Druckschrift 
Theil 3 (1758) Worinnen die in der neuesten Londnischen Ausgabe dieses Werckes befindliche Verbesserungen und Zusätze Nebst dem Gärtner-Kalender enthalten sind
Entstehung
Seite
33
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

dauerhaft , als der seviliscke; daher mus er et-was zärtlicher tractiret, im Winter in den warm»'strn Ort des Gewächshauses gesetzct, und auch imHerbst ehender in sclbiges gebracht werden, sonstfallen von den Bäumen auc Frühste ab. In E"-Ieland bringt diese Sorte selten gute Früchte, auchsind die Blätter des Baumes nicht so gros, oder>^)ön, als an der scvilischen Sorte; weswegen^nn auch diese den Vorzug verdienet ; ^von derchinesischen aber kan man, um der Varietät willen,nur einen oder den andern Baum halten.

Die beeden Zwergpomeranzen sind auch zatt, und>bre Blätter, so büschelweis wachsen, sind sehrilein. I^e Blumen wachsen dichte beysammen,lind stellen einen Blumenstraus vor, indem dieZweige ganz davon bedeckt sind. Wenn diese Sor-te blühet, kan sie schicklich in ein Zimmer oder Gal-lerte zur Zierde gesetzet werden. Ihre sehr liebli-che Blumen, werden daselbst die ganze Lufft mitihren Geruch erfüllen; alleine man findet sie seltenrecht wohl beschaffen, weil sie mehrere Besorgungals die gemeinen Pomeranzen und Limonienbäumeerfordern, wie der Pompelmus, sonst fallen imWinter die Früchte allezeit ab. Der Pompelmus

von Capitain Schaddock aus Ostindien mit-Sebracht worden, und daher ist er von den Einwoh-nern Westindims Schaddocv aenennet worden.Alleine seine Frucht hat sehr ausgeartet, seit dem«r nach VPestindien gekommen ist, und die Bäu-we aus den Kernen gezogen worden, indem dieleisten eine strenge sauere Frucht bringen, welcheder urspringlichen Frucht gar nicht gleich kommet ;wollten sie aber dieselbe mit der guten Sorte^oculi-ten, würden sie solche so vollkommen haben können,als man nur immer wünschen kan ; alleine es giebtin diesem Welttheil wenige, so das Pfropfen undOculiren der Fruchtbäume verstehen; und geschiehetes ja, so vernachlaßigen sie doch ihre Fruchte :e. sosehr, daß sie solche einig und allein der Natur über-lassen, und selten was anders thun, als daß sie dieKerne einstecken, und sie daher wachsen lassen, wiesi< die Natur treibet.

Alle Porten der Pomeranzenbaume mit gestreif-ten Blattern sind zärtlicher Art, weswegen sie imWinter, im Gewachsbaus, in einen warmen OrtLefetzet, und mit mehrerer Sorgfalt als die gemeineSorte tractiret werden müssen, sonst treiben sie nicht.Es sind Varietäten, welche einige sehr lieben ; sietragen aber niemalen gute Früchte, noch hauffigeBlüte; daher man nur wenige derselben; um derVarietät willen, halten kan.

Die Sternpomeranze ist von den andern Soc-kn durch ihre Frucht unterschieden, so sich in fünfTheile theilet, und deren Schale einen Stern gleich-sam vorstellet. Sie wird nebst der verdrehten Po-meranze von einigen um der Varietät willen gehal-tn, sie sind aber nicht so schon als die gemeinen.Es giebt auch gar vielerlei) susse Pomeranzen, soWohl in (Ost-als VVestindien, wovon einige vielhoher als die, so wir nun in Europa haben, geach-tet werden; weil sie aber viel zarter sind, so thun?>e in diesem Land bey der gemeinen Wart nicht gut;diesemnach will ich selbige hier nicht benennen, son-dern vielmehr jezt einen Unterricht mittheilen , wievte Pomeranzenbaume in ^ngeland zu wartenseyen.

S. 9 f. Col. i . l. y. ist nach dem Wort, lassen,hinzuzusetzen : Die besten nach diesen sind die Ker-ne der sevilischcn Sorte.

S. 97. Col. 2. l. zz. ist noch hinzuzusetzen:III.Tl )eil.

zz

auch soll man sie nicht so lange draussen lassen, daßihnen die Morgenfroste schaden konnten.

Der folgende Absaz, der Pompelmus:c. ist

nxggclassen.

Neue Zusaye.

Seit einigen Jahren hat man viele dieser Bau-»me an Mauern gepsianzet, und Glw rahmen gema-chet, womit man sie im Winter bedecket; auchhaben einige Liebhaber diese Baume in das s eysFeld gesehet, und im Winter über diese Baumebewegliche Häuslein gemachet, welche so eingerich-tet waren, daß man sie iin Sommer ganz hinwegnehmen konnte. Wo dieses reckt eingerichtet w r-den, haben die Baume an Wachsthum seh zuge-nommen, und vielmehr Früchte getragen, welches»wobl reif geworden, daß sie trefflich gut zu essenwaren. Pflanzt man sie nun an Mauern, m derAbsicht ihre Aeste daran zu ziehen ; o. er nicht weitdavon in Rabatten, um sie als fteystebende Bäu-me, zu halten: so so!? man nach Proportion der Langeder Mauer eine oder zwey Feuerstätte anlegen,und langst der Mauer hin Raua>gan e machen,um bey sehr kaltem Wetter die Lufft zu erwärmen,sonst mögte es sehr schwer fallen, die Bäume beystrengen Wintern zu erhalten; oder sollten sie ladenWinter ausdanern, so würde sie doch die Kälte s»schwachen, daß sie sich im folgenden Sommer nichtyenugsam erholen könnten, um wieder Früchte zutragen Wann man also vorhat diese Bäume aneine alte Mauer, oder nahe an selbige zu setzen, sosoü man die Nauchgange voruen in selber machen,so, daß sie an jeder Seite vier Zoll dick seyen, »vo.eyauch zu beobachten, daß man selbige, in gehörigerWeite mit Eisen bevestige, damit sie nicht von deralten Mauer abweichen Wie diese Rauchgängeangeleget werden sollen, ist in dem ArlickU Maucr,weirlauffig gezeiget worden. Veriahrt n an nunalso, so darf man bey weniger doch gehöriger Sorg-falt, nicht befürchten, seiner Bäume verlustigst zuwerden, sollte auch gleich ein noch so strenger Win-ter einsamen; geschiehet solches aber^nicht, so hatman mit täglicher Bedeckung der Glaser, und mitHinwegnehmung derselben, wenn etwann die Son-ne scheinet, gar viel Mühe und Arbeit, und ist dieMauer nicht dicker, als selbige insgemein gemachetzu werden plleget, so dringt bey strengen Winterndie Kälte durch sie durch, so, daß die Bedeckungund Verwahrung der Fenster, zur E Haltung derBäume nicht hinlänglich genug ist, man mag sol-ches auch gleich noch so sorgfaltig beobachte!? Mitden ersten Kosten, >0 man also auf diese Mauernverwendet, kan man sich viele Mühe und A beit er-sparen , auch fahret man dabey am sichersten.

Wenn der Boden nas oder letticht ist, so, daßer die Nässe zurück halt, sollen die Rabakten, nachProportion der Lage des OrteS, höher als der ebe-ne Boden gemachet werden: denn wenn sich die Näs-se im Winter ander Oberfläche aufhält, söge-eichtes den Bäumen zu grossen Schaden, wo nicht zumvölligen Verderben; diesemnacb so 1 man wenig-stens zwey Schuh dick, Ka'c! stbutt unten in dieRabatte legen, um die Näss- abzuziehen: auf die-sen aber soll die Erde für die Wurzeln "er Bäumedritthalb oder drey Schuh dick scyn. Auch x^n manin diese Rabatten e?was von Guernsey- und 2öel-ladonalilien pflanzen, oder auch von andern aus än-dischen bollenwurzlichen Blumen, die nicht Hochwachsen, oder der Rabatte zu viel Nahrung entzie-he»; und da selbige im Herbst ode^ Winter hlül -ett/machen sie ein feines Ansehen, wachsen auch bester,als wenn man sie in Töpfen halt.

I Ubri-