ENCHEIKES IS NATURAE
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Lehrer ansah; auch Kopp 1 warf die Frage auf, „ob etwa eineReminiszenz der Straßburger Zeit vorliege", verneinte sie abermit den Worten: „denn aus Spielmanns chemischen Schriftenist mir nichts in Erinnerung, auf was jenes Dictum Bezug habenkönnte".
Hierin hat aber den sonst fast unfehlbaren Forscher seinGedächtnis völlig im Stiche gelassen, denn gerade SpielmannsHauptschrift birgt des Rätsels Lösung. Jacob ReinholdSpielmann, bei dem Goethe nach dem Zeugnisse seinerSelbstbiographie 2 in Straßburg Chemie hörte, war Dr. med.et phil., Professor der Poesie, der Chemie, der Botanik undanderer Hilfswissenschaften der Medizin, und gab in den Jahren1740—1763 eine Anzahl medizinischer und chemischer Schriftenheraus; als wichtigste unter diesen gilt sein Werk „InstitutionesChemiae, praelectionibus academicis adcommodatae", 3 ein imwesentlichen für Mediziner „zum Ersatz der mündlichen Dik-tate" bestimmtes Lehrbuch der Chemie, das sich durch Freiheitvon Vorurteilen, durch gute Darstellung und getreue Angabeder Quellen, sowie durch Berücksichtigung quantitativer Ver-hältnisse, weit über den Durchschnitt der zu jener Zeit meistbenutzten Kompendien erhebt.
Von Encheiresen im herkömmlichen Sinne spricht Spiel-mann sehr häufig, z. B. von jenen bei der Bereitung vonLösungen, bei der Kristallisation und Extraktion, bei derDestillation, bei der Röstung, Reinigung und Trennung derMetalle, bei der Darstellung von Phosphor, sogen. Salzäther,Antimonpräparaten, Bleipflastern usw. 4 Die kritische Stellefindet sich aber gleich in der Einleitung, 5 woselbst Spiel-mann, nachdem er die Chemie als „scientia mutationum"(Lehre von den Veränderungen) definiert hat, ausführt, daßdurch chemische Zerlegung der Körper teils Edukte, teils Pro-
1 „Beiträge", a. a. O. 2 „Werke" (Weimarer Ausgabe), Bd. 27, S. 238.
3 Straßburg 1763, bei Joh. Gottfr. Bauer. 4 ebd., S. 46, 85; 63, 87; 193,
296; 220, 253, 273, 163; 72, 162, 116, 83. 5 ebd., S. 8.