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2 (1913)
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JUSTUS LIEBIG ÜBER ROBERT MAYER

leider ebenfalls einer Art Unsterblichkeit teilhaftig sind, undfast mit jeder Generation in neuem Gewände wieder auf-tauchen. Daher läßt sich auch noch heute selbst aus LiebigsFehlern nicht selten mehr lernen, als aus den Berichtigungenseiner Gegner und Widersacher.

Auch viele andere Stellen jener Neuauflage derChe-mischen Briefe" zeigen, wie völlig durchdrungen Liebig vonR. Mayers Anschauungen war:Wärme, Licht, Magnetismus,Elektrizität, stammen von einer Mutter" (S. 11);erst diechemische Auflösung des Zinks erzeugt den entsprechendenelektrischen Strom, denn keine Kraft kann aus nichts ent-stehen" (S. 97);Wärme, Elektrizität, Magnetismus . . . sindäquivalent, und durch ein gewisses Maß von Elektrizität bringenwir ein entsprechendes Verhältnis von Wärme oder magnetischerKraft hervor, die sich gegenseitig äquivalent sind; . . . chemischeAffinität bringt, in der einen Form verbraucht, Wärme hervor,in der anderen Magnetismus oder Elektrizität, . . . und miteiner gewissen Summe Affinität erkaufen wir ein ÄquivalentElektrizität, gerade so wie wir umgekehrt durch ein gewissesMaß von Elektrizität Äquivalente von chemischen Verbindungenzersetzen" (S. 98). Wie klar sich Liebig über die Arbeits-leistung, als den wesentlichen Punkt, war, beweist der aufdas Beispiel des Magneten bezügliche Satz:... es gilt, dasEisen zu heben, ihm eine Bewegung zu erteilen, . . . denn einMagnet, der nur trägt, wirkt wie ein Felsen, der ruhend nurmit seinem Gewichte auf die Unterlage drückt, er ist ein ein-geschlossener See, der keinen Fall besitzt" (ebd. 1 ). Gleich durch-dringend ist das Urteil über einen anderen Punkt von höchsterBedeutung: Wie die Erzeugung der Bewegung durch dieDampfmaschine, oder jene des elektrischen Stromes im gal-vanischen Element, so bleibt auch die der mechanischen Kraftim Körper an einen Stoffwechsel gebunden, aber die nähere

1 Das nämliche Bild gebraucht schon Lionardo da Vinci (s. meineAbhandlungen und Vorträge", S. 355).