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JUSTUS LIEBIG ÜBER ROBERT MAYER 1
or gerade fünfzig Jahren erschien im Viewegschen; Verlage zu Braunschweig ein heutzutage völlig ver-i Schollenes Buch „Wissenschaftliche Vorträge, gehaltenzu München im Winter 1858, von Bischoff, Bluntschli,Bodenstedt, Carriere, Heyse, Jolly, Knapp, v. Kobell,*V. Liebig, Löher, Pettenkofer, Riehl, Seidel, v. Sybel,v. Voelderndorff, Windscheid"; es führt die Aufschrift:„Seiner Majestät dem König Maximilian I., dem erhabenenBeschützer und tätigen Freunde jedes geistigen Lebens, demSchöpfer und Lenker einer neuen wissenschaftlichen Aera inBayern, in tiefster Ehrfurcht gewidmet", und enthält 16 Vor-lesungen, die, wie die Vorrede vermeldet, „im chemischen Hör-saal, vor einem gebildeten Publikum aller Stände" seitens derKorona oben genannter erlauchter Geister zunächst mündlichverlautbart, „auf vielseitigen Wunsch" nunmehr aber auchgedruckt herausgegeben wurden.
Die vorletzte, fünfzehnte Vorlesung, 2 die Liebigs, istbetitelt: „Über die Verwandlung der Kräfte", und behandeltdie von Robert Mayer entwickelten Grundlehren des gegen-wärtig als „Energetik" bezeichneten Gebietes; sie scheint voll-kommen in Vergessenheit geraten zu sein, mindestens findetsie sich in keinem mir bekannten Werke über Liebig angeführt,
1 „Chemiker-Zeitung" 1908, S. 341. 2 S. 591 bis 597 der „Wissen-schaftlichen Vorträge."