich, mit ganzer Wurzel auszuheben, und inKübel, die mit Steinen und Schutt angefülletsmS, zu pflanzen, worunter nur sehr wenig Erdezu mischen. In jeden Kübel, soll man nach Pro-portion der Grösse, nur drey oder vier Pflanzen se-tzen: denn wenn sie nahe aneinander stehen, so wirdPlatz erwahret, und da sie wahrender Reise anGrösse nicht wachsen, so ist es auch nicht nöthig,ihnen deswegen Platz zu lassen. In den Bodendieser Kübel soll man etliche ziemlich grosse Löcherbohren, damit die Nasse ablauffen könne; und wenndiese Pflanzen ein Monat vorher, ehe man sie anBord bringt, in die Kübel gepflanzet werden, sowerden sie unterdessen von neuem gewurzelt haoen,welches die sicherste Manier ist, zu machen, daß sieanschlagen. So lange sie aber noch in, Land blei-ben, darf man ihnen kein Wasser geben, es müstedenn das Wetter sehr heis und trocken seyn. Zudieftm Fall aber darf man sie nur sparsam beließen.Sind sie aber am Bord gebracht worden, soll garkine Nässt zu ihnen kommen; daher ist es gut diePflanzen mit gepichter Schifleinwand zu bedecken,um bey schlimmen Wetter zu verhüten, baß sie nichtvom Seewasser besprühet werden; wenn aber dieSee stille ist, sollen sie immer 0er freyen Lufft aus-gesetzet seyn. Beobachtet man diesen Unterrichtgenau, so können die Pflanzen ganz gesund nachEngeland gebracht werden.
Einige der grosen Pflanzen, so nach Engelandgebracht worden, haben im Umkreis mehr als eineElle gehabt, und sind, ihre Mütze mitgerechnet,bey zwey Schuh hoch gewesen; ich bin aber von vi>r-schiedeneu Leuten, so sich in 'westindien aufgehal-ten , versichert worden, daß es daselbst noch zwei-mal so grose Pflanzen gebe.
Die vierte Sorte ist durch D. N?ilhelm Hou-ston,, nach Engeland gekommen, der die Pflanzenaus Mexico verschaffet hat. Weil sie aber langeauf der Reise waren, und nas geworden, verdar-ben sie schon, ehe sie noch in England ankamen.Aus dem Rest derselben aber war zu sehen, daß sieunter allen bekannten Sorten, die besonderste seye.Sie hat zwey Reihen Dornen, davon die einengerai) sind und büschelweis an den Knoten sitzen,vom Mittelpunct aber an, sich gleich einem Sternauf allen leiten ausbreiten; in der Mitte jedesBüschels aber, wachst ein breiter glatter Dorn,der bey zwey Zoll lang ist. Dieser stehet aufrecht,ist an der Spitze umgebogen, und braiinröthlichterFarbe. Diese Dornen fa^en die Einwohner vonMerico in Golo oSee Silber, und bedienen sichderselben zu Zahnstochern, wie sie denn auch dieP anze Vi5n»Z!,, d. i. Zahnstocher nennen.
Die Sorte mit schraubenförmigen Ecken, wieauch die mit weissen Dornen, habe ich, nebst dergemeinen Sorte, vonAncigua bekommen; ob sel-bige aber zufällige Varietäten, die aus einerleySaamen entspringen, oder würcklich verschiedeneSorten seyen, will ich nicht zu bestimmen wagen,weil sie in diesem Land sehr selten aus dem Saamengezogen werden; auch konnte ich die vielen Jahrehindurch, da ich diese Pflanzen in meiner Obsichthatte, nicht wahrnehmen, daß eine oder die anderenur das geringste Ansehen hätte, Früchte zu tragen;da doch zu gleicher Zeit die gemeine grosse Sorte,jährlich an ihren Mützen, eine Menge Früchte brach-te , aus deren Saamen ich einige junge Pflanzengezogen habe; ob nun aber gleich einige derselben
ziemlich grös geworden, so hat doch keine davonbisher eine Mütze bekommen, und daher stehet auchzur Zeit keine Frucht von selbigen zu erwarten.
Die fünfte Sorte bringt jährlich eine MengtFrüchte, und da ihr Saame gerne wächst, so istsie nun, in denjenigen Gärten, wo man sie in Glas-häusern halten kan, sehr gemein: denn wenn mandie Frucht in die Erde der Töpfe ausfallen lässt, unddiese nicht zerstöhrct wird, so wird ohne fernereMühe eine Menge Pflanzen aufgehen; und dieseSaamenpflanzen, kan man, sobald sie nur etwaszum Versetzen erwachsen sind, ausheben, und sechsebis siebene derselben in einen kleinen Tops setzen,worinnen sie ein Jahr lang stehen können. DieseZeit über werden sie gros genug werden, daß manjede in einen besondern Tops setzen könne; nachge-hends aber werden sie starck zunehmen, sonderlichwenn man sie, in» Sommer, in ein Lohbeet setzet:denn obgleich diese Sorte viel dauerhafter ist, alsdie grose, und in einem temperirten Glashaus er-halten werden kan, so nehmen doch die Pflanzenlange nicht so zu, als diejenigen, so in einem grös-seren Grad der Wärme gehalten werden. Bey ge-höriger Besorgung wird diese Sorte etliche Jahredauern, und die Pflanzen werden einen Schuh hoch,ja noch höher werden ; wenn sie aber so hoch sind,so ist ihr unterer Theil nicht so scheinbar, indemseine grüne Farbe abgestorben ist, und die Dornenschwarz und unrein werden, so, daß sie ganz ver-dorben zu seyn scheinen, und nur der obere Theil die-ser alten Pflanzen noch ein Leben zu haben scheinet;da hingegen die Pflanzen von mittlerer Grösse vonoben bis unten gesund aussehen. Die Blumen die-ser Sorte kommen im Hulio und Augusts zumVorschein, und auf sie folgen, rings um die Pflan-ze herum, die Früchte, so schön scharlachrot!) sind,welches sie zu dieser Zeit recht schön machet. ImFrühling, wenn die Frucht welck und trocken wird,ist der Saame reif, und kan sodenn ausgerieben,und oben auf die Erde kleiner Töpfe gesäet werden,die man in ein Lohbeet bringen muö, um die Pflan-zen aufgehen zu machen.
Die sechste Sorte ist selten grösser als die fünfte,und wächst fast in der nämlichen Form; hingegentreibt sie an den Seiten eine Mcnge junger Pflan-zen , wodurch man sie vermehret. Diese Sorteträqt zwischen den Beulen , an jedem Knoten, Bü-schel einer weichen, weissen Wolle, welches derPflanze das Linsehen giebt, als ob sie über und übermit zarterWoüe bedecket wäre. Zwischen den Beu-len, wachsen rings herum an den Seiten der Pflan-zen, die Blumen, welche in Ansehung der Formund Farbe, den ^Blumen der fünften Sorte seheähnlich, aber grösser sind. Auf diese Blumen folgtkeine Frucht, wenigstens haben alle diejenigen, sounter meiuer Aufsicht sind, keine gebracht, ob siegleich vor einigen Iahren eine Menge Blumen ge-tragen; aber an den nämlichen Orten', wo die Blu-men gestanden, haben nachgehends iunge Pflanzenherausgetrieben. Diese habe ich abgenommen, undnachdem ich sie zwey bis drey Tag liegen lassen, da-mit sie trocknen mögten, habe ich sie eingepflanzet,da sie denn sehr wohl angeschlagen.
Alle Sorten dieses Geschlechtes sind Pflanzen voneinem ganz besondern Bau, sonderlich die grossen,welche wie eine grosse grüne fleischige Melone aus-sehen, mit vertiessten Ribben, die über und übermit scharfen Dornen besetzet sind; und wenn mandie Pflanze mitten entzwey schneidet, so ist sie voninnen nichts anders, als eine weiche grüne, flei-