Druckschrift 
2 (1913)
Entstehung
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

34

ALEXANDER VON HUMBOLDTALS VORLÄUFER DER LEHRE VON DER ISOMERIE 1

jsomer" nannte bekanntlich 1830 Berzelius 2 Sub-I stanzen,die bei gleicher Zusammensetzung mit ver-1 schiedenen Eigenschaften begabt sind"; als solchehatte 1824 Liebig (gemäß der Erstlingsarbeit über Fulminate)seinknallsaures Silber" und das von Wöhler 1824 analy-sierte cyansaure Silber erkannt, 1825 Faraday den heuteButylen genanntenKohlenwasserstoff aus Olgas" und dasÄthylen, 1828 Wöhler den Harnstoff und das Ammonium-cyanat, und endlich 1830 Berzelius selbst die Traubensäureund die Weinsäure. Die Möglichkeit der Isomerie führte schonGay-Lussac (1824) darauf zurück,daß sich die nämlichenBestandteile nach mehreren verschiedenen Weisen unterein-ander zu verbinden vermöchten", 3 und auch Berzelius äußertesich später dahin,daß schon die Natur solcher Substanzeneine verschiedene Stellung der Atome voraussetze, und dieLetzteren wohl auf verschiedene Weise zu zusammengesetztenRadikalen gruppiert seien", welchen Worten man natürlich,wie E. von MeyersGeschichte der Chemie" 4 mit Rechthervorhebt, keinen allzu modernen Sinn unterlegen darf.

In diesen Erkenntnissen besitzen nun, was bisher un-beachtet geblieben ist, Gay-Lussac und Berzelius einen

1Chemiker-Zeitung" 1909, S. 1. a PoggendorffsAnnalen",

Bd. 19, S. 326. 3Annales de Chimie" II, Bd. 27, S. 199. 1 Leipzig1905, S. 224.